Bilanzpressegespräch in Garching

Bildunterschrift (von links nach rechts): Christian Dummler, Geschäftsführer und Chief Financial Officer, Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung, Michael Heidemann, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung, und Jürgen-Philipp Knepper, Geschäftsführer, präsentieren die Jahresergebnisse für das Geschäftsjahr 2015 auf dem Bilanzpressegespräch in Garching bei München. © Zeppelin GmbH

Der Konzernumsatz beträgt 2,33 Mrd. Euro (Vj. 2,30 Mrd. Euro). Das Konzernergebnis vor Steuern vom Einkommen und Ertrag konnte gegenüber dem Vorjahr auf 81,2 Mio. Euro (Vj. 71,6 Mio. Euro) gesteigert werden. Die Anzahl der Mitarbeiter lag im Durchschnitt bei 7.801 (inklusive Auszubildende).

Wie im Vorjahr belastete die Krisensituation in der Ukraine und Russland Zeppelin im Geschäftsjahr 2015 merklich. Durch zielgerichtete Maßnahmen und ein besonnenes Handeln des Managements konnte der Konzern dennoch sein Ergebnis gegenüber dem Vorjahr steigern. Gute Auftragserfolge in allen Strategischen Geschäftseinheiten sicherten hohe Marktanteile. Auch in den Vertriebsgebieten der Geschäftseinheit Baumaschinen CIS konnte trotz schwieriger Marktbedingungen und einem Einbruch des Baumaschinenmarkts um rund 70 % durch ein stabiles Servicegeschäft die Ertragsfähigkeit abgesichert werden.

Die Strategische Geschäftseinheit Baumaschinen EU schloss ein äußerst erfolgreiches Geschäftsjahr ab. Die Marktanteile wurden weiter ausgebaut und die Maschinenpopulation erhöht, sodass der höchste Umsatz der letzten vier Jahre realisiert wurde. Die Strategische Geschäftseinheit Rental hat auf die widrige Situation in Russland und der Ukraine mit einer Anpassung des Geschäftsmodells und der Kapazitäten reagiert. Die Geschäftseinheit Power Systems war 2015 besonders von der gedämpften Nachfrage aus der Öl- und Gasindustrie betroffen. Positiv entwickelte sich dafür die Nachfrage nach flexiblen Energielösungen und Blockheizkraftwerken. Erfolge verzeichnete die Geschäftseinheit auch im Sektor Kreuzfahrtschiffe sowie im Bereich der Industriemotoren mit Herstellern von Land- und Baumaschinen.

Die Geschäftseinheit Anlagenbau konnte sich 2015 gut im Markt positionieren und die Ertragskraft konnte im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Es gelang in den Bereichen Hersteller- und Verarbeiteranlagen für Kunststoffe einige größere Aufträge zu sichern.  Die Weichen für weiteren Erfolg wurden gestellt, indem Abläufe an den internationalen Fertigungsstandorten optimiert und die Neuausrichtung der Strukturen auf die jeweiligen Markterfordernisse fortgeführt wurde.

„Trotz vieler Widrigkeiten haben wir uns 2015 gut behauptet und unseren Konzern erfolgreich weiterentwickelt. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf den volatilen Märkten Russland und Ukraine, die unsere Geschäftstätigkeit stark beeinflussen“, erklärt Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin GmbH. „Durch den Ausbau neuer Geschäftsfelder und die Weiterentwicklung des konzernweiten Finanz- und Risiko-Managementsystems haben wir unser Ergebnis gegenüber dem Vorjahr gesteigert“, sagt Christian Dummler, Geschäftsführer und CFO der Zeppelin GmbH. „Einmal mehr haben wir unsere Lösungskompetenz erfolgreich unter Beweis gestellt und unsere Position als Anbieter von nachhaltigen Kundenlösungen verbessert. Eine große Rolle spielen dabei unsere Mitarbeiter, die durch ihr eigenverantwortliches Handeln und ihr breites Wissen den Konzernerfolg auch in herausfordernden Zeiten stützen“, fasst Peter Gerstmann zusammen.

