Bild Bego

Bild: Bego

Die Firma Bego (Bremer Goldschlägerei Wilh. Herbst) zählt zu den führenden Dentalspezialisten weltweit. Seit über 120 Jahren stellt das in fünfter Generation inhabergeführte Unternehmen mit Hauptsitz in Bremen Dentallaboren, Zahnärzten und Implantologen innovative und wirtschaftliche Materialien, Verfahren und Geräte für die Patientenversorgung zur Verfügung. Der Name Bremer Goldschlägerei erinnert dabei an den Ursprung des Unternehmens: Der führt zurück zu der revolutionären Idee, statt gehämmerter Goldfüllungen spezielles Plombiergold mit der Rotationsmethode zur Zahnrestauration zu verwenden. Die Innovation machte den Zahnarzt und Gründer des Unternehmens Dr. h.c. Wilhelm Herbst berühmt und brachte ihm die Ehrendoktorwürde ein. Nach und nach hat sich ein weltweit agierendes Unternehmen entwickelt, dessen Lösungen in der Dentalbranche einen hervorragenden Ruf genießen.

Vakuum Druckgussmaschine

Die modernen Vakuum-Druckgussmaschinen von Bego verfügen über eine intuitive Handhabungs- sowie eine dazu passende zukunftssichere Steuerungstechnik. Bild: Phoenix Contact

Großes Augenmerk wurde bei der Entwicklung der Bego-Vakuum-Druckgussmaschinen auf ergonomische Aspekte gelegt. Ergonomische Studien zeigen, dass die Bedienung von Maschinen immer dann am effektivsten ist, wenn Arbeits- und Bedienbereich möglichst frei zugänglich und alle notwendigen Bedienelemente im direkten Blickfeld frontal angeordnet sind. Anspruch von Bego ist es, den Kunden bei sämtlichen Geräten – trotz komplexer Abläufe – möglichst einfache Bedienkonzepte anzubieten. Aus diesem Grund kommen in den Bego-Gießgeräten der Nautilus-Serie industrietaugliche Touchscreens zum Einsatz.

Ergonomischer Touchscreen

Eine weitere wichtige Anforderung ergab sich aus der aktuellen ISO-Norm 13849 und der damit verbundenen Einstufung in das entsprechende Performance Level sowie die Steuerungskategorie. Durch die modulare Erweiterbarkeit der Steuerung um Standard- und Funktions-I/O-Module konnte die Sicherheitsschaltung problemlos in das Sicherheitskonzept der Bego-Gießgeräte integriert werden.

Touchpanel

Über Touchpanel lässt sich ein einfaches Bedienkonzept realisieren. Bild: Bego

Das Bedienkonzept der Gießgeräte umfasst die Nutzung moderner SPS-Technologie in Verbindung mit einem robusten 5,7 Zoll großen Touchscreen der Firma Sütron Electronic. Die Modbus-Kommunikation erlaubt schnelle Zugriffszeiten auf alle Funktionen des Gießgeräts und bietet gleichzeitig eine intuitive Menüführung mittels Icons durch den gesamten Gießprozess.

Bei den Touchpanels handelt es sich um High-End-Lösungen für den industriellen Bereich. In den Vakuum-Druckgussmaschinen wird ein Gerät vom Typ TP 57 AT aus der S-Line-Serie verwendet. Das Touchpanel kommt im sogenannten Portraitmodus, also hochkant, zum Einsatz. Hierbei werden 65.535 Farben in einer Auflösung von 240 x 320 Pixel visualisiert. Das Gerät stellt die einzige Schnittstelle zwischen Vakuum-Druckgussmaschine und Bediener dar, indem auf dem Display sämtliche wichtigen Informationen über den Status des Gießprozesses angezeigt werden. Die Visualisierung wird dazu mit dem Projektierungs-Tool Tsvisit von Sütron erstellt.

Steuerung durch Klein-SPS

Dennis Wachtel

Dennis Wachtel, Leiter des Produktmanagements bei Bego, schätzt neben der hohen Qualität und Robustheit auch die modulare Erweiterbarkeit der Kleinsteuerung
ILC 130 ETH. Bild: Phoenix Contact

Vor dem eigentlichen Gießprozess wird der zweiteilige Tiegel mit der gewünschten Legierung, aus welcher der Zahnersatz bestehen soll, gefüllt. Anschließend wählt der Zahntechniker eine dreistellige Nummer über das Display. Die hinterlegte Legierungs-Datenbank beinhaltet alle für den Guss wichtigen Parameter wie Vakuum und Gießtemperatur. Durch die Eingabe der Nummer werden die Parameter in die Kleinsteuerung ILC 130 ETH von Phoenix Contact übertragen. Ab diesem Punkt übernimmt die SPS den Prozessablauf. Nach dem Evakuieren der Gießkammer zwecks Oxidationsminimierung wird der Induktionsgenerator eingeschaltet, um die Legierung schnell auf die Gießtemperatur zu bringen.

