692PU

Parkers neuer Hydraulikschlauch 692PU ist ein Geflechtschlauch mit sehr hoher Ozonbeständigkeit und Abriebfestigkeit, der die engsten Biegeradien am Markt bietet. Bild: Parker Hannifin

Das Verlegen flexibler Schlauchleitungen ist eine anspruchsvolle und komplexe Aufgabe. Hohe Flexibilität, geringe Mindestbiegeradien und Außendurchmesser haben schon viele Projekte gerettet. Insbesondere wenn es um Anwendungen in der Fördertechnik geht, verlangen die Faktoren Produktivität, Sicherheit und Zuverlässigkeit eine sorgfältige Auswahl der Schläuche – schließlich ist nicht jeder Hydraulikschlauch gleich und Fehler bei der Auswahl können kostspielige Folgen haben.

Konstrukteure und Hersteller von Hebe- und Förderzeugen wie Gabelstaplern, Teleskopstaplern und Autokränen werden mit immer anspruchsvolleren Kundenanforderungen konfrontiert. Der Preis ist ein wichtiges Kriterium für die Produktauswahl, aber der Markt verlangt viel häufiger eine höhere Betriebsleistung, eine verstärkte Einhaltung von Normen für die Sicherheit des Bedienpersonals und der Anlagen sowie die Minimierung teurer Stillstandszeiten.

Kriterien für die Schlauchauswahl

Die Forderung nach Produktivitätssteigerungen steht in einem Markt, der von schnellem Transport und rascher Lieferung bestimmt ist, an erster Stelle. Die Produktivität ist eng verknüpft mit der Geschwindigkeit beweglicher Teile. Das erfordert bei gleichbleibenden Durchmessern der Hydraulikleitungen größere Durchflussraten und einen höheren Nenndruck. Bei der Auswahl eines Schlauchs für Anwendungen in der Fördertechnik wird zuerst die Größe bestimmt.

Das ist wichtig, weil die richtige Schlauchgröße für die Minimierung von Druckverlusten sorgt – so wird bei hohen Temperaturen oder übermäßigen Turbulenzen im Medium eine Beschädigung des Schlauchs verhindert. Entscheidend für eine konstante und korrekte Durchflussgeschwindigkeit im System ist der richtige Innendurchmesser. Ist er zu klein, führt die aufgrund der größeren Mediengeschwindigkeit entstehende Reibung zum schnelleren Verschleiß der Innenschicht und lässt die Temperaturen in der Anlage steigen. Ein zu großer Durchmesser beansprucht mehr Platz und ist unhandlich bei der Verlegung.

Verbesserte Alterungsbeständigkeit

In puncto Temperatur betrachten Hersteller von Förderzeugen sowohl die Temperatur des Mediums als auch die Umgebungstemperatur, um rissige oder beschädigte Außenschichten, Innenschläuche oder Druckträger zu vermeiden. Schlauchhersteller empfehlen für die meisten Anwendungen in der Fördertechnik einen spezifizierten Temperaturbereich von – 40 bis + 100 Grad Celsius.

Als technischer Partner der Erstausrüster in diesem Bereich hat Parker mit dem 692PU einen neuen Schlauchtyp entwickelt, der den kritischen Faktoren des Hydraulikkreislaufs und den hohen Marktanforderungen mehr als entspricht. Der Schlauch zeichnet sich aufgrund seiner Materialbeschaffenheit durch eine höhere Witterungs- und Alterungsbeständigkeit aus. Die Außenschicht besteht aus Verbundmaterialien mit sehr hoher Ozonbeständigkeit und Abriebfestigkeit.

Höchste Medienbeständigkeit

Da es zahlreiche Arten und Qualitäten von Hydraulikflüssigkeiten gibt, spielt die Medienbeständigkeit des Schlauchs eine entscheidende Rolle. Es ist nachgewiesen, dass die Viskosität eines Mediums die Leistung und Lebensdauer eines Systems stark beeinflussen. Die in niedrigviskosen Ölen oft vorhandenen Moleküle können die Innenschicht durchdringen. Probleme treten auf, wenn die Moleküle zwischen Innenschicht und Abdeckung eingeschlossen sind.

Eine Lösung ist, die Durchlässigkeit der Innenschicht zu prüfen. Allerdings geht der Trend zu einem Schlauch wie den 692PU, der dank einer Innenschicht aus synthetischem Gummi gegen eine Vielzahl gängiger Medien beständig ist. Dazu gehören Flüssigkeiten auf Erdöl- und Wasser-Glykol-Basis, mineralische und biologisch abbaubare Schmieröle sowie Luft und Wasser.

