Werkstücke aus Corian, Bild: Schmalz

Die Werkstücke aus Corian werden mithilfe von Aluminium-Blocksaugern prozesssicher gespannt. Bild: Schmalz

Seit mehr als 40 Jahren entstehen in Hochdorf hochwertige Badmöbel, die seit 2011 unter dem Markennamen Talsee vertrieben werden. Rund 80 Mitarbeiter fertigen nach Kundenwunsch Möbel an modernen CNC-Maschinen. Um eine hohe Qualität zu erzielen, sind die Produktionsprozesse nach Losgröße 1 organisiert und laufen in einem engen Zeitrahmen ab.

Sauger-Layout, Bild: Schmalz
Dank des passenden Sauger-Layouts kann das Werkstück rundum bearbeitet werden. Bild: Schmalz

Für die Badmöbel verwendet das Unternehmen unter anderem Corian. Der mineralisch-organische Verbundwerkstoff ist besonders langlebig und besitzt eine glatte, homogene Oberfläche. Er lässt sich fräsen, schneiden und fugenlos verbinden. Deswegen ist er im Sanitärbereich sehr gefragt. Allerdings stellt das extrem harte Material besondere Anforderungen an die Bearbeitung, denn es sind dafür hohe Schnittkräfte erforderlich.

Bei der Fertigung von kundenspezifischen Waschtischplatten und Kleinteilen aus Corian stieß der Hersteller auf ein Problem: Mit der bisher verwendeten Spanntechnik mussten die Werkstücke nach dem Gehrungsschnitt auf einer CNC-Maschine nachgeschliffen werden. Vibrationen hatten zu unerwünschten Rattermarken geführt, die nur unter hohem Zeitaufwand wieder entfernt werden konnten. Um solche Zusatzarbeiten zu vermeiden, suchten die Verantwortlichen nach einer geeigneten Alternative.

Testphase bringt wichtige Erkenntnisse

Patrick Huwiler, Pirmin Meier, Bild: Schmalz
Patrick Huwiler (links) und Pirmin Meier sind zufrieden mit der Vakuum-Spannlösung. Bild: Schmalz

Talsee setzte Spannmittel von Schmalz bereits in anderen Anwendungen ein, sodass der Kontakt schnell hergestellt war. Guido Bertschy, Systemberater im Außendienst bei Schmalz Schweiz, nahm sich der Aufgabe an. „Ich habe mir die Anwendung vor Ort angesehen und Aluminium-Blocksauger empfohlen“, sagt er. Für die Feinabstimmung bot der Spanntechnikanbieter eine zweiwöchige Testphase an. In dieser Zeit sammelten die Projektpartner Erkenntnisse und arbeiteten Details zu den anwendungsspezifischen Saugern. So wurden beispielsweise die Abmessungen auf die Werkstücke angepasst und ein besonderer Reibbelag ausgewählt, der die Oberfläche der Teile nicht beschädigt. „Dieser Testlauf war für uns sehr aufschlussreich und hat unsere Entscheidung positiv beeinflusst“, schildert Pirmin Meier, Leiter Maschinen bei Talsee.

Die von den Schmalz-Experten in Glatten entwickelten Blocksauger bestehen aus einem massiven Grundkörper aus Aluminium. Eine spezielle Dichtschnur sorgt für ein konstant hohes Vakuum. Der Reibbelag aus Schmirgelpapier oder Gummi verstärkt die Aufnahme von Querkräften. Dichtschnur und Reibbelag in Kombination ermöglichen prozesssicheres Spannen – auch von Werkstücken mit strukturierten Oberflächen.

Komponenten entstehen in einem Arbeitsgang

Badmöbel, Bild: Schmalz
Das Unternehmen Talsee im schweizerischen Hochdorf fertigt Badmöbel. Bild: Schmalz

Der Einsatz der Alu-Blocksauger bietet für die Schweizer Möbeldesigner eine Reihe von Vorteilen: „An erster Stelle steht für uns die Zeitersparnis. Wir stellen jetzt die Badkomponenten komplett auf der CNC-Maschine her. Es fallen keine weiteren Nacharbeiten an“, berichtet Pirmin Meier. „Wir konnten die Durchlaufzeiten verkürzen und dadurch unsere Fertigung optimieren.“ Patrick Huwiler, Maschinist und gelernter Schreiner, ergänzt: „Neben zuverlässigen Prozessen ist auch die Sicherheit der Mitarbeiter ein wichtiger Faktor. Nun werden nicht nur die Werkstücke mit der optimalen Saugkraft fixiert, für die Bediener besteht auch keine Gefahr durch sich eventuell losreißende Teile.“

Die Aluminium-Blocksauger punkten darüber hinaus in einem weiteren Bereich: Der Möbelhersteller fertigt auf den CNC-Maschinen auch sehr kleine Teile aus Corian, die aufwändig zu bearbeiten sind. „Hier können wir noch 30 Prozent an Zeit einsparen, weil wir mit höherem Vorschub und vergrößerter Zustelltiefe fahren. Das rechnet sich am Ende des Tages“, bilanziert Meier und fügt hinzu: „Schmalz hat das Projekt vom ersten Kontakt bis zur Lösungsfindung vorbildlich betreut.“ do

 

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