Fazit

Der Einsatz moderner Komponenten von Phoenix Contact und Sütron im Bereich der Gerätesteuerung erschließt neue Anwendungsmöglichkeiten in der Zahntechnik. Beide Komponenten – die Steuerung und der Touchscreen – erfüllen die strengen Norm- und Qualitätsanforderungen der Bego Bremer Goldschlägerei als Premiumanbieter zahntechnischer Lösungen.

Durch die Erweiterbarkeit der SPS sind neue Anwendungen der Gießgeräte problemlos integrierbar. Benötigt beispielsweise eine künftige Neuentwicklung zusätzliche I/O-Module, lassen sich diese einfach an die Kleinsteuerung anreihen. ILC 130 ETH erlaubt die Ergänzung um bis zu 64 I/O-Module, wodurch bis zu 4096 Ein- und Ausgänge geschaltet werden können. Die industriellen, formschönen Touchscreens von Sütron bieten genügend Robustheit für den Alltag in einem zahntechnischen Labor, liefern gleichzeitig aber auch einen Beitrag zum Design-Konzept der Bego-Gießgeräte.

Autor: Michael Gulsch, Phoenix Contact, www.phoenixcontact.de

Technik im Detail

Steuerung

Neben der Steuerung des Produktionsprozesses überwacht die Kleinsteuerung ILC 130 ETH die Verriegelung der Türen sowie die Regelung des Kühlkreislaufs. Bild: Phoenix Contact

Kleinsteuerungen speziell für den Maschinenbau

Zur Hannover Messe 2013 erweiterte Phoenix Contact das Automatisierungssystem Easy Automation um zwei Komponenten: speziell für den Maschinenbau entwickelte Kleinsteuerungen sowie ein kompaktes, einfach konfigurierbares Bediengerät. Die neuen Inline Controller ILC 191 ME/AN und ILC 191 ME/INC bieten sich aufgrund der integrierten Schnittstellen (Ethernet, RS232 und RS485/422) sowie der Puls-/Frequenzausgänge, analogen und digitalen Ein- und Ausgänge sowie schnellen Zähler und Inkrementalgeber-Eingänge an, um Antriebe per Schrittmotor-Treiber oder Frequenzumrichter anzusprechen.

Das Bediengerät TD 1030T aus der Produktfamilie Minitouch verfügt über ein 2,8-Zoll-Display, auf dem Daten in alphanummerischer Form mehrzeilig dargestellt werden. Vier frei konfigurierbare Tasten auf dem Display erlauben die Interaktion mit dem Gerät, das mit der Software PC Worx Express programmiert wird. Eine Visualisierungs-Software ist nicht erforderlich, denn es stehen bereits standardmäßig vordefinierte Bedien-Oberflächen zur Auswahl.

Technik im Detail

Projektierungs-Software für alle Bediengeräte

Mit der anwenderfreundlichen, vollständig entwickelten Software TSvisIT lassen sich sämtliche Bediengeräte von Sütron projektieren. Das Tool richtet sich an Applikateure, die schnell auf ein umfangreiches Sortiment typischer Visualisierungs-Bausteine der Automatisierungstechnik zugreifen möchten. TSvisIT ist für die Hardware des Filderstädter Unternehmens optimiert sowie mit zahlreichen vorgefertigten Tools und integrierten Funktionen ausgestattet. Diese können je nach Bedarf erweitert und um zusätzliche, einfach importierbare Tools ergänzt werden. Die Software arbeitet darüber hinaus problemlos mit den Steuerungen von Phoenix Contact zusammen.

Da das Projektierungs-Werkzeug sowie die Applikation mit allen Tools gut strukturiert und übersichtlich auf nur einem Bildschirm dargestellt werden, ist eine gute Bedienbarkeit gegeben. Über die auf der linken Bildschirmseite angebrachten, intuitiv handhabbaren Projektierungsschritte (Engineering-Steps) unterstützt TSvisIT den Anwender von der Projekt-Erstellung über die Simulation bis zum Transfer der Applikation auf eines der Sütron-Panels.