Ein klassisches Beispiel ist der Bereich Oberflächenbeschichtung. Wir prüfen, welche alternativen Systeme oder Entwicklungstendenzen es am Markt gibt. Wir haben bisher eine In-house-Galvanik, mit der wir selber verzinken. Diesen Bereich habe ich mehrere Jahre geleitet. Wir sind aktuell dabei, ein Oberflächenlabor für Parker in Bielefeld aufzubauen, um damit über eine eigene Laborgalvanik zu verfügen.

Mit diesem neuen Labor wollen wir in der Lage sein, durch ein Mehr an Detailwissen den intensiveren Dialog mit Wissenschaftlern dieses Bereiches führen und die Richtung zukünftiger Entwicklungen mitbestimmen zu können. Wir wissen nicht genau, wohin der Weg gehen wird. Jedoch steht fest, dass wir für unsere Verschraubungssysteme so früh wie möglich an den technologischen Entwicklungen beteiligt sein müssen.

Klingt relativ anspruchsvoll. Wie groß ist das Team, mit dem Sie all diese Aufgaben erfüllen sollen?

Unser Team besteht aus drei Mitarbeitern, das bei Bedarf erweitert werden kann.

Können Sie ein Beispiel für ein Entwicklungsprojekt nennen, aus dem schon ein Produkt geworden ist?

In diesem Bereich können wir die Vorentwicklungsverfahren nennen, die vor allem von der Automobilindustrie angewendet werden. Hier werden große Volumen produziert und diese Vorentwicklungsverfahren rechnen sich dort. Bestes Beispiel: Beim Schmieden verzeichnen wir heute einen Materialverlust von 50 Prozent. Meine Aufgabe ist es jetzt, Entwicklungen abzusehen und mich mit folgenden Fragen auseinanderzusetzen: Wer beschäftigt sich in diesem Bereich mit der Verbesserung der Materialeffizienz? Sind diese Verfahren auf kleinere Volumen, die wir in der Regel verarbeiten, anwendbar?

Als weiteren Bereich nenne ich die Materialentwicklung: Der Stahl verändert sich als althergebrachter Werkstoff nach wie vor. Weitere Projekte sind im Bereich Fertigungstechnik oder Produktentwicklung zu finden. Darüber hinaus beobachten wir die Entwicklungen im Bereich der Kunststoffe. Schlussendlich ergibt sich hier für mich eine breite Themenvielfalt.

Wie lange machen Sie das schon?

Oliver Neiske
Oliver Neiske, Parker Hannifin. (Bild: fluid)

Ich bin schon sehr lange für Parker tätig und habe in diesem gesamten Zeitraum etwas über zwei Jahre für die Fluid Connectors Group gearbeitet. Eine meiner Hauptaufgaben war die Reduzierung des Materialeinsatzes bei der Fertigung von Verschraubungskomponenten und ich habe weltweit nach entsprechenden Technologien Ausschau gehalten. Die Parker Tube Fittings Division Europe ist nach wie vor ein Zerspanungsunternehmen, Hydraulikverschraubungen sowie Schlaucharmaturen werden mit verhältnismäßig viel Materialeinsatz hergestellt.

Was sind die aktuellen Herausforderungen oder Themen, nach denen Sie sich umsehen?

Einerseits ist es die Oberfläche. Ich glaube, dass wir weitere Leistungssteigerungen in diesem Bereich erwarten dürfen und auch haben müssen. Ein anderes Thema ist der Aufbau flexiblerer Fertigungsmöglichkeiten. Denn als Hersteller können wir nur dann die besten Produkte liefern, wenn wir diese für den Anwender passend zuschneiden, gleichzeitig aber eine effektive Kostenbasis erhalten. Es ist schon eine Herausforderung, bei unterschiedlichen Ansprüchen eine alle Kunden gleichermaßen befriedigende Lösung zu finden.

Flexibilität, maßgeschneiderte Produkte, das klingt nach Industrie 4.0. Wie stellen Sie sich das konkret vor?

Die Industrie 4.0 ist ein Thema, mit dem wir uns bei Parker schon sehr lange und intensiv beschäftigen, auch wenn es bei mir persönlich derzeit nicht den Schwerpunkt bildet. Hier sehe ich Parker sehr gut aufgestellt. Insbesondere in den USA haben wir Allianzen gebildet. Flexibilität bedeutet aus meiner Sicht jedoch eher, attraktive Fertigungsverfahren auf unsere Größenordnung zu skalieren.

Ein Hersteller wie wir kann nur dann die besten Produkte liefern, wenn wir sie auch auf den Anwender zuschneiden, gleichzeitig aber eine effektive Kostenbasis erhalten.

Oliver Neiske, Parker Hannifin

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