Messe und Konferenz,  Bild: HMC

Messe und Konferenz finden vom 25. September bis 28. September in Hamburg statt. Bild: HMC

Am 25. September beginnt in Hamburg der Global Wind Summit, eines der wichtigsten Treffen der Windindustrie weltweit, das aus der Weltleitmesse Windenergy Hamburg und der Konferenz Windeurope besteht. Beide Veranstaltungen laufen parallel bis 28. September. Es werden Aussteller, Besucher und Konferenzteilnehmer aus rund 100 Ländern erwartet. Das Spektrum umfasst die gesamte Wertschöpfungskette und reicht von Turbinen, Türmen und Gründungen über Getriebe, Generatoren, Lager und Schmierstoffe bis zu O&M-Lösungen und Spezialschiffen.

Logo Windenergy

Auf der Konferenz sprechen mehr als 250 Redner über aktuelle und künftige Themen der Windindustrie. Giles Dickson, CEO Windeurope kündigt an: „In Hamburg kommen alle Entscheider aus Wirtschaft und Politik zusammen, um dem weiteren Durchbruch der Windenergie weltweit entscheidende Impulse zu geben.“

Wachsende Leistung

Die neun Hallen der Fachmesse sind nahezu ausgebucht. Das überrascht nicht, denn die Branche ist optimistisch: Gemäß dem internationalen Verband der Windenergie-Branche GWEC soll die installierte Leistung in den kommenden Jahren wieder wachsen. Dann würden sich auch die Offshore-Anlagen, die momentan nur 3,5 Prozent der globalen Kapazität entsprechen, stärker bemerkbar machen, so der Verband.

Die durchschnittliche Größe der 2017 im Bau befindlichen Offshore-Windpark-Projekte vervielfachte sich demnach gegenüber dem Durchschnittswert des Jahres 2007 von 79,6 Megawatt auf nunmehr 493 Megawatt. Der derzeit größte Windpark auf dem Meer, mit dessen Bau im laufenden Jahr begonnen wurde, ist das Hornsea One Projekt in Großbritannien. Im Bereich der schwimmenden Windparks war die Beauftragung der weltweit ersten Anlage dieser Art in Schottland ein Meilenstein der Entwicklung: Die 30-Megawatt-Anlage Hywind II mit fünf Turbinen von Siemens Gamesa.

Hochmoment-Montagewerkzeug

Bis über 70.000 Newtonmeter

Atlas Copco Tools zeigt auf der Messe Lösungen für die Montage mit hohen Drehmomenten und Vorspannkräften. Das Unternehmen wird seine Produkte und Dienstleistungen als Kooperationspartner auf dem Landesgemeinschaftsstand Nordrhein-Westfalen präsentieren. Für die Schraubmontage werden Hydraulikschrauber für Drehmomente bis über 70.000 Newtonmeter vorgeführt sowie elektronisch gesteuerte Hochmomentschrauber der Baureihe Tensor Revo HA. Diese erfassen alle Anziehergebnisse schon während des Verschraubens, überwachen den Prozess, vermeiden vergessene Schrauben und dokumentieren zur lückenlosen Rückverfolgbarkeit jede einzelne Verbindung. Durch Weiterentwicklung und Verbesserungen bei der Genauigkeit und Standfestigkeit ist das seit Neuestem sogar mit Akkuwerkzeugen möglich, wie die gerade auf den Markt kommenden Hochmoment-Akkuschrauber STB 800 auf dem Messestand beweisen werden. Die ergonomischen Batterietools haben auf der Hamburg Windenergy ihre Deutschland-Messepremiere. Hydraulische Schraubenspannvorrichtungen aus dem Tentec-Programm sind ein weiteres Themenfeld: „Die Werkzeuge und WTB-Zylinder können wir für beinahe jeden Anwendungsfall im Bereich der Windenergie und darüber hinaus individuell anpassen“, versichert Business-Manager Dirk.

