Der Ventilprüfstand von Hainzl verbindet bestehende Prüfapplikationen und Condition Montoring

Der Ventilprüfstand von Hainzl für Bilstein verbindet schnelle Rüstzeiten und kurze Prüfzyklen mit einer flexiblen Automatisierung und kundenindividuellen Schnittstellen. - Bild: Hainzl Industriesysteme

| von Maria Wallner-Angerer, Hainzl

Effizienz bei Prüfständen setzt heute voraus, dass die Anlage nicht nur ein spezifisches Produkt testen kann, sondern auch in der Lage ist, ein großes Produktportfolio mit variablen Durchmessern, verschiedenen Abdichtungsarten, unterschiedlichen Längen und Formen zuverlässig zu prüfen. Dafür muss die Testanlage in kurzer Zeit auf einen neuen Produkttyp eingestellt werden können. Neben schnellen Rüstzeiten sind kurze Prüfzyklen kaufentscheidend. Weitere wesentliche Merkmale eines durchdachten Testsystems sind eine flexible Automatisierung, kundenindividuelle Schnittstellen und die Variantenfähigkeit, um für zukünftige Produkttypen gerüstet zu sein. Die Software-Plattform Ocean bildet diese und weitere Funktionen, wie zum Beispiel standortübergreifendes Prozessdaten-Monitoring, in einer optionalen Cloud-Lösung ab.

Für den Automobilzulieferer Thyssenkrupp Bilstein entwickelte Hainzl einen neuartigen Prüfstand zur Strömungsprüfung von Ventilen, der diese angesprochenen Kriterien erfüllt. Das Testsystem ist an vier Standorten – in Mexiko, den USA, Rumänien und Deutschland – im Einsatz.

Bedienfehler im bei der Ventilprüfung vermeiden

Elemente aus der Plattform Ocean unterstützen das Ventilprüfverfahren von Hainzl
Das neuartige Prüfkonzept für Ventilbaugruppen bei Thyssenkrupp Bilstein wird mittlerweile an mehreren Standorten eingesetzt und durch unterschiedliche Software-Elemente aus der Plattform Ocean unterstützt. - Bild: Hainzl Industriesysteme

Der eigentliche Prüfprozess wird durch das Scannen eines Data Matrix Code (DMC) angestoßen und die Prüfparameter geladen. Dem Poka-Yoke-System folgend stellt der Prüfstand sicher, dass die für die aktuelle Testreihe entsprechende Prüfaufnahme vorbereitet ist. Fehler durch den Bediener werden dadurch zuverlässig ausgeschlossen. Nach dem Rüsten wird die automatische Prüfung gestartet. Eine elektrische Linearachse sorgt für eine definierte Einlegeposition des Ventils in den universell einsetzbaren Prüflingsaufnahmen. Der Prüfraum wird verschlossen und abgedichtet, der Prüfling danach hydraulisch gespannt. Dadurch sind die gleichen Einbauverhältnisse geschaffen wie in der realen Anwendung. Bei der eigentlichen Prüfung des Ventils werden vordefinierte Volumenströme präzise und schnell eingeregelt und der Differenzdruck gemessen. Dieser Messwert gibt Auskunft darüber, ob das Ventil richtig assembliert wurde und das Ventil im Produktionsprozess verbleiben kann.

Nach dem Prüfprozess werden die getesteten Ventile gereinigt, um Ölrückstände auf ein Minimum zu reduzieren. Die Prüfergebnisse werden für Bilstein im Q-DAS-Format abgelegt. Je nach Kundenwunsch und vorhandener Infrastruktur sind weitere Schnittstellen möglich. Um auch eine ausgezeichnete Nachbetreuung des Prüfstands gewährleisten zu können, ist dieser mit einem Fernwartungszugang ausgestattet. So kann Hainzl bei jeder Anlage die optimale Funktion und Verfügbarkeit über den gesamten Lebenszyklus sichern. Das Supportpaket Premium Technical Support garantiert, das die jeweilige Anlage innerhalb von 48 Stunden wieder einsatzbereit ist.

Wie wird der Pumpendruck angepasst?

Der Systemanbieter legt großen Wert auf hohe Energieeffizienz und berücksichtigt das bereits in der Konzept- und Entwicklungsphase. Generell verfolgt das Unternehmen den mechatronischen Gedanken: Eingesetzt wird immer die Technologie, die am besten für die Anwendung geeignet ist. Beim vorliegenden Strömungsprüfstand wird der Pumpendruck jeweils dem Prüfdruck individuell angepasst, um Drosselverluste weitestgehend zu vermeiden.

Bleiben Sie immer über die neueste Prüftechnik informiert!

Das Thema interessiert Sie? Mit unserem Newsletter sind Sie immer auf dem Laufenden. Gleich anmelden!