Landkarte Afrika

Afrika als Markt im VisierIn Afrika könnte sich beispielsweise der Markt im Bereich der Bergbauindustrie erweitern. Auch so beobachten Branchenvertreter die wirtschaftliche Lage auf dem Kontinent genauer oder sehen dort bereits einen Teil ihres Wachstums. Bild: fotolia / beugdesign

Aber auch der Fachkräftemangel drückt den einen oder anderen Branchenvertreter.

Wer dieser Tage nach Osteuropa blickt, schaut auf eine politisch desolate Lage – die sich auch auf die Fluidbranche auswirkt. „In unserem Unternehmen spüren wir vor allem die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts aufgrund der gegen Russland verhängten Sanktionen, die das Geschäftsklima spürbar eingetrübt haben“, resümiert Ingrid Hunger, Geschäftsführerin der Unternehmen Hunger DFE und Walter Hunger Hydraulikzylinderwerk. Dass der Konflikt das Risiko für Exportunternehmen verstärkt, verzeichnet auch Erwin Schierle, Geschäftsführer von Schierle Stahlrohre aus Neuss: „Erste Kunden haben fertige Maschinen und Anlagen bereitstehen, die jedoch von Russland nicht abgenommen werden.“

Und auch Dr. Martin Giersch, Vorsitzender der Geschäftsführung von Voss Fluid konstatiert die Zurückhaltung: „Viele Kunden der Landtechnikbranche verursachen durch die Ukraine-Krise deutliche Rückgänge der Aufträge dort und aus Russland, was wir somit auch unmittelbar spüren.“ Auch Unternehmen, die vom Konflikt in der Ukraine nicht direkt betroffen sind, schielen dorthin – und auf die weiteren Krisenherde in Nahost und Afrika.

Energiekosten Effizienz

Gesetzgebung und Kunden stellen immer höhere Anforderungen an die Energieeffizienz. Das Entwickeln ressourcenschonender Komponenten bleibt in den nächsten Jahren das große Thema. Bild: fotolia / vschlichting

„Momentan sehen wir keinen wesentlichen Einfluss, aber wir beobachten natürlich diese Situation genau“, betont Joachim Guhe, President Middle East and Africa (EMEA) bei dem in Kaarst ansässigen Spezialisten Parker Hannifin. Und Hendrik Schmücker, Chief Marketing Officer bei der Stauff Gruppe sagt, das Unternehmen stelle sich in der Planung für 2015 darauf ein, dass die Ereignisse und Entwicklungen direkten oder indirekten Einfluss auf die Geschäfte in diesen Regionen haben könnten.

Glück hat, wer bisher wenig auf den russischen Markt gesetzt hat, wie beispielsweise Aventics, und die Auswirkungen nicht so stark spürt. Christian H. Kienzle, CEO der Argo-Hytos Group und Vorsitzender des Verbands der deutschen Fluidtechnik im VDMA hofft, dass in Russland bald wieder ein intakter Gebrauchtmaschinenmarkt für Landmaschinen die Pipeline für die Erstausrüstung in Europa freigibt. „Allerdings ist das Preisniveau in Russland mittlerweile durch den fallenden Rubel sehr hoch, und die Kunden warten auch dort auf eine Erholung durch eine Lösung der politischen Konflikte in der Ukraine“, sagt Kienzle.

Schwächelnde Hydraulik

Um die Landtechnik ist es momentan also nicht gut bestellt. So berichtet Kienzle, dass der Umsatz in der Hydraulik aufgrund der negativen Auftragseingänge einbreche und er deshalb nur noch mit einem leichten Wachstum oder gar einem Rückgang bis zum Ende des Geschäftsjahres rechne, während die Pneumatik im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gleich bleiben werde. „Der Grund im Rückgang bei der Hydraulik liegt vor allen Dingen im starken Rückgang der Landtechnik um circa acht Prozent, während bei der Pneumatik die starke Robotik und industrielle Automation der treibende Faktor sind“, sagt Kienzle. Für Argo-Hytos erwartet Kienzle für das Jahr 2015 für die Hydraulikbranche ein einstelliges Wachstum, sofern sich die Situation in den Abnehmerbranchen Baumaschinen und Landtechnik verbessert.