Frau an einer Rezeption, im Hintergrund Messegeschehen

So hatten ich und viele andere sich das vorgestellt mit der SPS: Vor Ort, ganz entspannt. Stattdessen wartete die zweite Novemberhälfte mit vierstelligen Inzidenzen und tiefschwarzer Katastrophenstimmung auf. (Bild: pixabay.com)

An einem Freitag Mitte November, wenige Tage vor dem geplanten Messestart, verflüchtigten sich letzte Hoffnungen auf eine SPS 2021, als die Messeveranstalter aus einer Erklärung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und den galoppierenden Infektionszahlen die Konsequenzen zogen und die ganze Veranstaltung ersatzlos absagten. In drei knappen Absätzen erklärt Martin Roschkowski, Geschäftsführer der Mesago Messe Frankfurt, wie sehr er den Ausfall der Messe bedauert. Ich gehe allerdings davon aus, dass sich die emotionale Lage hinter den Kulissen eher mit Frustration als Bedauern beschreiben lässt.

Denn der Herbst hatte verheißungsvoll begonnen: Die Motek einige Wochen zuvor beispielsweise lief problemlos. Die Vorfreude war nach der langen Pause natürlich groß und tatsächlich berichten Austeller und Veranstalter nicht nur von guter Stimmung, sondern auch einer hohen Quote an sehr relevanten Gesprächen und intensivem fachlichen Austausch. Zur Zuliefermesse FMB kamen sogar mehr Besucher als erhofft und die Aussteller zogen auch hier ein positives Fazit.

Trotz der Warnungen von ExpertInnen vor einem Horror-Winter keimte bei vielen die Hoffnung auf ein Jahresende wie in Vor-Corona-Zeiten, inklusive Weihnachtsmarkt mit Kruscht, Maronen und Glühwein. Und inklusive SPS-Messe im November – ohne Maronen, aber vielleicht mit spannenden Neuigkeiten.

Für alle, die diese rosarote Brille aufgesetzt hatten (so wie ich), war die Rückkehr zu Katastrophenstimmung und Einschränkungen ein harter Schlag: Statt dem erhofften Standbummeln wieder nur virtuelle Meetings. Die dann folgende, lautstarke Kritik an den Versäumnissen der PolitikerInnen und ImpfgegnerInnen, die es gemeinsam verbockt haben, war gerechtfertigt, kam aber zu spät. Interessant ist, dass die gefühlt harte Wendung im Pandemiegeschehen absehbar war und trotzdem für so viele überraschend kam. Sonst hätte Mesago wohl ernsthafter in die virtuelle Komponente der Messe investiert und ich mich weniger vorgefreut. Die Überzeugung, dass es schon glattgehen würde, erwies sich als unabsichtliche Realitätsverweigerung. Davor ist man also auch als Impfbefürworterin nicht gefeit.

Vom verpatzten vierten Quartal abgesehen, gab es dieses Jahr aber viele Lichtblicke: So wuchs laut VDMA trotz aller Lieferschwierigkeiten die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau um 10 % im Vergleich zum Vorjahr, sodass viele Maschinenbauer in diesem Jahr das Umsatzniveau von 2019 erreichen werden. Für 2022 sind die Prognosen zwar sparsamer, aber mit plus 5 % für die Produktion weiter positiv.

Gestiegen ist in 2021 auch die Ausfuhr von Maschinen und Anlagen aus Deutschland: um knapp 11 % in den ersten neun Monaten. Und der steigende Bedarf an Rohstoffen kommt den Herstellern von Bergbaumaschinen zugute: Deren Auftragseingang stieg von Januar bis September um 75 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz hinkt etwas hinterher, aber auch da steigen die Werte. Dazu kommt, dass die Aussichten für 2022 trotz aller Schwierigkeiten gar nicht so übel sind, sowohl wirtschaftlich als auch was technische Innovationen angeht. Einfach wird das kommende Jahr allerdings nicht.

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