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Die Weltwirtschaftslage hat sich zuletzt wieder etwas eingetrübt. Von den Auswirkungen einer wenig dynamischen Industrieproduktion bleibt auch der deutsche Maschinen- und Anlagenbau nicht verschont.

Denn von einer schlechten wirtschaftlichen und technischen Performance der Maschinenbauindustrie kann verallgemeinernd keine Rede sein. Der weltweite Markt für seine Produkte gibt aktuell schlichtweg nicht mehr her.

Auf die Frage nach den wirtschaftlichen Aussichten stößt man im Maschinenbau in diesen Tagen auffällig oft auf Ratlosigkeit. Die Branche steuert 2016 das fünfte Jahr ohne nennenswertes Produktionswachstum an. Das ist mehr als ungewöhnlich in Anbetracht des üblichen zyklischen Auf und Ab. Allenfalls die neunziger Jahre wiesen eine ähnlich lustlose Maschinenbaukonjunktur in Deutschland auf.

Gemeinsam ist beiden Zeiträumen, dass ihnen eine tiefgreifende Krise mit deutlichen Produktionsrückgängen voranging. Doch während die deutschen Maschinenbauer sich seinerzeit zur Kompensation des Nullwachstums auf dem wiedervereinigten deutschen Markt forciert auf den Weltmärkten tummelten und ihr Geschäft kräftig internationalisierten, bietet ihnen dieser Ausweg aktuell deutlich weniger Chancen. Denn die jüngste Krise war und ist anders als ihre Vorgängerinnen nicht auf bestimmte Staaten (Beispiel Asienkrise) oder Wirtschaftssektoren (Beispiel IT-Krise) begrenzt.

Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise wurden die Märkte weltweit durcheinander geschüttelt. Und die Reparaturarbeiten und Anpassungsprozesse halten an: Die geldpolitischen Notmaßnahmen gehen nun schon ins siebte Jahr, die damit einhergehende Verunsicherung der wirtschaftlichen und politischen Akteure ebbt nicht ab. Das ist kein guter Boden für auf Wachstum und Vertrauen in die Stabilität der Rahmenbedingungen angewiesene, weit reichende Investitionsvorhaben. Die Folge: In wichtigen Absatzregionen des deutschen Maschinenbaus, in Deutschland, in der Euro-Zone und darüber hinaus, hat sich eine ausgeprägte und hartnäckige Investitionsschwäche herausgebildet. Diese Diagnose gilt für öffentliche wie für private Investitionen. Über deren Ausmaß lässt sich sicher streiten, über die Tatsache an sich besteht in der Öffentlichkeit inzwischen jedoch Einigkeit.

Deutsche Produktion stagniert

Der deutsche Produktionswert stagniert 2015 weitgehend, wenn auch auf hohem Niveau, bei rund 200 Milliarden Euro.

Zwei Prozent realer Zuwachs der deutschen Maschinenproduktion lautete die Maßzahl der VDMA-Volkswirte für 2015. Das Jahr fing auch recht gut an. Noch Ende Juni 2015 gab es keinen Anlass, an der Erreichbarkeit dieser Vorgabe grundlegend zu zweifeln. Die Branche schien den vielfältigen Herausforderungen und Belastungen erfolgreich zu trotzen: 1,1 Prozent Plus standen für die ersten vier Monate des Jahres in der amtlichen Statistik.

Maschinenproduktion 2015: Abermals Stagnation

Doch mit Beginn des zweiten Halbjahres verkehrte sich dieses Plus aufgrund drastischer Revisionen des Produktionsindex für den Maschinenbau durch das Statistische Bundesamt zu einem Minus von 1,4 Prozent. Hinzu kam ein kräftiger, mit Kalendertagseffekten weitgehend erklärbarer Produktionsrückgang für den Mai. Ein Minus von zusammengenommen 2,5 Prozent für den Zeitraum Januar bis Mai führte folgerichtig zu der Entscheidung, die VDMA-Prognose von plus zwei auf null Prozent zu revidieren.

