Rohre, Bild: Fotolia/Oleksiy Mark-klein

Vom Rohr zur Leitung: Bei Verschraubungen kann einiges schief gehen. Bild: Fotolia/Oleksiy Mark-klein

In einem Hydrauliksystem werden Hydraulik-Rohrleitungen und –Schlauchleitungen eingesetzt, um die Energieübertragung mittels einer Hydraulik-Druckflüssigkeit sicherstellen zu können. Für eine Montage dieser Bauteile wird zusätzlich eine hydraulische Verbindungstechnik benötigt, wie zum Beispiel Einschraubverschraubungen, Verbinder, Adapter, Winkelstücke, T-Stücke, L-Stücke und viele weitere mehr.

Die Weiterentwicklung moderner Hydraulikantriebe stellt auch an die Verbindungstechnik immer höhere Anforderungen. Die Systeme werden mit wesentlich höheren Betriebsdrücken beaufschlagt. Hinzu kommen die kurzen Taktzeiten der Maschinen, wodurch Druckspitzen und Vibrationen entstehen, welche die Verbindungen zusätzlich beanspruchen. Die Verbindungstechniken folgen dieser Entwicklung. Auf dem Markt werden heute zahlreiche verschiedene Techniken mit unterschiedlichen Gewindearten, Dichtungsarten, Dichtflächen und Formen angeboten.

Korrekte Hydraulikrohrverschraubung, Bild: IHA
Diese Verbindung ist korrekt ausgeführt; die Abdichtung ist sichergestellt. Bild: IHA

Zu einer der ersten und nach wie vor weitverbreitetsten Anschlusstechnik zählt die Verschraubung mit einem 24-Grad-Dichtkonus. Diese verfügt entweder über eine rein metallische Abdichtung oder einer zusätzlichen Elastomerabdichtung mittels eines O-Ringes und einem metrischen Gewinde. Dieses wird über den Außendurchmesser und die Gewindesteigung (Abstand von Flankenspitze zu Flankenspitze eines Gewindeganges) definiert, zum Beispiel M18 x 1,5. Allerdings kommt erschwerend hinzu, dass dieses System eine leichte und schwere Baureiche (L und S) umfasst, welche sich durch unterschiedliche Druckstufen und Abmessungen unterscheiden.

Verschraubung mit 24-Grad-Dichtkonus, Bild: IHA
Bei dieser Verschraubung mit 24-Grad-Dichtkonus wurde eine zusätzliche Elastomerabdichtung über einem O-Ring verwendet. Bild: IHA

Ein Fehler, der in der Praxis immer wieder vorkommt, ist, dass die leichte und schwere Baureihe durch den Anwender nur anhand des Gewindes oder nur über die Schlüsselweite der Überwurfmutter unterschieden wird. Das ist nicht richtig und demzufolge kommt es zu Undichtigkeiten, da die beiden Dichtflächen nicht einander anliegen. Denn bei einzelnen Größen, wie zum Beispiel der Größe 12 L und 10 S, ist das Gewinde mit M18 x 1,5 und einer Schlüsselweite von 22 Millimeter gleich. In diesem Fall ist der Rohr-Außendurchmesser mit zum einen 12 Millimeter und zu anderen 10 Millimeter ausschlaggebend. Auch bei weiteren Größen ist dies der Fall (siehe Tabelle).

Oftmals ist auch die Rede davon, dass die Überwurfmutter mit der jeweiligen Größe gekennzeichnet ist. Darauf kann man sich nicht verlassen, denn nicht jeder Hersteller kennzeichnet, da keine Kennzeichnungspflicht besteht. Um diese beiden Baureihen eindeutig voneinander trennen zu können, ist der Rohr-Außendurchmesser das einzige Unterscheidungsmerkmal.

Leichte und schwere Gewinde im Vergleich

Baureihe
Rohr-Außendurchmesser
in Millimeter
Schlüsselweite
in Millimeter
Gewinde
L 6 14 M12 . 1,5
L 8 17 M14 x 1,5
L 10 19 M16 x 1,5
L 12 22 M18 x 1,5
L 15 27 M22 x 1,5
L 18 32 M26 x 1,5
L 22 36 M30 x 2
L 28 41 M36 x 2
L 35 50 M45 x 2
L 42 60 M52 x 2
S 6 17 M14 x 1,5
S 8 19 M16 x 1,5
S 10 22 M18 x 1,5
S 12 24 M20 x 1,5
S 16 30 M24 x 1,5
S 20 36 M30 x 1,5
S 25 46 M36 x 2
S 30 50 M42 x 2
S 38 60 M52 x 2

 

Um eine langzeitdichte Verbindung zu erreichen, ist neben der Auswahl der richtigen Verbindungstechnik auch die bestimmungsgemäße Montage der einzelnen Komponenten unabdingbar. Diese Punkte sollten bereits während der Konstruktionsphase mit beachtet werden. Ansonsten können innerhalb kurzer Zeit Leckagen auftreten, verbunden mit unplanmäßigen und kostspieligen Maschinenausfällen bis hin zu Umweltschäden und sogar schwerwiegenden Verletzungen. do

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