IAC, Bild: SMC

Redakteure verschiedener Fachmagazine besichtigen die Stationen im IAC. Bild: SMC

Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums empfing SMC Deutschland am 11. September mehr als 20 Redakteure zum Pressetag. Die Themen Industrie 4.0, Miniaturisierung und Effizienzsteigerung standen dabei im Vordergrund. Das Unternehmen zeigte zahlreiche Versuchs- und Messaufbauten sowie Prototypen.

Ralf Laber, Bild: SMC
Ralf Laber fasst die Unternehmensgeschichte zusammen. Bild: SMC

In seiner Eröffnungsrede begrüßte General Manager Ralf Laber alle Anwesenden und streifte in seinem kurzen Überblick die Höhepunkte der 40-jährigen Firmengeschichte. Von ehemals fünf auf heute 745 Mitarbeiter angewachsen, hat sich das Unternehmen zum Hersteller kundenspezifischer Automationslösungen entwickelt. Bereits vor zehn Jahren wurde das German Technical Center (GTC) eröffnet, in dem neue Produkte entwickelt und kundenspezifische Lösungen designet werden. Vor vier Jahren kam das Industrial Application Center (IAC) in Egelsbach dazu, in dem die Veranstaltung stattfand.

Das Programm umfasste fünf Vorträge. Den Anfang machte Innovation Engineer Thorsten Hergenröther. Am Beispiel von Ventilen verdeutlichte er, in welche Richtung die Entwicklung bei dem Anbieter schon seit langem geht: kleiner, leichter, effizienter. So bieten die aktuellen New-SY-Ventile eine dreifach höhere Durchflussleistung als ihre Vorgängergenerationen – bei einem Viertel weniger Gewicht und fast 20 Prozent geringerer Einbaubreite.

Insgesamt 13 Stationen waren in dem Präsentationsraum aufgebaut. Sie zeigten, was heute in der modernen Automation möglich ist, und was schon in Kürze möglich sein wird. Besonders stark frequentiert waren die Ionisierer-Station, eine Future-Station mit aktuellen Produkten und Prototypen sowie eine große, komplett funktionsfähige Roboterzelle. Sie zeigte das Zusammenspiel moderner Ventiltechnik mit servopneumatischen Antrieben, die über Industrial Ethernet und Feldbustechnik in die SPS eingebunden sind, am Beispiel eines Schweiß-Roboters der 180-Kilogramm-Klasse.

Ausblick auf neue Lösungen

GTC-Zentrallabor, Bild: SMC
Führung durch das GTC-Zentrallabor: An dieser Station ging es um einen Ionizer-Test mittels Charge-Plate. Bild: SMC

Einen Blick in die nahe Zukunft konnten die Gäste bei der Vorstellung der allerneuesten Produktentwicklungen werfen: Das fing an mit den Energy-Efficiency-ISO-Zylindern an und ging mit den drahtlosen Feldbussysteme EX600-W weiter. Dann stellte Product Manager Olaf Hagelstein den Positionssensor D-MP mit IO-Link-Technologie und verschiedene Schwenkantriebe sowie den Magnetgreifer der Serie MHM vor. Letzterer ist aktuell noch nicht auf dem deutschen Markt erhältlich. Die Magnetgreifer will der Hersteller der Fachwelt demnächst als Möglichkeit für das besonders schonende und energiesparende Handling magnetisierbarer Werkstücke ausführlich präsentieren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt rund um die Industrie-4.0-Thematik ist die immer engere Interaktion zwischen Arbeiter und Maschine. Wo Mensch und Roboter Hand in Hand tätig sind, fällt die Maschinensicherheit stärker ins Gewicht. Mit einer Reihe von Produkte begegnet das Unternehmen den Risiken, die dabei entstehen, mit Funktionen wie „Sicheres Entlüften“, „sicherer Stopp“, „Zweihandbetätigung“ und „Schutz vor unerwartetem Anlaufen“.