Zwischenzeitlich konnte sich dieser Wert, auch dank weiterer Korrekturen, leicht erholen. Nach aktuellem Datenstand beträgt das Minus der preisbereinigten Maschinenbauproduktion in den ersten neun statistisch erfassten Monaten des Jahres noch 0,5 Prozent zum Vorjahr. Es bleibt somit bei der Einschätzung, dass die Maschinenbaubranche 2015 ihren Produktionsrekord des Vorjahrs von 198 Milliarden Euro nicht wesentlich wird toppen können. Allein der Hinweis auf das hohe Produktionsniveau sollte allerdings ausreichen, die Aussage eines Null-Wachstums zu relativieren. Hinzu kommt das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld, in dem die Unternehmen agieren. Das erklärt auch die vergleichsweise noch befriedigende Stimmungslage in der Branche.

Der Saldo der positiven und negativen Meldungen zur aktuellen Geschäftslage ist laut Ifo Institut trotz der jüngsten Eintrübungen ausgeglichen. Hinzu kommt: Die Spreizung der konjunkturellen Entwicklung in den einzelnen Teilbranchen des Maschinenbaus ist – wieder einmal – recht groß. Der Schlüssel zur Erklärung liegt wie so oft bei der jeweiligen, sehr spezifischen Kundengruppe, genauer: deren Standort und deren eigener fachlicher Spezialisierung.

Maschinenexport: Licht und Schatten

Es waren im Wesentlichen drei Faktoren, welche die Konjunkturauguren vor Jahresfrist etwas optimistischer für die Weltwirtschaft im Allgemeinen und die Exportchancen europäischer Hersteller im Besonderen und damit den deutschen Maschinenbau stimmten: erstens eine leicht anziehende Weltkonjunktur, zweitens niedrige Rohstoffpreise sowie drittens ein schwächerer Euro. Als eindeutig positiv hat sich lediglich die wechselkursbedingt verbesserte preisliche Wettbewerbsfähigkeit der im Euro-Raum ansässigen Exporteure erwiesen. Doch der Reihe nach:

  • Die Expansion der Weltwirtschaft wird vom Internationalen Währungsfonds für 2015 aktuell mit etwas mehr als drei Prozent taxiert. Das ist deutlich weniger als ursprünglich erwartet. Die für das Frühjahr avisierte Beschleunigung blieb aus, und sie hat bisher auch nicht eingesetzt. Mehr noch: Die sich bereits seit 2014 herausbildenden Unterschiede zwischen den Regionen haben sich nochmals verschärft.
  • Die Konjunktur in den meisten fortgeschrittenen Industrieländern blieb recht robust. Positiv stechen die Vereinigten Staaten sowie einige der europäischen Nachbarländer hervor, letztgenannte zum Teil noch auf einem vergleichsweise niedrigen Aktivitätsniveau.
  • Dem gegenüber hat sich die wirtschaftliche Lage in zahlreichen Schwellenländern teils deutlich verschlechtert. Namentlich leiden von Erdöl und wichtigen Industrierohstoffen abhängige Länder unter einem erneuten Preisverfall. Eine Ursache waren erneute Turbulenzen an den Finanzmärkten, ausgelöst vom Börsencrash in China im Sommer 2015, der zudem als Menetekel für eine sich abschwächende Konjunktur im Reich der Mitte gedeutet wird
  • Alles in allem eine Mixtur, die sich nahezu eins zu eins in den Exporten der deutschen Maschinenbauer niederschlägt. Auf der Plusseite – jeweils im Zeitraum Januar bis August 2015 zum Vorjahr, nominal – stehen eindeutig die Maschinenausfuhren in die USA (+15,2 %) sowie nach Spanien (+9,2 %), Italien (+11,6 %), in das Vereinigte Königreich (+7,1 %), nach Polen (+12,6 %), Tschechien (+7,6 %) und in wichtige europäische Nachbarländer (EU insgesamt +3,8 %, Euro-Raum +2,2 %).
  • Ergänzt wird die Reihe um die beiden Schwellenländer Indien (+24,0 %) und Mexiko (+53,0 %). Indien profitiert als Rohstoffimporteur vom Preisverfall sowie im Gegensatz zu anderen aufstrebenden Volkswirtschaften von seiner wiedergewonnen Finanzmarktstabilität. Die deutschen Maschinenlieferungen nach Mexiko sind Ergebnis forcierter Industrieansiedlungen in unmittelbarer US-amerikanischer Nachbarschaft.

