Kompressor Anlauf, Bild: Baugrund Süd

Nach der Instandsetzung: Der Kompressor sieht aus wie frisch vom Lager. Abgenutzte Komponenten hat das Unternehmen erneuert. Bild: Baugrund Süd

Wenn es um den unternehmenseigenen Fuhrpark geht, findet Rudi Geray deutliche Worte: „Mit rostigen Maschinen auf der Baustelle aufschlagen, das geht gar nicht!“ Als technischer Leiter bei Baugrund Süd Gesellschaft für Geothermie ist er dafür verantwortlich, dass Bohrwerkzeuge sowie Kompressoren einwandfrei funktionieren und tadellos aussehen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bad Wurzach führt Bohrungen für Erdsonden und Brunnenanlagen an derzeit 34 Baustellen durch. „15 Erdwärmebohrungen sind dabei, die anderen Bohranlagen führen Brunnenbohrungen und Baugrunderkundungen durch“, berichtet Geray: „Ich brauche nicht in jedem Fall einen Kompressor. Nur wenn wir mit dem Düsterlohhammer nicht mehr weiterkommen, kommt der Immlochhammer zum Einsatz.“ Leistungsstarke Kompressoren verbrauchen etwa 60 bis 80 Liter Kraftstoff pro Stunde. Um Kosten zu sparen werde der Luftbohrer nur bei Bedarf eingesetzt. Aber der Verdichter müsse in jedem Fall bereitstehen.

„Man sieht ihnen in der Regel auch schon kurze Einsatzzeiten an – sie sind aber voll funktionstüchtig.“

Rudi Geray, technischer Leiter bei Baugrund Süd Gesellschaft für Geothermie

Das Unternehmen setzt für diese Arbeit Kompressoren von Atlas Copco ein, vorwiegend die Modelle XRVS 336, 466, 476 und einen X28. Die XRVS 476er arbeiten mit maximal 25 bar Betriebsdruck und liefern bis zu 27,6 Kubikmeter Druckluft pro Minute. Entwickelt wurden die Kompressoren für den Einsatz unter schwersten Bedingungen und extremen Temperaturen, speziell für Tieflochbohrungen sowie Anwendungen in der Öl- und Gasindustrie. „Die 466er werden von einem Mercedes-Motor angetrieben“, berichtet Geray. Das Unternehmen hat gute Erfahrungen mit dem Gerät gemacht. Allerdings hat der Hersteller die XRVS-Serie mittlerweile durch die effizienteren V21-, V28- und V39-Maschinen abgelöst, die den neuen, strengeren Abgasrichtlinien entsprechen und mit einem Partikelfilter ausgestattet sind. Dem Betreiber sind diese Maschinen aber zu teuer, zumal für redundante Maschinen. Denn nicht zuletzt durch die modernen Motoren liegt der Anschaffungspreis für neue Kompressoren deutlich über dem für gebrauchte Geräte.

Kompressoren selbst instand setzen

Kompressor Atlas Copco, Bild: Baugrund Süd
Bei diesem Kompressor steht die Revision noch an. Deutlich sichtbare Spuren weisen auf die vergangenen Dienstjahre hin. Bild: Baugrund Süd

„Auf den Baustellen kann es immer mal zu technischen Ausfällen kommen“, erklärt Geray. „Daher sind wir darauf angewiesen, ständig funktionstüchtige Kompressoren bereitstellen zu können.“ So machte sich das Unternehmen selbst an die Revision eines alten Verdichters. „Die Gebrauchtmaschinen laufen meist einwandfrei – oft haben sie nur etwa 8.000 bis 10.000 Betriebsstunden hinter sich. Das ist überhaupt kein Problem.“ Problematisch sei eher der Rost auf dem Metallgehäuse: Nach nur drei Jahren auf den Baustellen sähen die aus „wie d‘ Sau“, wie Geray in breitem Schwäbisch betont. Wind, Wetter, Erde und Feuchtigkeit setzen den Maschinen zu.