Am Nachmittag standen die Rundgänge durch das Zentrallabor und die Produktion auf dem Programm. Dabei wurden die Investitionen der japanischen Muttergesellschaft SMC Corporation der letzten beiden Jahre sichtbar: Fast 30 neue Fertigungsmaschinen wurden angeschafft. Aktuell umfasst der Maschinenpark rund 40 Maschinen.

In dem Engelsbacher Zentrallabor, das in diesem Jahr erst eröffnet wurde, zog die große Klimakammer samt Klimaschrank besondere Aufmerksamkeit auf sich. Eigentlich dienen die Geräte dazu, mit Umweltsimulationen die Funktionalität oder Grenzen der Belastbarkeit von Produkten zu ermitteln. Ob also Zylinder noch bei -45 Grad Celsius, oder elektronische Komponenten bei 98 Prozent relativer Luftfeuchte reibungslos funktionieren. Angesichts der warmen Temperaturen und vom heißen Sommer geplagt, nutzten viele Gäste die winterlichen Temperaturen in der Klimakammer für eine kleine Abkühlung. do

Überarbeitet

Eine Reihe von Maßnahmen sorgt bei den neuen Drosselrückschlagventilen für eine bessere Handhabung. Bild: SMC

Drosselrückschlagventile auf Diät

Eine der Serien, an der sich die Entwicklungsziele des Herstellers ablesen lassen, sind die Drosselrückschlagventile AS-2F-A: Sie sind deutlich leichter als die Vorgängermodelle: Um bis zu 27 Prozent weniger Gewicht bringen die neuen Ventile in gerader Ausführung mit Steckverbindung auf die Waage. Gleichzeitig hat der Hersteller viele Details überarbeitet, die für eine verbesserte Handhabung sorgen: Ein vergrößerter Einstellknopf erleichtert das manuelle Festlegen des Durchflusses. Die Druckverriegelung gelingt jetzt ohne Werkzeug. Und wer die Modellvarianten mit Flächendichtring wählt, für den ist das Lösen der Gewindebeschichtung bei der Montage ebenfalls kein Thema mehr.

Der elastische Flächendichtring lässt sich sechs bis zehn Mal wiederverwenden. Weitere Vorteile der Ausführung mit Flächendichtring sind: Im montierten Zustand besitzen alle Ventile eine identische Einbauhöhe und es wird nur noch zum finalen Festziehen ein Werkzeug gebraucht. Sind bei den Modellen mit Gewindebeschichtung meist noch zwei bis drei Umdrehungen bis zum Dichtsitz erforderlich, genügt mit dem Einsatz eines Flächendichtrings maximal eine sechstel Umdrehung.

Gleichzeitig hat das Unternehmen die Schlauchaufnahme geändert: Bei den neuen Modellen ist der Kraftaufwand zur Montage und Demontage eines Schlauchs um 20 bis 30 Prozent reduziert. Weil auch der Freiraum unter dem Schlauch vergrößert wurde, ist das Handling beim Einführen und Abziehen deutlich einfacher. Der ovale Druckring sorgt bei den kleineren Schlauchdurchmessern von vier und sechs Millimeter für eine Arbeitserleichterung beim Lösen des Schlauchs.

Insgesamt vier Montageoptionen – als Einzelmodul oder modular verblockt – umfasst die Serie. Die Drosselrückschlagventile spielen ihre Stärken vor allem dann aus, wenn es um das präzise, schnelle und komfortable Einstellen von Antrieben geht. Sie zeichnen sich durch eine reproduzierbare Einstellung des Durchflusses aus und eignen sich zur präzisen Geschwindigkeitssteuerung von Zylindern. Der Durchfluss lässt sich dank Push-Lock-Verriegelungsmechanismus werkzeugfrei einstellen.

Um die Durchflussmengen reproduzierbar einstellen zu können, haben Ingenieure einen Festanschlag entwickelt. Alle Drosselrückschlagventile der Serie und deren Varianten sind damit ausgestattet. Dabei handelt es sich um zwei feste Anschlagflächen am Gehäuse, die den komplett geschlossenen Zustand markieren.

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