Gerd Nöker

Gerd Nöker, Geschäftsführer der Transfluid Maschinenbau GmbH, denkt schon an den nächsten Markt.

Geschäftsführer Gerd Nöker zu Kundenwünschen, Anforderungen und Perspektiven.

fluid: Mit welchen Neuentwicklungen kommt Transfluid aktuellen Anforderungen entgegen?

Da kommen Neuentwicklungen, wie das Verfahren der CNC-gesteuerten rollierenden Rohrumformung ins Spiel. Mit dieser Innovations-Technologie wurde Transfluid 2013 ins „Verzeichnis der Weltmarktführer“ der südwestfälischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) eingetragen.

Das patentierte Verfahren ermöglicht auch hoch- und höchstfeste Werkstoffe weitgehend werkzeugunabhängig effizient zu bearbeiten. Dies ist immer häufiger eine entscheidende Anforderung, um etwa den konsequenten Leichtbau in der Automobilindustrie zu gewährleisten.

fluid: Was ist der kleinste Biegeradius, die geringste Ovalität und die minimalste Wandstärkenverschwächung beim Biegevorgang?

Wir schaffen, je nach Material und Rohrdurchmessern, Radien von 0,7 x Rohrdurchmesser. Ovalitäten von maximal fünf Prozent können selbst bei diesen engen Radien hergestellt werden. Um Wandstärkenverschwächungen zu reduzieren, arbeiten wir mit einem Centreline Booster. Hierbei wird das Rohr gesteuert nachgedrückt, um den Biegeprozess positiv zu unterstützen. Die Wandstärkenverschwächung kann hierdurch extrem reduziert werden.

fluid: Wann lohnen sich elektrisch betriebene Rohrbiegemaschinen?

Grundsätzlich lässt sich hier sagen, dass je geringer der Rohrdurchmesser ist, desto interessanter wird es, Biegemaschinen mit elektrisch betriebenen Achsen auszustatten – erst recht bei Durchmessern unter 120 mm. Die Geschwindigkeit ist ein entscheidender Effekt. Und natürlich auch die Präzision, da diese Antriebe absolut reproduzierbare Ergebnisse ermöglichen.

fluid: An welche Systeme können Software-Schnittstellen angebunden werden?

Hierfür bietet das Unternehmen die leistungsstarke Software mit der Bezeichnung t control. Damit beispielsweise eine CNC-gesteuerte Biegemaschine an die entsprechenden CAD-Systeme angebunden werden kann, wird die Bearbeitungseinheit mit einem PC (Windows-Betriebssystem) und der hauseigenen Biege-Software ausgestattet. Sie ermöglicht die einfache Erstellung von Fertigungslisten und eine schnelle Datenübertragung.

fluid: Welche Zukunftsmärkte sehen Sie für Rohrbearbeitungsmaschinen?

Wir arbeiten für den Fortschritt, um unseren Kunden Ergebnisse zu sichern, die sie im Wettbewerb nach vorne bringen. Zukunftsthemen sorgen da selbstverständlich für reichlich Gesprächsstoff. Und weil wir selbst für unsere Arbeit die Märkte unserer Kunden im Blick haben, wird oft beraten, wo der Markt hingeht, wo Tendenzen erkennbar sind. Die technischen Herausforderungen, die in Zukunft an an uns gestellt werden, kommen aus Deutschland und aus Europa. Zukunftsmärkte in der Masse sind sicher in Asien und Südamerika zu sehen.

fluid: Wie prüft Transfluid die Qualität?

Hier bieten wir zum Beispiel im Softwarebereich kundenorientierte Lösungen, mit denen unsere Systeme direkt mit der Software unseres Auftraggebers kommunizieren. Auch hundertprozentige Kontrollen verschiedenster Bauteile werden über eigene Systemlösungen und mit unseren Technologiepartnern umgesetzt.

fluid: Wie können sich Ihre Kunden davon überzeugen?

Das ist eine gute Frage, die ich so beantworten möchte: Natürlich machen wir auch schon mal einen Besuch möglich. Oftmals zeigen bereits Musterrohre viel von dem, was wir letztendlich möglich machen. Ich möchte die Frage aber abschließend so beantworten: Nichts geht schließlich über die Praxis.

Autor: Florian Blum, Redakteur