Große Probleme in Russland

Dr. Ralph Wiechers

Die VDMA-Volkswirte erwarten für die deutsche Maschinenproduktion 2016 insgesamt eine preisbereinigte Null, also Stagnation. Dr. Ralph Wiechers, VDMA. Bild: VDMA

Die größten Einbußen müssen die deutschen Maschinenbauer wenig überraschend in Russland (-27,1 %) und in der Ukraine (-24,5 %) verkraften. Der russische Markt verkörpert für Maschinenbauer aktuell alle nur denkbaren Probleme: eine große Abhängigkeit von Rohstoffexporten, eine kräftige Abwertung des Rubel, welche Güterimporte für russische Kunden massiv verteuert, schlechte Finanzierungsbedingungen mit exorbitant hohen Zinsen, das alles garniert mit wirtschaftlichen Sanktionen sowie einem hohen Maß an politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit.

Prozentual zwar im mittleren einstelligen Bereich (-5,2 %), in absoluten Werten wegen des hohen Volumens aber durchaus empfindlich spürbar, sind die so nicht erwarteten Exportrückgänge mit der Volksrepublik China. Die Belastungen durch den Strukturwandel werden immer deutlicher, insbesondere in der Bauwirtschaft, in der Industrie insgesamt und schließlich auch im chinesischen Außenhandel.

Chinas Wachstumsverlangsamung strahlt zudem aus auf seine ostasiatischen Nachbarn, abzulesen im deutschen Maschinenhandel mit Thailand (-21,6 %), Indonesien (-22,6 %) und Malaysia (-17,4 %). Frankreich (-4,3 %), Dänemark (-10,1 %) und Belgien (-4,1 %) schließlich belegen, dass es auch in Europa Ausnahmen von der ansonsten erfreulichen Regel gibt.

Unterm Strich verbleibt in diesen ersten acht Monaten 2015 immerhin noch ein kleines Exportplus von zwei Prozent nominal, was real einer Stagnation entspricht. Nicht auszumalen, wie es ohne den kräftigen Rückenwind der Euro-Abwertung aussehen würde. Die durchaus unterschiedlich ausfallende Exportperformance deutscher Maschinenbauer in China und den USA – beides Märkte, auf denen Anbieter aus dem Euro-Raum dank der Abwertung gegenüber den heimischen Währungen erhebliche preisliche Vorteile nutzen können – zeigt jedoch wieder einmal: Der Wechselkurs allein ist nicht imstande, eine Konjunktur zu drehen. Die Nachfrage ist entscheidend. Der Wechselkurs kann sie allenfalls verstärken. Im Wesentlichen beeinflusst er die Marge – zumindest kurzfristig. Denn bei allgemein schwacher Nachfrage birgt ein niedriger heimischer Wechselkurs für den Anbieter die Gefahr der Versuchung, dem Kunden allzu sehr im Preis entgegenzukommen.

Ein süßes Gift, denn dergestalt gewonnene preisliche Wettbewerbsvorteile zerrinnen bei wieder steigendem Kurs und müssen dann durch ein technisch deutlich verbessertes Angebot an den Kunden und/oder Kosteneinsparungen im eigenen Haus verteidigt werden.

Auftragseingang: Insgesamt knapp unter Vorjahr

Anhaltspunkte für die Analyse der wenig befriedigenden konjunkturellen Performance liefert neben der regionalen Differenzierung die Entwicklung des Auftragseingangs nach Teilbranchen. Zunächst aber soll ein Blick aufs Gesamte geworfen werden. Für den Auftragseingang des deutschen Maschinenbaus steht in den ersten neun Monaten des Jahres preisbereinigt ein Minus von einem Prozent. Während die die Inlandsorders leicht zulegten (+2 %), verzeichneten die Hersteller im Auslandsgeschäft Orderrückgänge (-2 %).

