Umformmaschine

Das jüngste Modell der Umformmaschine schafft in der gleichen Zeit mehr Rohre als die Vorgängerversion.

Der Eaton-Geschäftsbereich Hydraulik stellt die vierte Generation der Walform-Rohrumformmaschine vor. Die Firma vertreibt die Kaltumformmaschine unter der Bezeichnung Walterscheid M-Wf385xplus (WAL626385). Der Hersteller ist vor allem stolz auf die erhöhte Bedienerfreundlichkeit und die reduzierten Taktzeiten.

Die Maschine erzeugt die spezielle Walform-Kontur deutlich schneller als das Vorgängermodell. Sie eignet sich für den Einsatz im Maschinenbau, im Schiffsbau, in der Öl- und Gasindustrie, der Landwirtschaft, alternativen Energieerzeugung, Fertigungstechnik, Fördertechnik und im Transportwesen.

„Fehlerhafte Montage ist bei allen Rohrverbindungen die häufigste Versagensursache“, erklärt Produktmanager Michael Weidenbrück und verspricht: „Die Walformplus-Technologie gewährleistet gute Montagebedingungen.“ Das dazugehörige Rohrverbindungssystem umfasst vier Elemente: ein mechanisch umgeformtes Rohrende, einen Verschraubungsstutzen mit 24-Grad-Kegelsitz, eine Mutter sowie eine unverlierbare Dichtung.

Verschraubung auf hoher See

Ein raues Umfeld, ob nun auf dem Nordseedampfer oder der Ölbohrplattform, erfordert besonders zuverlässige Rohrverschraubungen mit hohem Haltevermögen. Dem trägt die Firma Rechnung, indem sie in ihrem Rohrverschraubungssystem Elastomer- und Metall-auf-Metalldichtungen verwendet. Dadurch soll sicherer Halt bei hohen dynamischen Belastungen sowie eine effektive Dichtheit gewährleistet werden.

Nach der Kaltumformung des Rohres in der Maschine ist die Montage der Rohrverschraubungen relativ unkompliziert möglich: Beim Anziehen in die endgültige Montageposition reduziert die Konfektionierungslösung den Anzugsweg auf maximal ein Sechstel der Umdrehungen bei der Fertigmontage. Das erforderliche Anzugsdrehmoment ist etwa 25 Prozent niedriger als bei händischer Montage eines Schneidrings. Die spezielle Kontur am Rohr gibt einen definierten Festpunkt vor, der das Ende des Montageweges anzeigt.

Genormte Teile vereinfachen Logistik

Das System verwendet überwiegend Normteile, wobei die Vorgaben in Bezug auf Arbeitsdruck und Korrosionsschutz zum Teil um den Faktor zehn übertroffen werden. In den Kopf der Maschine ist eine Lichtschranke integriert, was zur Senkung der Taktzeiten beitragen soll. Diese kann allerdings bei Bedarf ausgeschaltet werden.

Mit einem Schalter lässt sich die Maschine in die Werkzeugwechselposition fahren. Sie verfügt darüber hinaus über eine bedarfsgesteuerte und temperaturabhängige Kühlersteuerung und ein rückstellbares Zählgerät im Bedienfeld. Auf Anwenderwunsch steht sie auch mit Fußschalter (WAL609949) zur einfacheren Handhabung langer Rohre zur Verfügung.

Die Firma bietet als Ergänzung einen Montagewagen an, der beim Transport der Maschine und der Aufbewahrung der Werkzeuge helfen soll. Diese verwahrt der Bediener in Sätzen in speziellen Aufbewahrungsplätzen. Dabei ist es möglich, den Werkzeugkasten in verschiedenen Positionen anzubringen. Wird mehr Platz zur Aufbewahrung benötigt, so stehen zusätzliche Werkzeugschränke zur Verfügung. jl

Autorin: Maria Scharnberg, Technical Publicity für Eaton

“Plagiate sind eine Herausforderung“

Ulrich Ammer

Ulrich Ammer, Marketing Manager bei Eaton Hydraulics

INTERVIEW: Ulrich Ammer, Eaton

fluid: Gibt es einen Trend zu „One fits all“, um die Vielfalt halbwegs überschaubar zu halten und auch Lager- und Logistikkosten zu sparen?

Ja, in manchen Bereichen sehen wir einen Trend hin zur Standardisierung. So sind wir zum Beispiel dabei, eine Armaturenreihe zu entwickeln, die für viele verschiedene Schlauchtypen zugelassen ist, egal ob Hochtemperatur- oder Tieftemperaturschlauch oder für Ausführungen mit bestimmten Biegeradien.

fluid: Zumindest Standardprodukte sind im Bereich Verbindungstechnik weitgehend austauschbar. Welche Rolle spielen Dienstleistungen vor diesem Hintergrund?

Dienstleistungen spielen aus unserer Sicht eine wichtige Rolle. So haben wir neben dem Team in Baden-Baden auch in Rastatt ein Servicezentrum etabliert.

fluid: Welche Auswirkungen haben die ständig steigenden Sicherheitsanforderungen?

Sicherheit hat für uns höchste Priorität. Sollte es dennoch einmal Probleme geben, werden Reklamationen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika zentral von einem Zentrum im Vereinigten Königreich aus registriert, analysiert und abgewickelt.

Wir sind auch in der Lage, bei Bedarf eine forensische Untersuchung durchzuführen. Mit dieser können wir feststellen, auf welche Ursache ein Schlauchfehler zurückzuführen ist, zum Beispiel Übertemperatur, falsche Lagerung, Überschreitung der Biegeradien oder Überbeanspruchung. Die hier gesammelten Erfahrungen fließen in die weitere Produktentwicklung mit ein.

fluid: Oft tauchen bei standardisierten Komponenten Plagiate auf. Was unternehmen Sie dagegen?

Plagiate sind eine Herausforderung. Wir haben leider auch unsere Erfahrungen auf diesem Gebiet machen müssen. Daher sind alle unsere Produkte eindeutig beschriftet. Dennoch ist es vorgekommen, dass sogar Teilenummern kopiert wurden. Wenn die Kunden meinen, unsere Produkte irgendwo deutlich billiger mit der gleichen Teilenummer beziehen zu können, so sind wir bereit, eine Stichprobe zu prüfen, um sicherzugehen, dass diese Produkte unseren Qualitätsstandards entsprechen. Denn die Plagiate unterscheiden sich merklich in der Qualität und so lässt sich eine Kopie einfach entlarven. do

Die Fragen stellte Michael Pyper im Auftrag von fluid