Vor den Toren der Millionenstadt Tokio befindet sich die weltweit größte Recyclingpresse

Die filigranen Japaner können auch anders. In der Tech-Metropole Tokio befindet sich eine der weltgrößten Schrottpresse im Dauereinsatz. Keine leichte Kost für Feinmotoriker. - Bild: pixabay.com / Hans

30 Millionen Menschen leben im Großraum Tokio – Japans wirtschaftliches Epizentrum. Um diese Mega-Metropole nicht binnen kürzester Zeit vermüllen zu lassen, haben die Japaner ein perfekt organisiertes Recycling-System für den täglich anfallenden Müll geschaffen. Der Gedanke der Wiederverwertung greift aber noch weiter und bezieht auch viele weitere Gebrauchsgegenstände der Bewohner Tokios ein. Ein solcher Gegenstand ist der öffentliche Nahverkehr, ohne dessen perfekte Vernetzung das Personenbeförderungskonzept von Japans Hauptstadt schnell kollabieren würde. Tokio besitzt bis heute das weltgrößte U-Bahn-Netz. Über 1000 Züge befördern jährlich 3,1 Milliarden Fahrgäste. Der Verschleiß der Waggons im gesamten Bahnverkehr ist dementsprechend hoch. Wo hin also mit den ausgedienten Stahlwaggons? Ab in die gigantische Recycling-Schrottpresse auf dem einzigen Zugfriedhof Japans, irgendwo vor den Toren der Millionenstadt.

Demontieren und deformieren

Von den Transportwägen bleibt am Ende nur ein Potpourri aus Metall, Plastik und Elektroschrott übrig. Metall das in Form von Kupfer und Aluminium wieder in den Konstruktionshallen der japanischen Elektro- und Autoindustrie landet.

Bevor die riesige Hydraulikpresse jedoch ihres Amtes waltet, müssen die Waggons zunächst demontiert werden. Erst dann fahren die nackten Waggons zu ihrer letzten Haltestelle. Sie ist die einzige weltweit, die einen ganzen U-Bahn-Zug am Stück radikal verschlankt. Wenn der technische Leiter seinen letzten Prüfblick auf die Hydraulikzylinder geworfen hat, legt die Presse mit einem Druck von 2000 Tonnen los, einem Gewicht von zum Beispiel 28 Panzern.

Nach der brachialen Tortur für Stahl und Eisen, bleibt dem Wertstoffhof noch die feine Trennung der wertvollen Rohstoffe. Am Sortierband ist filigrane Handarbeit gefragt – was den Japanern dann wieder vertrauter vorkommen dürfte.

„Sayounara Schrott“: Das TV-Format Galileo hat dem Godzilla unter den Hydraulikpressen einen Besuch abgestattet:

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