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Die Automatisierung hat gerade vor der Logistik nicht Halt gemacht - in diesem Bereich spielen digitale Kommunikations- und Datenübertragungswege eine sehr wichtige Rolle. Bild: @ delphinmedia / pixabay.com

Die Verbindung aus Logistik und IT ist dabei nicht nur zwangsläufig, sondern unabdingbar. Praktisch jede Aktion ist digital dokumentiert und wird im Rahmen der Wirtschaftsabläufe im globalen Kontext gesehen. Die Erfassung, Steuerung und der Transport von Waren bildet den Dreh- und Angelpunkt der Logistik – Barcode Scanner sind hier ein unverzichtbares Werkzeug. In diesem Beitrag werden die Grundlagen dieser Technik und ihre Bedeutung für den globalen Warenfluss erläutert.

Komplexität und Dynamik – Eine technikbasierte Logistik

Zentrale Wachstumsfelder in der Logistik lassen sich nur durch strategisches Handeln erschließen, das wiederum setzt geordnete und steuerbare Prozesse voraus. Die IT und die durch sie ermöglichten Werkzeuge sind elementar, da nur sie eine vom Standort unabhängige Warenflusssteuerung gewährleisten. Die Kenntnis darüber, wo und wie welche Ware derzeit verarbeitet, transportiert oder genutzt wird, hilft bei einer ordnungsgemäßen Bedarfsplanung. Doch selbst die kleinste Einheit funktioniert und ungenügend, wenn die „Rohdaten“ hierfür nicht absolut zeitnah und synchron in das übergeordnete System eingespeist werden. Diese Funktion, im Zusammenspiel von Computertechnik, übernimmt der Barcode Scanner in der Logistik.

Der Barcode Scanner ist

  • ein Datenerfassungsgerät, welches verschiedenste Barcodes auslesen und verarbeiten kann.
  • ein mittels Rot- oder Infrarotlicht auf optischer Weise erfassendes Gerät, das Informationen an das jeweils nachgeordnete Dekodiergerät weiterleitet.
  • laut aisci.de in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Vor allem als Zwei-Geräte-Lösung (Lesestift und Dekoder) sowie als All-in-One-Lösung (Dekodiereinheit in Lesegerät integriert).

Dieser lässt sich als stationäres Modul, als kabelgebundener Handscanner oder immer häufiger auch als mobiles Erfassungsgerät nutzen. Jedes Modul bringt für sich genommen Vor- und Nachteile, sodass eine produkt- beziehungsweise anlassspezifische Auswahl notwendig ist.

Lagerhaltung – Information ist Trumpf

Die Voraussetzung für einen synchronisierten Handel stellt, wie sollte es anders sein, die synchron geführte Lagerhaltung beziehungsweise Lagerverwaltung dar. Was ist der kürzeste Weg im B2B- und B2C-Geschäft, wie muss die Beschaffung ausgeprägt sein. Alles Prozesse, die einen genauen Überblick über die Handelsware und die zugrundeliegenden logistischen Prozesse erfordern. Barcodesysteme vereinfachen und ermöglichen überhaupt erst eine moderne Lagerverwaltung, da sie die Bedarfsplanung der einzelnen Abteilungen koordinieren und eine effektive innerbetriebliche Kommunikation zur Grundlage haben. Wenn die eine Seite weiß, was die andere Seite will, stimmt die Kommunikation. Und das vor allem in den Fällen, wo intern wie extern mit verschiedenen Systemen und Schnittstellen gearbeitet wird.

Vorteile Effekte
Erfassung von Wareneingängen und Warenausgängen Zeitnahe, also synchronisierte Darstellung der wichtigsten Geschäftsabläufe
Einfache Zuordnung innerhalb des IT-Systems Innerbetriebliche Kommunikation und Planung basierend auf Live-Daten
Leichter Abruf bei Inventarisierung Analyse und Kalkulation in den Abteilungen Einkauf und Bedarf
Kosteneinsparung und Zeiteinsparung durch genaue Bedarfsplanung Wegfall unnötiger Suchprozesse

Vorteile von Barcode Scanner in der Logistik

Bei Handscannern ist üblicherweise die Rede von Lesestiften, also flexiblen Modulen, die händisch über den zu erfassenden Barcode gelegt werden. Die Reflektion des Barcodes, hier durch die dargestellten Lücken, steht im Zusammenspiel mit dem lichtempfindlichen Sensor, der kompakt mit einer Leuchtdiode im Vorderteil des Moduls verbaut ist. Die Aufteilung und Erfassung von Hell/Dunkel-Signalen dient damit der eindeutigen Entzifferung des Barcodes. Nur so ist es möglich, dass die hierbei aufgenommenen Informationen mittels Dekoder an die weiteren, in diesem Fall nachgeordneten Systeme, geleitet werden. Die Anschaffungskosten sind gering, die Geräte relativ klein und aufgrund ihrer Bauweise recht robust.