Deutsche Exporte – plus und minus

Die größten Einbußen müssen die deutschen Maschinenbauer von Januar bis August 2015 (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) – wenig überraschend – in Russland (-27,1 %) und in der Ukraine (-24,5 %) verkraften. Die Exporte in die USA hingegen wuchsen erfreulich.

Ursächlich waren Einbußen mit den Kunden im Nicht-Euro-Raum, die durch teils kräftige, hier und da dank Großaufträgen gepuschte Bestellungen aus den Euro-Nachbarländern weitgehend, wenn auch nicht vollständig, kompensiert werden konnten.

Die Werte für die letzten drei verfügbaren Monate (Juli bis September 2015/2014) bestätigen dieses Bild: Im Inland und im Euro-Raum läuft es aktuell besser als auf den Märkten außerhalb des gemeinsamen Währungsgebietes. Die bereits im Exportkapitel beschriebenen Unterschiede zwischen fortgeschrittenen und sich – wenn auch aktuell weniger dynamisch – im wirtschaftlichen Aufholprozess befindlichen Volkswirtschaften setzen sich offenbar fort.

Leichter Rückgang bei der Fluidtechnik

Diese Einschätzung findet ihre Bestätigung in der Detailbetrachtung. Grob kategorisiert müssen Fachzweige mit überdurchschnittlichem Engagement in Schwellen- und Entwicklungsländern und einem vornehmlich auf die Förderung und Weiterverarbeitung von Rohstoffen spezialisierten Kundenstamm teils heftige Einbußen verkraften.

Dagegen schlagen sich Maschinenbauunternehmen mit einer vergleichsweise starken Ausrichtung auf die klassischen Industrieländer und einem breit gefächerten, vornehmlich auf Automatisierungsaufgaben, Qualitätsverbesserung und Effizienzsteigerung ausgerichteten, hoch spezialisierten (Nischen-)Angebot recht gut.

Dieser Mix erklärt dann auch die aktuelle Auftragslage der sowohl regional als auch fachlich breit aufgestellten Fluidtechnik. In Summe kommt sie bislang mit einem leichten Rückgang der Bestellungen davon (Januar bis September insgesamt preisbereinigt -2 %). Hinter dem Gesamtbild stehen niedrig einstellige Einbußen der Ölhydraulik (-3 %) und ein knapper Zugewinn der Pneumatik (+1 %). Rückläufige Orders gibt es ausschließlich im Nicht-Euro-Raum. Das Inlandsgeschäft stagniert durchgängig. Die Bestellungen aus den Euro-Nachbarländern expandieren insbesondere für die Anbieter pneumatischer Erzeugnisse.

Maschinenproduktion 2016: Zyklus lässt abermals auf sich warten

Nach vier Jahren des nahezu Stillstandes der deutschen Maschinenproduktion – es gab ein Prozent Wachstum im Vergleich 2015 zu 2011 –, drei prognostischen Fehlversuchen und in Anbetracht einer Stimmungseintrübung, die sich bereits in den Bestellungen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus niederzuschlagen scheint, fällt ein allzu optimistischer Blick in die nahe Zukunft schwer. Allerdings gibt es zumindest aktuell auch keinen Anlass für einen übertriebenen Pessimismus.

Die Weltwirtschaft expandiert, wenn auch verhalten, und bietet so dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau weiterhin Absatzchancen – fachlich differenziert vor allem in automatisierungsnahen Bereichen und auf regionaler Ebene im Export in die EU-Partnerländer und (mit Einschränkungen) in die USA.

