Mitarbeiter sitzt mit Atemschutzmaske vor seinem Arbeitsnotebook und hält sein Diensthandy in der rechten Hand.

Das grassierende Coronavirus SARS-CoV-2 nimmt auf die wirtschaftlichen Beziehungen und Geschäfte der Unternehmen aus der Fluidtechnik massiven Einfluss. - Bild: Adobe Stock_@Alexander.Shelegov

| von Felix Lauther

Angesichts der dynamischen Entwicklung der Causa SARS-CoV-2 kam die Absage nicht überraschend. Statt einem Frühlingserwachen der Innovationen, findet die Hannover Messe in diesem Jahr bei sommerlichen Temperaturen im Juli statt. Oder fällt sie ganz ins Wasser? Das kann im April noch keine Landesregierung, Virologie oder Messeveranstalter einschätzen. Der Schutz der Gesundheit aller Beteiligten steht natürlich an erster Stelle. Die Industrie hustet. Keiner will eine Lungenentzündung riskieren, denn ein zu optimistisches Denken und Handeln ist angesichts der drastischen Maßnahmen der Politik unangebracht.

Wie reagieren die Unternehmen der Fluidtechnik auf die Corona-Pandemie?

Portraitbild von Achim Gauß, Geschäftsführer der Zimmer Group
Achim Gauß, Geschäftsführer der Zimmer Group

Die Unternehmen der Fluidtechnik nehmen die Problematik rund um die Verbreitung des Virus‘ sehr ernst. Im Interview mit fluid hat die Branche mehrere Präventivmaßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und somit dem Unternehmen getroffen.

Andreas Enzenbach, Vice President Marketing and Corporate Communications bei Mapal, betont, dass „alle Reisen von Mitarbeitern von und nach China, Südkorea, Italien und Iran vorläufig bis Ende März ausgesetzt“ werden. „Zudem sind alle bis Ende März geplanten Besuche von oder bei Kunden und Geschäftspartnern aus diesen Ländern abgesagt beziehungsweise verschoben.“ Auch intern reagiert Mapal mit Nachdruck auf die Ereignisse: „Alle Mitarbeiter, die sich privat oder dienstlich in den definierten Risikogebieten aufgehalten haben, werden vorsorglich in häusliche Quarantäne geschickt. Am Standort in Aalen haben wir eine Taskforce gegründet, die die aktuelle Lage im Blick hat und entsprechende Maßnahmen initiiert beziehungsweise laufend anpasst“, so Enzenbach.

Gabriella Paranyi, Marketing Communication Manager Hydraulics Group bei Eaton, „empfiehlt die Nutzung von Tele-Konferenzen oder anderen Methoden zur Fern-, beziehungsweise virtuellen Kommunikation“. Zum Schutz der Mitarbeiter halte man sich an Eatons Pandemie-Richtlinie sowie den vorbeugenden Gesundheitsmaßnahmen von staatlichen Behörden und Gesundheitsorganisationen“, wie das Unternehmen fluid gegenüber erklärt.

Die Zimmer Group habe „alle 1.200 Mitarbeiter weltweit hinsichtlich des Corona Virus sensibilisiert“. Diese „werden gebeten, nationale wie internationale Großveranstaltungen wie Messen und Kongresse zu meiden. Achim Gauß, Geschäftsführer Zimmer Group, betont, dass „Geschäftsreisen in die offiziellen Risikogebiete untersagt sind“. Ebenso dürfen „keine Besuche aus den betroffenen Ländern empfangen werden“. Die Zimmer Group „verzeichnet derzeit nur moderate betriebswirtschaftliche Auswirkungen und konzentriert sich auf ihr Kundengeschäft in jeder Region nach den gegebenen Möglichkeiten“. Wie Gauß weiter erklärt, liefen zunächst „Entwicklungs- und Produktionsprozess ungehindert weiter“.

Bei Sick gelten „in den Risikogebieten als auch für gefährdete Personengruppen an den lokalen Standorten oder Rückkehrer aus Risikogebieten […] Work-from-home-Regelungen“, wie Dr. Thomas Hössel, Leiter des Betriebsärztlichen Dienstes bei Sick erklärt. „Die Belegschaft wird durch den in kurzen Zyklen tagenden Expertenstab regelmäßig informiert, außerdem steht der Betriebsärztliche Dienst für individuelle Fragen zu Verfügung“.

Statement von FST zum Coronavirus

Portraitbild von Michael Scheuer, der bei Freudenberg Sealing Technologies die Unternehmenskommunikation leitet
Michael Scheuer leitet die Unternehmenskommunikation von Freudenberg Sealing Technologies

Bei Freudenberg Sealing Technologies schickt alle Mitarbeiter, die sich in Corona-Risikogebieten befunden haben, in das Homeoffice. Sollten die technischen Voraussetzungen beim Mitarbeiter zuhause nicht gegeben sein, werde man diese „vorübergehend beurlauben“, wie Michael Scheuer, Head of Corporate Communications, fluid mitteilt.

Statement von Bürkert zum Coronavirus

Portraitfoto halbnah von Heribert Rohrbeck, CEO von Bürkert Fluid Control Systems
Heribert Rohrbeck verantwortet bei Bürkert Fluid Control Systems als Chief Operating Officer die Geschäftsführung.

Bei Bürkert bedauert man die Absage der Hannover Messe. Das Unternehmen nimmt „allerdings weiterhin an Veranstaltungen teil, die nicht abgesagt wurden“. Man versuche in diesem Zusammenhang vor allem für die „Kunden da zu sein“. Der Schwerpunkt der Anstrengungen, „liegt neben dem Schutz unserer Belegschaft in der Sicherstellung der Lieferkette, um auch weiterhin voll operativ tätig sein zu können“, wie Heribert Rohrbeck, CEO Bürkert Fluid Control Systems betont.

Statement von Festo zum Coronavirus

Portraitbild von Sybille Wirth, die die Unternehmenskommunikation von Festo leitet.
Sybille Wirth, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Festo

Der Weltkonzern Festo hat nach eigenen Angaben bereits vor sechs Wochen „das Thema bearbeitet“. Man stünde „in ständiger Abstimmung mit Vorstand, Travelmanagement und der Betriebsmedizin“. Wie Sybille Wirth, Leitung Corporate Communication – Technology, betont, „wurde im Schwerpunktland China […] eine eigene Notfallorganisation aufgestellt, mit der die Zentrale in Esslingen täglich im Austausch ist. Festo ihren Mitarbeitern „aktuell ein Reiseverbot für China, Südkorea, Italien, Japan und die Region Süd-Ost Asien ausgesprochen“. Für Deutschland „bestehen bereits seit einigen Jahren entsprechende Krisen- und Notfallpläne, in denen Prozesse und Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter geregelt werden“, wie Wirth weiter mitteilt.

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