Zerlegter Kompressor, Bild: Baugrund Süd
Zerlegter Kompressor in der Werkstatt: Einige Atlas-Copco-Kompressoren werden von Mercedes-Motoren (Bildmitte) angetrieben. Bild: Baugrund Süd

„Um für eine bessere Optik zu sorgen, hatten wir zunächst versucht, einen alten Kompressor lackieren zu lassen, damit er nicht nur funktioniert, sondern auch gut aussieht“, sagt der technische Leiter. Das sei aber nur eine halbe Sache, die auf Dauer nichts bringe. Der Rost finde seinen Weg.

„Also haben wir einen XRVS 476 Baujahr 2008 in der Werkstatt komplett zerlegt. Wir haben alle Teile von Hand entrostet, geschliffen, zweimal grundiert und vorlackiert. Auch neue Bleche, die hinzukamen, haben wir von Hand vorlackiert“, berichtet Geray. Die Entrostung funktioniere nur in Handarbeit, erklärt der technische Leiter. Die Teile sandzustrahlen, funktioniere technisch nicht einwandfrei, weil Sand zwischen die komplexen Bauteile geraten und anschließend nicht mehr zu 100 Prozent entfernt werden könne. „Im Zuge der Revision haben wir außerdem die Achsen überholt, Bremsbeläge und Handbremszüge erneuert. Dann haben wir die ganze Maschine wieder zusammengeschraubt und im Anschluss komplett lackieren lassen.“ Jetzt sehe der Kompressor aus, als käme er frisch vom Lager.

Die gesamte Instandsetzung kostete den Betreiber etwa 14.000 Euro plus die Arbeitszeit. Für den XRVS 466 Baujahr 2006, der als nächster in der Werkstatt seiner Aufarbeitung harrt, veranschlagt Geray etwa 30.000 Euro – inklusive Anschaffungspreis und Komplett-Lackierung. Den Kompressor selbst haben die Wurzacher günstig von ihrer Niederlassung in Frankreich gekauft. Dazu muss man wissen, dass auch die gebrauchten Kompressoren mit wenigen Betriebsstunden nicht billig zu haben sind. „Die 476er kosten auf dem freien Markt schon zwischen 80.000 und 120.000 Euro“, überschlägt Geray. Da rechneten sich die Übernahme aus Frankreich und die Aufarbeitung. „Man sieht ihnen in der Regel auch schon kurze Einsatzzeiten an – sie sind aber voll funktionstüchtig.“ Auf den Baustellen in Deutschland, Frankreich oder Dänemark laufen die Kompressoren jeweils maximal 1000 Stunden im Jahr. Die regelmäßige Aufarbeitung der zuverlässigen Maschinen lohne also auf jeden Fall, da sie in der Regel noch eine lange Lebenszeit vor sich haben.

Auf einen Blick

Baugrund Süd setzt Kompressoren für Erdwärmebohrungen, Brunnenbohrungen und Baugrunderkundungen ein. Die Maschinen arbeiten unter schwierigen Bedingungen, sodass ihr Erscheinungsbild schon nach wenigen Jahren zu wünschen übriglässt, trotz einer vergleichsweise geringen Anzahl an Betriebsstunden. Die Instandsetzung zuverlässiger Maschinen lohnt sich, da sie in der Regel noch eine lange Lebenszeit vor sich haben. Die Einzelteile der Kompressoren müssen von Hand entrostet, geschliffen und lackiert werden.

Pandemie für Fuhrpark-Revision nutzen

Da das Unternehmen zu Corona-Zeiten die für die Revision nötigen Kapazitäten hatte und damit gute Erfahrungen gemacht hat, will das Unternehmen jetzt den gesamten Fuhrpark erneuern. Vorwiegend sind das Atlas-Copco-Baukompressoren der Serien XRVS 336, 466, 476 und X28. „Nichts ist teurer, als wenn ich nicht arbeiten kann“, betont Geray. „Daher stellen wir sicher, dass wir immer genug funktionierende Kompressoren auf dem Hof haben, die auch einwandfrei aussehen“.

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