| von Frank-Peter Fründ, IHA

Zum Beispiel können dort, wo Druckluftpistolen zum Einsatz kommen, Schallemissionen bis zu 105 Dezibel auftreten. Bereits bei 85 Dezibel ist ein schleichender Gehörverlust die Folge. Hier sind geräuscharme Mehrkanal-Sicherheitsdüsen zu empfehlen. Neben der deutlichen Senkung des Lärmpegels haben diese einen geringeren Luftverbrauch und eine bessere Blaswirkung auf größere Entfernung.

Aufpeitschen von Schlauchleitungen

Beim Entkuppeln zweier Schlauchleitungen muss die Kraft so groß sein, dass die Kupplung und auch der Stecknippel kräftig festgehalten werden. Dabei darf die entweichende Luft nicht in das Gesicht des Bedieners strömen. Das erreicht man durch die Verwendung von Sicherheitskupplungen oder Sicherheitsnippeln. Diese blockieren sofort den Druck in der Schlauchleitung und bauen diesen langsam ab.

Geplatzte Leitungen oder Druckbehälter

Eine sicherheitstechnisch verlegte und benutzte Druckluftleitung geht einher mit der vom Hersteller empfohlenen Verwendungsdauer, die nicht überschritten werden darf.

Das Knicken von Schlauchleitungen sollte ebenso wie eine Zugbeanspruchung vermieden werden. Der Mindestradius darf nicht unterschritten werden.

Auch das Verdrehen (Torsion) von Schlauchleitungen ist zu unterlassen. Weiterhin gilt es, Scheuerstellen zu vermeiden, bei Bedarf kommt hier ein Scheuerschutz zum Einsatz. Druckbehälter und Verdichter müssen bezüglich ihrer Leistung immer aufeinander abgestimmt sein. Druckbehälter dürfen nur von unterwiesenen Personen bedient werden. Instandsetzungs- und Änderungsarbeiten an Druckbehältern darf nur ein zugelassener Fachbetrieb ausführen.

Stolpergefahr durch herumliegende Leitungen

Schlauchleitungen müssen so verlegt und benutzt werden, dass von ihnen keinerlei Gefahr ausgehen kann, um Unfälle und Beschädigungen zu vermeiden. Deshalb sollten Druckluftleitungen nach Möglichkeit direkt unter der Decke verlegt werden.

Eindringen von Luft in die Blutbahnen

Druckluftpistole, Bild: IHA
Wegen Schallemissionen von bis zu 105 Dezibel sind geräuscharme Mehrkanal-Sicherheitsdüsen zu empfehlen. Bild: IHA

Druckluft sollte man nie auf die Haut richten. Sie kann auch durch kleine Wunden unter die Haut dringen und zu plötzlichen Schwellungen ganzer Körperteile führen. Wenn Druckluft in eine Vene gelangt, kommt es zur sogenannten Luftembolie, die fast immer zum Tode führen kann. Eine pneumatische Maschine muss also so konzipiert, gebaut, und aufgestellt werden, dass alle diese Gefahren nicht von ihr ausgehen und vermieden werden können. Vorbeugend gibt es fünf Verhaltensregeln, die in der Instandhaltung beachtet werden müssen:

  • Absenken oder Abstützen von hochgehaltenen Lasten oder Maschinenteilen
  • Ausschalten der Anlage
  • Sicherstellen, dass ein Wiedereinschalten nicht möglich ist
  • Drucklosen Zustand in allen Arbeitsbereichen der Anlage herstellen und überprüfen
  • Benachbarte Maschinen oder Anlagenteile außer Betrieb setzen oder absperren.

Wichtige Gesetze und Normen zur Druckluft

  • Das Arbeitsschutzgesetz beinhaltet Vorgaben für Arbeitgeber, allgemeine Grundsätze zur Vermeidung von Gefährdungen und Beurteilung dieser durch den Arbeitgeber.
  • Die Betriebssicherheitsverordnung umfasst die Gefährdungsbeurteilung sowie Bereitstellung und Benutzung von sicheren Arbeitsmitteln durch den Arbeitgeber.
  • Die DIN EN Norm 4414 legt fest, dass beim Entwurf von Pneumatik-Anlagen alle beabsichtigten Betriebszustände und Anwendungen berücksichtigt werden müssen.
  • Darüber hinaus müssen alle Bauteile und Leitungen einer Anlage so ausgewählt oder ausgelegt werden, dass sie für die Sicherheit während des Betriebes sorgen und innerhalb der festgelegten Grenzen arbeiten.
  • Die Druckgeräterichtlinie legt die Anforderungen an die Druckgeräte für das Inverkehrbringen von Druckgeräten fest.
  • Die Arbeitsstättenverordnung enthält die grundsätzlichen Anforderungen, die für Arbeitsstätten festgelegt sind.

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