Digitale Transformation

Im Geschäftsjahr 2015 trug der Zeppelin Konzern der fortschreitenden Digitalisierung mit zahlreichen Maßnahmen Rechnung. So erhielten Telematik, automatisierte und GPS-gestützte Maschinensteuerungssysteme sowie digitales Flottenmanagement mehr Bedeutung für die den Kunden zur Verfügung gestellte Lösungskompetenz. Des Weiteren wurde das 2014 gegründete Startup Klickrent GmbH weiterentwickelt. Über den Online-Marktplatz „klickrent“ können Maschinen und Geräte hersteller- und händlerunabhängig gemietet und vermietet werden. Für die reibungslose Bestellung von Ersatzteilen wurde das Zeppelin Kundenportal weiter ausgebaut. So wird schon heute ein Drittel des Ersatzteilumsatzes digital abgewickelt.

Investitionen und Finanzen

Zeppelin hat im Geschäftsjahr 2015 über 180 Mio. Euro investiert, in Sachanlagen für die Erweiterung der Infrastruktur inklusive Investitionen in Vermietparks. Am Standort Achim bei Bremen entstanden zusätzliche Logistikkapazitäten. Trotz der geopolitischen Situation in Russland ist Zeppelin überzeugt, dass Russland zukünftig wieder ein verlässlicher Markt für die angebotenen Produkte und Dienstleistungen sein wird. Deshalb werden die Investitionen in dieser Region fortgeführt und es wird bis zum Jahresende 2017 in der Nähe von Sankt Petersburg ein neues Vertriebs-, Service-  und Logistikcenter fertiggestellt.

Im Geschäftsjahr 2015 wurden der von fünf Core Banken gewährte Konsortialkredit über 500 Mio. Euro vorzeitig bis 2020 mit Option bis 2022 verlängert, Kapitalmarktemissionen im Volumen von 93 Mio. Euro durchgeführt sowie das günstige Umfeld genutzt und Zinssicherungsmaßnahmen, welche bis 2025 reichen, durchgeführt.

Aussichten 2016

Die Aussichten für die Märkte in 2016 sind heterogen. Für die Geschäftseinheit Baumaschinen EU geht der Zeppelin Konzern von einem robusten Geschäftsklima aus, denn notwendige Investitionen in die Sanierung der Verkehrsinfrastruktur beleben die Branche. Mit dem vorhandenen Produkt- und Dienstleistungsportfolio sowie der guten Marktpositionierung wird der Zeppelin Konzern von diesem positiven Umfeld profitieren.

Für die geopolitisch beeinflussten Märkte in Osteuropa und der CIS wird keine Besserung der angespannten Situation erwartet. Aufgrund der anhaltend niedrigen Rohstoffpreise rechnet der Konzern bei Neuinvestitionen im Bereich Öl- und Gasgewinnung mit einer Zurückhaltung seiner Kunden. Eine Wachstumsschwäche wird ferner in den Kernmärkten des Anlagenbaus in Russland, Südamerika und China prognostiziert. Die Kapazitätsanpassungen aufgrund der Situation in Russland und die erfolgte Integration der Streif Baulogistik GmbH wird dagegen entlastend auf das operative Ergebnis wirken.

Im Anlagenbau erwartet Zeppelin wieder eine stabile Ertragssituation. Die Aufhebung wesentlicher Teile der Sanktionen gegen den Iran sollte perspektivisch positive Impulse für diese Geschäftseinheit mit sich bringen.

Der Zeppelin Konzern wird sich 2016 weiterhin auf die nachhaltige Weiterentwicklung der Marktposition konzentrieren sowie neue Geschäftsfelder erschließen. Ebenso wird ein Augenmerk auf der Digitalisierung des Konzerns liegen.