Auf dem Bild ist ein Instandhalter zu sehen, der einen hydraulischen Zylinder in einer Umformmaschine überprüft.

Roemheld hat für den weltweiten Bedarf in der Umformtechnik einen neuen hydraulischen Blockzylinder S entwickelt. - Bild: adobe.stock.com/herraez

| von Stephan Auch, Freier Journalist und Felix Lauther, Redaktion fluid

Roemhelds hydraulischer Blockzylinder vereinfacht weltweit das Handling von Lasten bis zwei Tonnen und ist vor allem für das Instandhalten von Werkzeugen und Formen gedacht. Außerdem gibt die Roemheld-Unternehmensgruppe einen Überblick über das Sortiment an Hydraulikzylindern sowie an Hilma Maschinenschraubstöcken und Stark Nullpunktspannsystemen.

Was sind Blockzylinder?

Im Werkzeug- und Formenbau, Vorrichtungsbau und in Werkzeugmaschinen sind Blockzylinder als Varianten der Hydraulikzylinder ein fester Bestandteil der Maschinen. Es gib Blockzylinder mit langem Hub, Blockzylinder mit variablem Systemanschluss, mit einstellbarer oder fester Positionsabfrage, Stanzblockzylinder, Mehrstellungsblockzylinder oder auch Verriegelungsblockzylinder. Hersteller wie HEB, Roemheld, AHP oder Germa bieten kundenspezifische Optionen für diese Hydraulikzylinder an. So lassen sich die Dichtungsart, die Entlüftung über Entlüftungsschrauben, standardisierte und veränderte Nutmaße zur Arretierung bei höheren Drücken sowie Blockzylinder mit Zentrierbund individuell anpassen. 

Was zeichnet den Blockzylinder S aus?

Freistellerbild des Blockzylinders S von Roemheld
Dank zahlreicher Varianten kann der Blockzylinder S für unterschiedliche Anwendungen eingesetzt werden, beispielsweise zum Stanzen, Umformen und zum Betätigen von Kernzügen und Schiebern im Formenbau. - Bild: Roemheld

Der Blockzylinder S ist eine robuste Weiterentwicklung des Roemheld-Standardelementes. Der doppelt hydraulisch wirkende, kompakte Hydraulikzylinder ist für alle linearen Bewegungen mit hohem Kraftbedarf geeignet. Einsetzbar ist er für maximale Betriebsdrücke bis 500 bar und Betriebstemperaturen bis 200 Grad Celsius – auf Anfrage bis 250 Grad Celsius.

Dank zahlreicher Varianten kann der Zylinder für viele verschiedene Anwendungen verwendet werden, beispielsweise zum Stanzen, Umformen und zum Betätigen von Kernzügen und Schiebern im Formenbau. Zur Verfügung stehen fünf Baugrößen mit Kolbendurchmessern von 32 bis 80 mm, vier Hublängen von 25 bis 100 mm und fünf verschiedenen Dichtungssystemen. Beim Zylinder können diverse Hydraulikflüssigkeiten verwendet werden. So lässt sich das Bauteil an die jeweiligen Einsatzbedingungen anpassen. Roemheld hat die inneren Kolbenanschläge verstärkt. Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Optionen zur Befestigung des Blockzylinders und für den Anschluss der Hydraulik. Der neu konzipierte Schmutzabstreifer ist soweit versenkt eingebaut, dass die Dichtlippe weitestgehend vor grobem Schmitz oder heißen Spänen geschützt ist.

Was verhindert ein Kolben- und Stangeführungssystem im Zylinder?

Diese Grafik zeigt Betriebsbedingungen und Belastungsgrenzen des Blockzylinders S von Roemheld
Für die Auswahl der richtigen Ausführung des Blockzylinders S stellt Roemheld dem Anwender übersichtliche Diagramme zur Verfügung, die ihm für alle Betriebsbedingungen die Belastungsgrenzen zeigen. - Grafik: Roemheld

Alle Modelle sind mit einem Kolben-und Stangenführungssystem ausgestattet, das den mechanischen Verschleiß verhindert und hohe Querkräfte aufnehmen kann. Beim Stanzen ist der Betriebsdruck des Blockzylinders wegen der hohen Belastung durch den Schnittschlag auf 250 bar zu begrenzen.

