Q. Pictures - pixelio.de

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Jeder kennt die Ärzte ohne Grenzen, denn sie treten dort in Erscheinung, wo sich die Aufmerksamkeit der Welt auf ein Katastrophen- oder Krisengebiet richtet. Weniger bekannt sind ihre technisch versierten Brüder im Geiste, die Ingenieure ohne Grenzen. Zu Unrecht, denn seit über zehn Jahren leistet diese Hilfsorganisation Erstaunliches. Schauplätze akuter Krisen sind selten das Einsatzfeld der Ingenieure ohne Grenzen, denn ihre Arbeit erfordert langwierige Planung und sorgfältige Ausführung. Weniger wichtig ist ihr Beitrag deshalb nicht, im Gegenteil: Die Ingenieure ohne Grenzen haben sich der Sicherung der fundamentalen infrastrukturellen Grundbedürfnisse der Ärmsten der Armen verschrieben. Und die Probleme, die sie lösen, haben für die Menschen vor Ort durchaus die Form akuter Katastrophen, auch wenn sie das tägliche Leben betreffen und nicht den Ausnahmezustand. Es geht den Ingenieuren um nachhaltige und langfristige Lösungen für grundlegende Probleme, es geht um die Versorgung mit Wasser und Energie, es geht um Hygiene und den Zugang zu sanitären Anlagen; und darum, Brücken zu bauen, sowohl im metaphorischen als auch im ganz praktischen Sinne.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Hilfsprojekte werden mit lokalen Partnern vor Ort entwickelt und gemeinsam umgesetzt, denn der Wissenstransfer ist ein wichtiger Bestandteil der Mission der Ingenieure ohne Grenzen. Die Menschen vor Ort werden aus- und weitergebildet, sodass sie die neuen Anlagen nach Abreise der Ingenieure eigenständig bedienen, warten und reparieren können. Erst wenn diese „Hilfe zur Selbsthilfe“ gegeben ist, sieht die Organisation einen Einsatz als erfolgreich an. Um das zu gewährleisten, werden die Bauvorhaben immer von Seminaren und Workshops begleitet. Eine neue Sanitäranlage für eine Schule in Äthiopien, die bisher nur über ein Plumpsklo verfügte, wird erst zu einem sonnvollen Beitrag, wenn den Schülern auch ein Verständnis für Hygiene vermittelt wird. So umfasst die Arbeit der Ingenieure weit mehr als die technischen Aspekte, denn es geht ebenso um interkulturelle Kommunikation. Ohne Spenden und ehrenamtliches Engagement wäre diese umfassende Betreuung kaum möglich.

Ehrenamtliches Engagement und Spenden

Der Verein lebt vom ehrenamtlichen Engagement seiner vielen Mitglieder. Die Ingenieure, deren Arbeit auf dem Stellenmarkt hoch gefragt ist, verwenden einen Teil ihrer Freizeit darauf, ihr wertvolles Know-how ehrenamtlich zur Verfügung zu stellen. Das Ergebnis ist humanitäre Hilfe, die Hand und Fuß hat. In über 30 Regionalgruppen in Deutschland treffen sich die Mitglieder und planen Projekte im Ausland, koordiniert von der Geschäftsstelle. Das erlaubt es den vielen Mitgliedern sich mit ihren Ideen einzubringen und neue Projekte anzustoßen, sich fortzubilden und Kontakte zu Gleichgesinnten zu pflegen. Doch trotz der vielen ehrenamtlichen Arbeit, ohne Geldspenden sind die Bauvorhaben nicht zu realisieren. Wer die Ingenieure ohne Grenzen unterstützen und spenden will, findet mehr Informationendazu auf der Webseite ingenieure-ohne-grenzen.org.