Smartlink Energy, Bild: Atlas Copco

Mit dem Service Smartlink Energy von Atlas Copco können Anwender die Effizienz ihrer Druckluftversorgung steigern. Die internetbasierte Software überwacht die Anlage und bietet damit einen guten Überblick über den individuellen Wartungsbedarf und den Energieverbrauch. Bild: Atlas Copco

Das Kyoto-Protokoll sieht eine Reduktion der CO2-Emissionen um 40 Prozent bis zum Jahr 2020 (im Vergleich zu 1990) vor. Um diese Forderung umzusetzen, sind alle Nicht-KMU seit dem 5. Dezember 2015 dazu verpflichtet, ein Energieaudit durchzuführen oder ein Energiemanagementsystem zu etablieren. Mit letzterem verpflichtet sich das Unternehmen, im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses Energieeinsparungen voranzutreiben. Jährlich sollen neue Einsparmöglichkeiten aufgedeckt und umgesetzt werden.

„Die Themen Energiemanagement nach ISO 50001 und Energieaudits gemäß EN 16247 stehen bei vielen unserer Kunden auf der Tagesordnung“, erklärt Karsten Decker, Teamleiter Energieberatung bei Atlas Copco. „Dabei spielt die Druckluft eine wichtige Rolle; denn mit einer zeitgemäßen, effizienten Druckluftversorgung können wir erheblich dazu beitragen, die gesteckten Energiesparziele zu erreichen. Und weil das ohne gewisse Anreize nicht zu schaffen ist, hat die Regierung das Energiemanagementsystem und das Audit zur Bedingung dafür gemacht, dass Unternehmen Steuerreduzierungen und andere Vergünstigungen in Anspruch nehmen können.“

Energiemanagement spart EEG-Umlage ein

Kompressoren und Trockner, Bild: Atlas Copco
Unternehmen sind dazu verpflichtet, im Rahmen eines Energie-Audits oder Energiemanagements ihre Effizienz regelmäßig zu steigern – helfen können effiziente Kompressoren und Trockner. Bild: Atlas Copco

So ist beispielsweise die teilweise Rückerstattung der EEG-Umlage an die Einführung eines Energiemanagementsystems oder eines Energie-Audits gekoppelt. „Die EEG-Umlage beträgt für das Jahr 2017 knapp 6,88 Cent pro Kilowattstunde und kann ab der ersten Gigawattstunde um 85 Prozent reduziert werden“, erläutert Decker. „Damit können auch mittlere Unternehmen schon rund 60.000 Euro pro Jahr einsparen.“ Aber auch Unternehmen, die jährlich weniger als eine Gigawattstunde an Strom benötigen, könnten von einem Energieaudit oder Energiemanagementsystem profitieren. Der Energieverbrauch und die Kosten würden reduziert, die Außendarstellung mit Audit-Zertifikaten bei Geschäftspartnern verbessert und dadurch die eigene Wettbewerbsfähigkeit gesteigert.

„Die Systeme eignen sich auch für kleine und mittlere Unternehmen“, sagt Decker. Dabei empfehle sich das Energie-Audit für kleine oder Kleinstunternehmen. „Beim Audit wird nur der Ist-Zustand erfasst, also die verbrauchte Energie für die unterschiedlichen Unternehmensbereiche“, erläutert er. „In einer Lackiererei mit 100 Mitarbeitern, die vom Umsatz her noch als KMU gilt, würde sich bereits ein Energiemanagementsystem bezahlt machen.“ Erst, wenn man Energieverbräuche erkannt und aufgeschlüsselt habe, wo die Energie hingehe, könne man über Einsparmöglichkeiten nachdenken. Diese könnten die Modernisierung der Beleuchtung sein, der Austausch von Pumpen und Motoren oder die Optimierung der Druckluftversorgung.

Bis zu 30 Prozent Einsparungen sind nach Deckers Erfahrungen realistisch, wenn das Energiemanagementsystem im Unternehmen „gelebt“ wird. Im Durchschnitt seien ohne größere Investitionen kurzfristig etwa zehn Prozent möglich: „Diese Reduzierung erreiche ich durch ein verändertes Verhalten meiner Mitarbeiter, durch veränderte Einstellungen an den Anlagen und gegebenenfalls durch eine moderate Modifizierung von Prozessen. All diese Dinge kann man relativ schnell umsetzen. Sie wirken sich direkt positiv auf den Energieverbrauch aus.“

Druckluftsysteme verbessern

Wenn die Modernisierung des Druckluftsystems ansteht, gibt es viele Ansatzpunkte, um die Effizienz zu verbessern. Nicht nur Erzeugung und Aufbereitung müssen betrachtet werden, sondern auch die Druckluftverteilung und die Abnehmer. Hier gilt es zu prüfen, ob die Maschinen tatsächlich den anliegenden Überdruck benötigen oder mit einem geringeren Wert arbeiten könnten. Auch die Optimierung des Druckluftnetzes bezüglich Materialauswahl und Dimensionierung lohnt sich: Sie vermeidet Druckverluste und senkt den Energieverbrauch.

„Bei der Auslegung der Druckluftverteilung ist es wichtig, unnötige Bögen und Verjüngungen zu vermeiden und dass der Durchmesser stimmt“, erklärt Decker. „Es ist nicht sinnvoll, die Druckluft mit hocheffizienten Maschinen zu erzeugen, sie dann aber in ein altes, falsch dimensioniertes Rohrleitungsnetz abzugeben, das vielleicht auch noch Ablagerungen aufweist und mit einer Sternverteilung statt einer Ringleitung arbeitet.“ Denn das erzeuge einen hohen Druckverlust und sei eben nicht effizient.

Bild: Atlas Copco

"Die Themen Energiemanagement nach ISO 50001 und Energieaudit gemäß EN 16247 stehen bei vielen unserer Kunden auf der Tagesordnung. Die Druckluft spielt dabei eine wichtige Rolle."

Karsten Decker, Atlas Copco

Viele Verluste kommen auch durch Leckagen im Druckluftnetz zustande. Mit speziellen Ortungsgeräten können diese aufgespürt und anschließend verschlossen werden. Eine weitere Möglichkeit zur Effizienzsteigerung ist die Druckabsenkung sowie die Realisierung eines engeren Druckbandes, sprich eine Reduzierung der Druckschwankungen. Dies kann durch Einsatz einer übergeordneten Steuerung erreicht werden. „Darüber hinaus kann ich Phasen mit einer geringeren Auslastung identifizieren, in denen ich dann über eine Zeitschaltuhr den Druck absenke“, ergänzt Decker. Last but not least seien der Einsatz moderner Erzeugungs- und Aufbereitungstechnik sowie eine Wärmerückgewinnung zu empfehlen, um Energie zu sparen.