Beim industriellen Schmieden kommt nicht nur auf die Pressen an, sondern auch auf die Dynamik und Präzision der Werkstückmanipulation. Für das Freiform- und Gesenkschmieden und in Ringwalzwerken gibt es dafür sogenannte Schmiedemanipulatoren. Diese Fahrzeuge bewegen die Werkzeuge in die Presse oder in den Hammer. Teilweise transportieren sie die Werkstücke auch. Ein Hersteller dieser Giganten, die bis zu 1000 Tonnen wiegen können, ist Dango & Dienenthal. Das Unternehmen gehört seit seiner Gründung 1856 zwei Familien je zur Hälfte. Aktuell stellen beide Familien in der fünften Generation je einen Geschäftsführer.

Die Schmiedemanipulatoren baut das Unternehmen am Standort Siegen, wo 180 Mitarbeiter beschäftigt sind. Dazu zählen Schmiedemanipulatoren für Freiformschmiedeanwendungen und Transportmanipulatoren für Gesenkschmiedepressen, die jeweils als mobile oder schienengebundene Maschinen gefertigt werden. Während in Asien vor allem schienengebundene Manipulatoren gefragt sind, setzen Europäer eher mobile Handhabungsgeräte ein.

Während Schmiedemanipulatoren die präzise Positionierung der Werkstücke unter Presse oder Hammer übernehmen, dienen Transportmanipulatoren zum Werkstücktransport zwischen Ofen und Umformaggregat.

Patentierte Hebesysteme wie die Drei-Punkt-Aufhängung des Zangenträgers sorgen bei schienengebundenen Schmiedemanipulatoren dafür, dass das Werkstück stets genau positioniert wird. Dabei verfügt das System über ein besonderes Sicherheitsfeature: Droht Überlastung, beispielsweise beim Einsatz einer Schmiedekette durch eine ungünstige Lastverteilung, weicht der Zangenträger kontrolliert aus, um die Maschine zu schützen. Die Dreh- und Fahrantriebe erreichen eine Beschleunigung von bis zu vier Metern pro Quadratsekunde.

Das Unternehmen stattet die Maschinen mit einer selbst entwickelten Datenschnittstelle aus, über ein Betreiber die Betriebsdaten erfassen kann. Dies hilft bei der Planung der Wartungen. In Zukunft sollen darüber außerdem Produktdaten erfasst werden. In Kombination mit einem Schmiedesimulator, den das Unternehmen derzeit zusammen mit Partnern entwickelt, soll der Schmiedeprozess transparenter und reproduzierbarer werden.

Ein Zulieferer des Maschinenbauers ist der Brennteilspezialist Jebens. Ausschlaggebend für den ersten Auftrag 2008 war das große Blechlager des Unternehmens. Angesichts der stark eingeschränkten Verfügbarkeit solcher Bleche ist dieses Lager heute wieder von besonderer Bedeutung. Es gehört zu einem der größten Lager Europas für Bleche über 200 Millimeter Dicke und hält auch S690-Güten bereit.

Der Zulieferer fertigte für die Schmiedemanipulatoren mehr als zwei Meter lange Zangenschenkel und ein Drehantriebsgehäuse Stückgewichten von bis zu 35 Tonnen. Unter anderem lieferte das Unternehmen den Hauptrahmen für einen mobilen Transportmanipulator vom Typ MTM 600. Heute verwendet Hitachi die Maschine an einer Freiformschmiedepresse in Japan. Sie hat 16 Tonnen Tragkraft und ein Lastmoment von mehr als 70 Metertonnen. „Angesichts des extrem engen Zeitplans und der hohen Kundenanforderungen mussten die Teile von Jebens exakt nach Zeichnung geliefert werden, sodass wir ohne Nacharbeit mit der mechanischen Bearbeitung beginnen konnten“, erläutert Arno Dienenthal. Nach zehn Wochen inklusive Vorbereitung lieferte Jebens den Rahmen. Der Auftraggeber war von der Leistung des Zulieferers so beeindruckt, dass er bereits während der mechanischen Bearbeitung des Rahmens schon zwei Folgeaufträge für weitere Rahmen beauftragte.

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