Sicherheit ist bei Hydrauliksystemen wichtig. Beim Druck sind immer Druckspitzen einzukalkulieren, die meist im System auftreten. Es gilt, den empfohlenen Sicherheitsfaktor nie zu überschreiten, um die Lebensdauer des Schlauchs nicht zu beeinträchtigen.

Der neue Hydraulikschlauch bietet einen konstanten Betriebsdruck von 21,0 MPa sowie einen Sicherheitsfaktor von 4:1. Er wird für alle Anwendungen bei mobilen Maschinen eingesetzt. Aus Sicherheitsgründen sollten auch sämtliche Komponenten, die miteinander verbunden werden, wie Schlauch, Armatur und Schlauchpresse, aufeinander abgestimmt sein. Komponenten von verschiedenen Herstellern miteinander zu verbauen birgt die Gefahr, dass das komplette System nicht optimal aufeinander abgestimmt ist. Deshalb bietet Parker alle Komponenten aus einer Hand an.

Hochwertige Außenschicht

In abrasiven Umgebungsbedingungen oder in Bereichen, wo es schwierig wird, Scheuerstellen zu vermeiden, sollte ein Schlauch eine spezielle Außenschicht haben. Allerdings ist es bei Platzmangel – wie bei Förderzeugen – oft kompliziert, feste und steife Außenschichten einzusetzen. Hier sind eine hohe Flexibilität und enge Biegeradien gefragt. Um diese Anforderungen zu erfüllen, muss die Außenschicht aus dünnen, leichten und hochwertigen Materialien bestehen.

Der neue Hydraulikschlauch bietet ausreichende Flexibilität bei einer gleichzeitig hohen Abriebfestigkeit. Die speziell entwickelte Außenschicht berücksichtigt die häufige Interaktion zwischen beweglichen und feststehenden Teilen.

Um häufige und schnelle Bewegungen ausführen zu können, sind eine hohe Öldurchflussrate sowie hohe Betriebsdrücke erforderlich. Dies beeinträchtigt jedoch bei konventionellen Schläuchen oftmals die Lebensdauer. Unter anderem sind Abriebprobleme zwischen Schlauchleitungen und Maschinenteilen ein bekanntes Problem: Bei Gabelstaplern führen Schlauchbewegungen in der Nähe der Kette oft zum Abrieb der Außenschicht, wodurch ein Ausfall des Schlauchs droht.

In Bezug auf Abriebfestigkeit bei Metall-Schlauchkontakt ist die Tough-Cover-Außenschicht (TC) etwa 80-mal besser als eine Standard-Außenschicht. Die Super-Tough-

Außenschicht (ST) ist sogar 450-mal widerstandsfähiger. Die neu entwickelte Spezialaußenschicht des Schlauchs schließt die Lücke zwischen TC und ST. So ist dieser sehr flexibel, wodurch der Kraftaufwand beim Biegen wesentlich geringer ist als bei Standard- und TC-Schläuchen. Zudem ist er vielseitiger einsetzbar.

Geprüfte Zuverlässigkeit

692PU Schnitt

Hydraulikschlauch 692PU: Ein Abschälen der schützenden Außenschicht ist durch die No-Skive-Technologie nicht erforderlich. Bild: Parker Hannifin

Eine weitere große Herausforderung ist die Zuverlässigkeit. Der spezifische Aufbau des neuen Hydraulikschlauchs eignet sich für hohe Betriebsdrücke, enge Biegeradien und garantiert eine lange Lebensdauer. Weil Parker Qualitätstests und -prüfungen durchführt, erreichen die Schläuche eine enorm hohe Zuverlässigkeit und reduzieren so die Wartungsintervalle sowie Maschinenstillstandzeiten. Dadurch verlängert sich beispielsweise die Nutzungsdauer von Gabel- oder Teleskopstaplern.

Bessere Sicht für den Bediener

Mit den engsten Biegeradien am Markt ermöglicht der neue Schlauch auch den Einsatz kleinerer Rollen im Hubgerüst. In Verbindung mit einem kleineren Außendurchmesser kann das Sichtfeld des Bedieners deutlich verbessert werden.

Auch der Einbau in engen Bauräumen vereinfacht sich dank einer einfachen, sicheren und platzsparenden Verbindungstechnik. Ein Abschälen der schützenden Außenschicht ist durch die No-Skive-Technologie nicht erforderlich. hei

Autoren: Alain Chaurand und Fabio Meriggi, Parker Hannifin