Pneumatikgreifer, Bild: Schunk

Schunk präsentiert als Technologiestudie smarte Pneumatikgreifer, die 2019 auch als Serienprodukte zur Verfügung stehen sollen. Bild: Schunk

Auf der Motek war in 2018 wieder einiges geboten. Fluidtechnisch interessant wurde es beispielsweise am Stand von Schunk. Der Greif- und Spanntechnikhersteller rückte diesmal die Services in den Fokus, in Form von Online-Konfiguratoren, Smart Parts und Digitalen Zwillingen. Damit reagiert das Unternehmen auf die Vernetzung in der Industrie. Bei der Hardware lag erfreulicherweise einer der Schwerpunkte auf der Fluidtechnik: Der Hersteller zeigte eine Technologiestudie zur smarten Pneumatik. Konkret ging es dabei um Pneumatikgreifer, die Flexibilität und Zustandskontrolle vereinen, ohne dass wie bisher externe Ventilboxen und Sensoren benötigt werden, denn all dies haben die Greifer integriert. Geregelt werden sie per IO-Link. Henrik Schunk, geschäftsführender Gesellschafter kündigt an: „Smarte pneumatische Greifer werden die Vielseitigkeit des mechatronischen Greifens auf die leistungsdichte Welt der Pneumatik übertragen.“ Ab Mitte 2019 will das Unternehmen die ersten Parallel- und Zentrischgreifer mit smarter Pneumatik als Katalogware anbieten.

Pay per Use

Mader Motek, Bild: Mader
Mader hat auf Basis der Digitalisierung ein neues Geschäftsmodell entwickelt, bei dem der Anwender Druckluft pro Kubikmeter bezahlt. Bild: Mader

Um Vernetzung in der Druckluft und Pneumatik ging es auch am Stand des Unternehmens Mader. Hier lag der Fokus auf einem neuen Geschäftsmodell, das auf der Digitalisierung des Druckluftprozesses basiert. Diese führt das Unternehmen gemeinsam mit seinem Spin-Off Looxr durch: Mittels Sensorik und Messtechnik werden reale Messwerte aus dem Druckluft- und Pneumatiksystem erfasst. Sie landen auf DSVGO-konformen Servern in Europa. Über ein Online-Portal rufen Anwender die Daten in Echtzeit ab. Eine automatisierte Analyse der erfassten Messdaten erlaubt es, Handlungsempfehlungen für die vorausschauende Wartung und die energetische Optimierung des Druckluftsystems ableiten. „Dabei geht es um ganz konkrete Optimierungsmaßnahmen basierend auf tatsächlich gemessenen Daten“, betont Werner Landhäußer, verantwortlich für Looxr.

Die Digitalisierung soll nicht nur Vorteile für das Druckluftsystem bringen. Peter Maier, geschäftsführender Gesellschafter bei Mader, sieht auch konkrete Vorzüge im Bereich Pneumatik: „Wenn erstmals der wirkliche Druckluftverbrauch jeder Maschine, jeder Anlage und jedes Arbeitsplatzes sichtbar ist, ergeben sich ganz neue Ansätze zur Reduktion des Druckluftverbrauchs.“ Durch Looxr kann das Unternehmen erstmals ein komplett herstellerunabhängiges „Pay-per-Use“-Konzept für Druckluft anbieten: „Druckluft wird zukünftig pro Kubikmeter bezahlt, der Kunde muss sich um nichts mehr kümmern, hohe Investitionen entfallen komplett“, ist Maier überzeugt.

Bild: Schunk

„Smarte pneumatische Greifer werden die Vielseitigkeit des mechatronischen Greifens auf die leistungsdichte Welt der Pneumatik übertragen.“

Henrik Schunk, Schunk

Neue Services und Ventile

Bei Aventics wurden die Messebesucher unter anderem über die „Online World“ des Unternehmens informiert. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus einem Pneumatik-Webshop und Engineering-Werkzeugen. Zu den neuen Produkten, die am Stand ausgestellt waren, gehört das Entlüftungsventil AS3-SV – Sindex-Besucher kennen es bereits. Es eignet sich insbesondere für Anwendungen mit kurzen Zykluszeiten. Das Ventil übernimmt zwei Sicherheitsfunktionen: die redundante Entlüftung und den Schutz vor unerwarteter Entlüftung. Es kann modular in Wartungseinheiten der AS-Serie integriert oder als Standalone-Produkt verwendet werden. Ebenfalls zu sehen war das neuen Druckregelventil EV 12. Die High-Flow-Variante ergänzt das Sortiment an elektropneumatischen Regelventilen des Herstellers. Mit einer Durchflussmenge von 6.500 Litern pro Minute ist es in der AS3-Geräteserie als Standalone-Produkt oder als verblockbare Batterie einsetzbar.

Neben der neusten Fluidtechnik und diverser Automatisierungstechnik zeigten Aussteller auf der Motek auch aktuelle Roboter. Zu diesem Thema finden Sie eine ganze Reihe von Videos auf unserem Youtube-Kanal Next Robotics.

Die Gewinner

Handling Award 2018

Der Handling-Award wurde im Rahmen der diesjährigen Motek wie folgt vergeben.

In der Kategorie Komponenten für Handhabung und Montage:

  • Platz 1: Weiss Robotics mit dem „MRK-fähigen Kraftpaket“, einem servoelektrischen Greifmodul für die Mensch-Roboter-Kollaboration. Besonders ist daran vor allem die Greifkraft von 200 Newton, die andere „kollaborative“ Greifer bislang nicht bringen.
  • Platz 2: Asyril mit einer präzisen Teilezuführung
  • Platz 3: Formhand mit einem flexiblen Greiferkissen

In der Kategorie Manipulatoren, Robotik und Systemlösungen:

  • Platz 1: Robert Bosch mit einer Kleinteile-Handlingslösung mit integrierter Machine-Vision. Ein Bildverarbeitungssystem ermöglicht bei diesem Produkt die vollautomatisierte Ausrichtung teilbeschichteter Ventilsitzkugeln zum gerichteten Laserschweißen.
  • Platz 2: Preccon Robotics mit einem „Arztkoffer für den Roboter“. Dahinter steckt ein Messsystem für Industrieroboter zur vollautomatischen Diagnose und selbstständigen Kalibrierung.
  • Platz 3: Boll Automation mit Robomill, einer Lösung zur robotergestützten Oberflächenbearbeitung.

In der Kategorie Lager, Kommissionierung und Intralogistik:

  • Platz 1: SSI Schäfer mit dem Taschenförderer SSI Carrier
  • Platz 2: Kasto mit einer Lösung für schnelle Stahldistribution
  • Platz 3: Lapp mit einer Handlingslösung für Kabel

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