Motek Anlauf, Bild: Schall

Über die Webseite der Motek gelangen Nutzer mit einem Klick zur virtuellen Messe. Bild: Schall

| von Dagmar Merger

Der digitale Marktplatz für die industrielle Automatisierung ist online. Am 3. August 2020 und damit deutlich vor dem ursprünglich geplanten Messetermin startete Veranstalter Schall die Messeplattformen Motek-Virtuell und Bondexpo-Virtuell. Vorausgegangen war die Absage der Schwesternmessen als Präsenzveranstaltung. Der neue, digitale Treffpunkt ist nach Themen in Showrooms aufgeteilt. Alphabetisch sortiert finden Besucher hier die Aussteller mit ihren Profilseiten. In Live-Webcasts, Präsentationen und Videos können die Firmen auf ihrer Seite Produkte und das Unternehmen vorstellen.

„Besucher haben online die Möglichkeit, in kürzester Zeit viele Innovationen kennenzulernen.“

Oliver Cyrus, Leiter Presse & Werbung, Igus

Für Leads und Business-Kontakte sorgt die individuelle Problemlösungsanfrage. Dazu suchen Besucher zunächst über ein Stichwort nach geeigneten Unternehmen und klicken dann auf die Schaltfläche für die individuelle Problemlösungsanfrage. Anschließend können sie die gesuchte Lösung beschreiben und auswählen, welche Unternehmen aus der Trefferliste kontaktiert werden sollen.

Die Seiten funktionieren ganz gut, obwohl sie sicher in aller Eile aufgebaut wurden. Viele Unternehmen haben in kurzer Zeit ein kleines, feines Profil aufgebaut, mit Produktneuheiten, Image- und Produktvideos, Katalogen und Ansprechpartnern.

Hier geht’s zur virtuellen Motek und Bondexpo:

Vorbildlich hat beispielsweise SMC diese Aufgabe gelöst. Das Unternehmen nutzt die Video-Funktion, um sein Messehighlight genauer vorzustellen. Dabei handelt es sich um ein Anwendungsbeispiel für die Smart Field Analytics. Das ist ein IoT-Konzept, das aus der Kooperation von SMC, Dell und Software AG entstand. Es geht um die Überwachung von Pneumatikkomponenten, etwa für die zustandsabhängige Wartung. Wie das genau funktioniert, erklärt im Video ein Mitarbeiter anhand einer kleinen Anwendung. Da kommt sogar ein bisschen Messe-Stimmung auf, wobei das Video nicht extra für die Motek gedreht wurde, sondern zu einer Reihe von Experten-Interviews gehört, die das Unternehmen während den Anfängen der Corona-Krise aufgenommen hat (verfügbar unter: https://360.smc.de/). Das Beispiel zeigt dennoch, wie man mit relativ einfachen Mitteln im virtuellen Raum Informationen mit Messe-Charakter bereitstellen kann.

persönliches Erleben, Bild: Schall
Das persönliche Erleben der Automatisierungstechnik ist auf kommendes Jahr verschoben. Bild: Schall

Auch der virtuelle Schmalz-Stand macht Freude, beziehungsweise regt zum Schmunzeln an, wenn das Unternehmen die Messe-Plattform nutzt, um seine eigene virtuelle Ausstellung zu bewerben, die Schmalzexpo. Es lohnt sich aber, nicht gleich zur Schmalz-Veranstaltung zu wechseln. Denn beim virtuellen Motek-Stand der Firma laden zahlreiche Videos zu den neusten Produkten und Präsentationen zu Themen wie „Anwendungen, Innovationen und Trends in der Robotik“ oder „Optimierung von Automationsprozessen mit der Schmalz Connect Suite“ zum Stöbern ein.

Dies sind zwei von vielen positiven Beispielen für virtuelle Messestände. Es gibt allerdings auch eine ganze Reihe Firmen, bei denen der Stand zum Zeitpunkt der Recherche noch im Aufbau war, obwohl die Messeplattform schon mehrere Wochen lief. Der beste Zeitpunkt, um die Onlinemesse zu besuchen, ist daher vermutlich zum ursprünglich geplanten Termin ab 05. Oktober 2020.

Neue Lösungen auf der Motek

individuelle Lösung, Bild: Schall
Bei komplexen Problemen hilft möglicherweise die individuelle Lösungsanfrage weiter. Bild: Schall

Auch wenn das Online-Format seine Nachteile hat, sind viele Aussteller froh, dass die Motek nicht einfach komplett abgesagt wurde. Ralph Weidling, geschäftsführender Gesellschafter bei Weicon, einem Hersteller von Spezialprodukten für die Industrie, betont die Vorteile der digitalen Messe: „Die virtuelle Alternative kann ohne Risiko und ohne Aufwand sehr komfortabel genutzt werden. Dadurch bietet sich für uns die Möglichkeit, unsere Neuheiten dem interessierten Fachpublikum zu präsentieren und die Vorfreude auf die nächsten Veranstaltungen zu steigern.“

Auch Oliver Cyrus, Leiter Presse & Werbung bei Igus, hebt positive Aspekte hervor: „Wir sind davon überzeugt, dass die Motek-Virtuell in der jetzigen Situation eine erfolgversprechende Alternative ist, um sich unkompliziert über die Trends in der Industrie zu informieren. Besucher haben online die Möglichkeit, in kürzester Zeit viele Innovationen kennenzulernen. Bei Igus sind das allein in diesem Jahr über 100 Motion-Plastics-Neuheiten.“

Virtuelle Messen sollen bleiben

Den persönlichen Dialog von Mensch zu Mensch wird die Motek/Bondexpo-Virtuell definitiv nicht ersetzen, das ist auch den Veranstaltern klar. Nächstes Jahr sollen die Messen daher wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden, während die virtuelle Messewelt als Ergänzung fortbesteht.

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