Für die weltweite Auswahl der richtigen Ausführung vom Hydraulikzylinder stehen dem Anwender übersichtliche Diagramme zur Verfügung, die ihm für alle Betriebsbedingungen die Belastungsgrenzen zeigen. Mit ihrer Hilfe lassen sich beispielsweise die zulässigen Querkräfte in Abhängigkeit vom Kolbenhub oder die erlaubten Kolbengeschwindigkeiten in Bezug auf die angehängte Masse erkennen.

Was kann der neue Dreh-Kipp-Manipulator Centrick?

Freisteller des Dreh-Kipp-Manipulators Centrick von Roemheld
Werkzeuge und Formen bis 2.000 kg können mit dem Dreh-Kipp-Manipulator Centrick sicher bewegt werden. - Bild: Roemheld

Mit dem kompakten Dreh-Kipp-Manipulator Centrick sind vor allem Unternehmen angesprochen, die Werkzeuge und Formen instandhalten. Mit seiner Hilfe können Lasten bis 2.000 Kilogramm endlos und stufenlos gedreht und um bis zu 90 Grad gekippt werden.

Das Bauteil wird dabei um eine virtuelle, vorgelagerte Achse geschwenkt. Das hat zur Folge, dass sich das Bauteil nur dreht, translatorisch aber seine Lage im Raum behält. Seine Höhe und die Schwerpunktlage ändern sich beim Kippen nur unwesentlich. So können Werkzeuge optimal in der Nähe des Bauteils angeordnet werden, es wird weniger Grundfläche benötigt und durch die konstante Schwerpunktlage kann der Centrick optional auch mobil ausgeführt werden. Die Maschine benötigt keinen Kompensationshub – die Arbeit soll so ergonomischer und schneller gehen.

Erhältlich sind zwei Ausführungen, bis 500 oder bis 2.000 Kilogramm Last. Beide Modelle sind optional mit Höhenverstellung verfügbar. Die Bedienung erfolgt durch eine Kabelfernbedienung im Tippbetrieb oder mit einer speicherprogrammierbaren Steuerung für eine wiederholgenaue, ablaufgesteuerte Serienfertigung. Für den Antrieb sorgen geräuscharme Elektromotoren, die mit 230 Volt betrieben werden.

Was gibt es zu einfach und doppelt wirkenden Zylindern noch?

Neben kompakten, einfach und doppelt wirkenden Standardelementen, mit denen sich Schieber, Kernstifte, -züge und -zugplatten bedienen lassen, sind auch kundenspezifische Entwicklungen zu sehen. Für den Hochtemperatureinsatz in Gießereien und Schmieden sowie bei besonders schmutzigen Arbeitsprozessen sind beispielsweise Blockzylinder mit integrierten Kühlkanälen und einer speziellen Dichtungstechnik geeignet. Sie sind bei bis zu 240 Grad einsetzbar.

Die Nullpunktspannsysteme erleichtern das präzise Bearbeiten von Werkzeugen und Formen an unterschiedlichen Maschinen. Hierbei dient der Nullpunkt als Referenzstelle, so dass das Bauteil jederzeit exakt reproduzierbar positioniert wird. Gleichzeitig lassen sich mit der Schnellspanntechnik dank einheitlichem Nullpunkt Rüstkosten merklich verringern.

Für das präzise Spannen und Positionieren auch unterschiedlich großer Werkstücke zeigte Roemheld exemplarisch einige der Hilma Maschinenschraubstöcke. Diese lassen sich sowohl horizontal als auch vertikal einsetzen und sind durch viele Parameter an Verfahrwege, Arbeitsräume, Aufspannflächen und Bearbeitungsaufgaben anpassbar. Ebenfalls erhältlich ist eine breite Palette an schnell wechselbaren Backen, Varianten mit Spannkraftanzeige zur stufenlosen und exakten Spannkrafteinleitung und Kontrolle sowie Ausführungen zum verzugsfreien Spannen von filigranen Werkstücken. Dadurch wird die Prozesssicherheit positiv beeinflusst und die Bedienung der Spannsysteme vereinfacht.

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