Notfall-Tonne

Notfall-Tonne

Die Kennzeichnungspflicht entfällt bei Produkten, bei denen die Konzentration des Gefahrenstoffs die Grenze der Kennzeichnungspflicht unterschreitet. Entsteht erst durch die Verarbeitung eines Produkts ein Gefahrenstoff, sind Informationen zur Gefährdungsbeurteilung selbst zu recherchieren.

Zum sicheren Umgang mit Gefahrenstoffen sind unbedingt die Hinweise auf Gefahren und die Sicherheitsratschläge (ehemals R- und S-Sätze, seit 2009 H- (Hazard Statements) und P-Sätze (Precautionary Statements)) zu kennen und zu befolgen! Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Umsetzung des Gefahrenstoffrechts zu beaufsichtigen und Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen. Es besteht die Option, Verantwortung auf Führungskräfte zu übertragen. Die Pflichten der Arbeitnehmer umfassen die Befolgung der Sicherheitsweisungen, sachgemäßer Umgang mit Gefahrenstoffen, Meldung von Sicherheitsrisiken und Verwendung der Schutzausrüstung.

Unter besonderen Umständen ist der Arbeitgeber nicht nur verpflichtet, eine arbeitsmedizinische Untersuchung anzubieten, sondern diese auch verpflichtend vorzuschreiben. Die Kosten trägt der Arbeitgeber.

Absorptionsmittel und ihre fachgerechte Handhabung

Absorptionsmittel werden für den sicheren Umgang mit potenziell gefährlichen Flüssigkeiten benötigt und sind zum Teil vom Gesetzgeber sogar vorgeschrieben. Als Absorptionsmittel können beispielsweise Granulate und Vliese dienen. Gemeinsam ist ihnen eine potente Saugfähigkeit. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass das Produkt für den jeweiligen Gefahrenstoff geeignet ist! Auch Universalbindemittel sind erhältlich. Granulate lassen sich besser auf die Menge des verschütteten Gefahrenstoffs anpassen, Vliese können nach Benutzung unter Umständen leichter zu entfernen sein. Bei der Verwendung von Absorptionsmitteln ist der Eigenschutz mittels Schutzkleidung (insbesondere Handschuhe!) unerlässlich. Diverse Absorptionsmittel sind beispielsweise hier zu erwerben.

Säuren und Laugen

Für den sicheren Umgang mit Säuren und Laugen ist es wichtig, Schutzkleidung anzulegen. Dazu gehören Gesichtsschutz/Schutzbrille, Handschuhe, Schürze und Stiefel. Die Haut ist gegen Spritzer zu schützen. Wasser fungiert als Ampholyt, sodass menschliche Haut von Säuren wie Laugen gleichsam stark geschädigt werden kann!

Entsorgung von Abfällen und Gefahrenstoffen

Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Entsorgung von Gefahrenstoffen und kontaminierten Materialien liegt bei den Leitern der jeweiligen Abteilung. Eine Delegation dieser Aufgabe ist untersagt. Überflüssige Abfälle sind zu vermeiden.
Die Sammlung von Abfällen erfolgt in dafür gekennzeichnete Behälter, beispielsweise in der ursprünglichen Verpackung. Diese Behälter sind auf ihren Inhalt zu kennzeichnen. Weitere Hinweise zur Entsorgung finden sich unter diesem Link.

Vorgehen bei einem Unfall mit Säuren oder Laugen

Bevor dem Verunfallten durch andere geholfen wird, müssen diese sich versichern, dass ihnen keine weitere Gefahr droht! Bevor Hilfe geleistet wird, ist ein Notruf (in Deutschland: 112) abzusetzen! Es empfiehlt sich, Schutzkleidung anzuziehen, bevor dem Geschädigten geholfen wird.

Die Erste Hilfe richtet sich nach dem betroffenen Körperabschnitt:

  • Augen lange und mit viel Wasser spülen (Augendusche verwenden)
  • bei Verätzungen der Schleimhäute viel Wasser in kleinen Schlucken nachtrinken lassen; Achtung: niemals Erbrechen erzwingen! Hierdurch werden weitere Verätzungen gefördert!
  • bei Verätzungen der Haut vorsichtig Textilien entfernen, die mit der Säure oder Lauge in Berührung gekommen sind, und die Haut unter fließendem Wasser spülen

Das A und O für Sicherheit:

Nur wer die Gefahr kennt und darauf eingestellt ist, kann Unfälle vermeiden und im Notfall entsprechend Hilfe leisten! Darum ist es essenziell, zu wissen, mit welchen Gefahrenstoffen gearbeitet wird, welche Risiken sie bergen, wie man sich und seine Umwelt schützen kann und welche Maßnahmen beim Unfall angezeigt sind.

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