Allerdings erfordert das Scannen eine ruhige, gleichmäßige Bewegung für eine fehlerfreie Dekodierung. Zudem kann es schwierig sein, beschädigte oder nur mangelhaft aufgedruckte Barcodes auszulesen. Fraglich erscheint in diesem Zusammenhang der praktische Nutzen, wenn es um konsequentes Scannen geht. In Bezug auf eine unregelmäßige, gesicherte Datenerfassung bieten Handscanner jedoch deutliche Vorteile.

Hinweis: Üblich ist mittlerweile der Gebrauch von Laser-Barcode-Scannern, die bei handelsüblichen Ausführungen problemlos 100 Scans in der Sekunde bieten. Auch sind weitere Entfernungen umsetzbar, was Lagererfassung unter begrenzten Raumbedingungen vereinfacht. Optimale Ergebnisse bieten Scanner mit bi-direktionaler Ausführung, die über einen relativ hohen Lesekontrast verfügen und dadurch eine nur marginale Bitfehlerrate aufweisen.

Verschiedene Arten von Barcode Scanner

Das Prinzip der Laserscanner ist einfach, es basiert auf einem oder mehreren Laserstrahlen in Ausrichtung auf den Barcode. Anders als herkömmliche Handscanner, wird hierbei mittels Schwingspiegel oder Spiegelrad eine linienförmige Übertragung des Barcodes umgesetzt. Aufgrund der Eigenheit der Lasertechnik sind somit dreistellige Übertragungen in der Sekunde möglich, was die Erfassungsgenauigkeit verbessert. Das vorgeschaltete optische System besitzt eine Photodiode, die aufgefasste Informationen in elektrische Signale umwandeln und umgehend auswerten kann.

Lineare Laserscanner sind so eingestellt, dass beim Überstreichen des Barcodes stets derselbe Winkel eingestellt ist. Es ist daher eine etwa im 90-Grad-Winkel eingestellte Leserichtung vorausgesetzt. Bei Modellen mit linearem Raster wird der Scanner in vertikaler Ausrichtung durchgezogen, wobei der nach links und rechts schwingende Lichtpunkt leicht versetzt ist. Das System selbst führt dieses Prinzip unzählige Male pro Sekunde durch, sodass eine höhere Toleranz gegenüber beschädigten Barcodes gegeben ist.

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Information ist in der Logistik jedes Unternehmens unabdingbar - nur so lässt sich eine entsprechende Lagerhaltung planen. Neben Barcodescannern kommen zudem immer mehr automatisierte "Lagerarbeiter" zum Einsatz. Bild: @ OpenClipart-Vectors / pixabay.com

Fazit und abschließende Bemerkungen

Die moderne Logistik ist schon heute in jeder Form digital, auch wenn mancherorts noch entsprechende Strukturen fehlen. Die Verarbeitung, Analyse und letztlich auch die Rückverfolgbarkeit eines jeden Warenflusses steht im Zentrum digitaler Prozesse. Es ist deshalb davon auszugehen, dass auf Seiten der Auftraggeber eine höhere digitale Durchlässigkeit gefordert ist. Dies wird punktgenaue Logistikdienstleistungen bieten, die den Warenfluss beschleunigen und verbessern. Globale Megatrends, die nur durch Standortvorteile logistisch genutzt werden können, stehen schon heute im Fokus der bundesdeutschen Forschungstätigkeit im Logistiksektor.

Eine Automatisierung ist damit vor allem in den begleitenden Prozessen verbunden, allen voran aber eine zeit- und punktgenaue Steuerung des globalen Warenflusses. Darauf basiert letztlich auch die Maxime von Logistikforschung, die ein immer tiefer ineinandergreifendes Zusammenspiel von Mensch und Maschine vorsieht.