Förderlich wirkt sich dabei die den deutschen Herstellern eigene Fähigkeit aus, in einem insgesamt eher schwierigen Umfeld Erfolge in der Nische aufzuspüren und immer wieder neue Länder für ihre Produkte zu erschließen. Grundstoffnahe Bereiche werden dem gegenüber weiter auf ein Ende der Durststrecke warten müssen und das Gesamtergebnis belasten. Kurz: Es dürfte – wieder einmal – auf die Verteidigung des Status‘ Quo hinauslaufen, nicht mehr, aber auch nicht unbedingt weniger. Die VDMA-Volkswirte erwarten für die deutsche Maschinenproduktion 2016 insgesamt eine preisbereinigte Null, also Stagnation. fa

Autor: Dr. Ralph Wiechers, Chefvolkswirt und Abteilungsleiter Steuern im VDMA und Mitglied der Hauptgeschäftsführung

fluid hakt nach

Dr. Ralph Wiechers

Dr. Ralph Wiechers ist Chefvolkswirt des VDMA in Frankfurt. Bild: VDMA

4 Fragen an Dr. Ralph Wiechers, VDMA

Welche Bedeutung haben die USA für die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer 2016?

Für unseren größten Auslandskunden, die USA, ist ein wenn auch etwas nachlassendes gesamtwirtschaftliches Wachstum zu erwarten. Der für den Maschinenbau relevantere Part der Industrie dürfte dabei freilich nur unterdurchschnittlich performen. US-amerikanische Hersteller werden durch den starken Dollar sowohl auf der Exportseite als auch beim Inlandsabsatz abgebremst. Diese negativen Effekte drohen noch etwas stärker auszufallen, wenn die USA im Dezember erwartungsgemäß die Leitzinsen moderat erhöhen.

Gibt es Positives aus den EU-Ländern zu berichten?

Die EU mit rund 44 Prozent Gewicht am deutschen Maschinenexport hat im laufenden Jahr nach langer Durststrecke endlich wieder für positive Meldungen sorgen können. Treiber ist die sich nach Jahren zögerlich auflösende Investitionsschwäche in wichtigen Kundenländern der EU, begünstigt von der wachsenden Einsicht, die Wettbewerbsanstrengungen zu forcieren, anhaltend günstigen Finanzierungsbedingungen sowie Rückenwind von der Währungsseite. Einschränkend ist anzumerken, dass die Erholung weiterhin fragil bleibt.

Welchen Stellenwert messen Sie China aktuell zu?

Für die Maschinenexporte nach China gibt es aus aktueller Sicht eher eine Schrumpfungs- als eine Wachstumsperspektive. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung ist groß, und das auch deshalb, weil künftige Aktionen der Regierung nicht vorhersehbar sind und sie zudem im Sommer bei der Marktsteuerung zur Bekämpfung der aus dem Ruder gelaufenen Krise an den chinesischen Börsen keine gute Figur gemacht hat. Eine Umkehr der Politik zu mehr Dirigismus und weniger Marktwirtschaft kann nicht ausgeschlossen werden.

Sind die Schwellenländer denn noch Wachstumsmärkte für den deutschen Maschinenbau?

Beim Blick auf die weiteren Entwicklungs- und Schwellenländer steht zu hoffen, dass sich Zuwächse und Rückgänge auch im kommenden Jahr weitgehend neutralisieren und am Ende nicht doch ein deutlicheres Minus verbleibt. Mit der Rückführung der Leistungsbilanzdefizite ist die Abhängigkeit von Kapitalzuflüssen und damit die Furcht vor dem zu erwartenden Anstieg der Zinsen in den USA zwar etwas geringer geworden. Doch vielen dieser Staaten setzt der Verfall der Rohstoffpreise enorm zu, mit entsprechenden Folgen für wichtige Teilbranchen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Hinzu kommt, dass die aktuelle Nachfrageschwäche offenbar weniger konjunkturelle denn strukturelle Ursachen haben dürfte: In vielen Ländern ist die Politik nicht ausreichend handlungsfähig, um einer Wachstumsschwäche wirkungsvoll entgegenzusteuern.

Die Fragen formulierte Ingrid Fackler, Redaktion