Atlas Copco Tools            Halle B6, Stand 508

Neue Märkte erschließen

Für viele Unternehmen der Branche geht es aktuell darum, wie sie auf neuen Märkten Fuß fassen können und dynamische Märkte werden auch eines der Schwerpunktthemen der Messe sein. Wichtige Themen sind außerdem Kosteneffizienz und Smart Energy. „Wie erschließe ich mir neue Märkte, wie bin ich mit meinem Produkt wettbewerbsfähig in Auktionen und wie nutzen wir den Windstrom für alle Energiebedarfe der Zukunft – das sind einige zentrale Fragen, auf die die Fachbesucher Antworten bekommen werden“, fasst Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung Hamburg Messe und Congress, zusammen. In 22 regionalen und nationalen Pavillons stellen Branchenvertreter verschiedener Länder ihre Kompetenz für Windenergie vor. Die Nationen-Flaggen an den Pavillons reichen von China über Korea und die USA bis zu zahlreichen europäischen Vertretern. Dabei belegt der dänische Gemeinschaftsstand die größte Fläche, nämlich die Halle B1.EG. Ebenso werden Fachbesucher und Delegationen aller Kontinente in Hamburg erwartet.

Ölsensor

Condition Monitoring über die Filter

Die effiziente Nutzung der Windenergieanlagen setzt lückenloses Condition Monitoring voraus. Dabei spielt die Reinhaltung der Hydrauliköle und Schmieröle mittels qualifizierter Filtersysteme eine wichtige Rolle. Die Filter entfernen dabei nicht nur die verschleißfördernden Feststoffe, sondern erfüllen gleichzeitig auch eine sensorische Funktion, denn diese Partikel sind ja aus tribologischer Sicht nichts anderes als das Produkt des systembedingten „Abnutzungsvorrats“. Damit messen die Filter sozusagen den Verschleiß der Reibpartner, der bei mechanischen Systemen unvermeidlich ist. Da dieser Prozess je nach Belastung der Bauteile und den herrschenden Einsatzbedingungen nicht unbedingt gleichmäßig verläuft und bei Spontanereignissen sogar in extremen Spitzen gipfeln kann, müssen die Filter kontinuierlich überwacht werden. Die dabei ausgegebenen Signale sind sowohl ein Zustandsbericht über den Fluidkreislauf als auch die Meldung der noch verbleibenden Schmutzaufnahmekapazität der Filterelemente, mithin ein Parameter zur Wartungsplanung. Bühler Technologies präsentiert auf der Messe einen neuen Sensor für diese anspruchsvolle Überwachungsaufgabe. Darüber hinaus zeigt das Unternehmen sein etabliertes Programm zur Temperatur- Füllstands- und Drucküberwachung  sowie zur Kühlung und Filtration.

Bühler Technologies      Halle B5, Stand 312

Großdichtung

Für fettgeschmierte Hauptlager

Auf die Hauptwellendichtung wirken gewaltige Kräfte. Und die Wellendurchmesser in Windenergieanlagen werden immer größer, was die Anforderungen verschärft. Rotoren mit einem Durchmesser von 180 Meter sind daher heute keine Seltenheit mehr. Freudenberg Sealing Technologies hat dafür die neue Dichtung Seventomatic entwickelt, die eine Leckage fettgeschmierter Hauptlager bei großen Wellendurchmessern verhindert und auch starken Wellenschlag toleriert. Die Dichtung kann sowohl radial innen- als auch außendichtend eingesetzt werden. Herkömmliche Wellendichtungen, die Vorspannkräfte an der Dichtlippe mit Hilfe einer Wurmfeder erzeugen, kommen konstruktionsbedingt bei sehr großen Durchmessern an ihre Grenzen. Zudem lassen sich in dieser Bauweise radial außendichtende Lösungen schwer bis gar nicht realisieren. Die neue Wellendichtung Seventomatic für Wellendurchmesser ab 1,5 Meter und größer verwendet daher eine Mäanderfeder, um die Vorspannkräfte aufzubauen. Herausragend an der neuen Konstruktion ist, dass sie konsistente Linienkräfte erzeugt und im Vergleich zu anderen Lösung gegenüber Wellenschlag unempfindlicher ist. Die Wellendichtung akzeptiert in der Standardgröße eine Auslenkung von ± 4 Millimeter ohne Funktionseinbußen und zeigt sich daher gutmütig gegenüber Fertigungstoleranzen der Welle. Hergestellt wird sie aus hydriertem Acrylnitrilbutadien-Kautschuk (HNBR), einem Werkstoff der Ventoguard Gruppe.

Freudenberg Sealing Technologies         Halle B6, Stand 531

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