Symbolbild Stagnation, Bild: Fotolia/kantver

Die Aussichten sind eher trüb (Symbolbild). Bild: Fotolia/kantver

"Als eine der wichtigsten Zulieferbranchen für den gesamten Maschinen- und Anlagenbau trägt die Fluidtechnik entscheidend zur globalen Wettbewerbsfähigkeit ihrer Kunden bei. Und so wundert es nicht, dass die deutsche Fluidtechnik bei den Welthandelsanteilen seit Jahren Platz 1 belegt, vor den USA und China – ein deutlicher Beleg für die Innovationskraft der Branche", erklärt Hartmut Rauen, Geschäftsführer der Fachverbände Antriebstechnik und Fluidtechnik im VDMA auf Anfrage. Die Exportquote liege in der Hydraulik bei fast 60 Prozent und in der Pneumatik bei annähernd 50 Prozent.

"Das Jahr 2016 ist je nach Kundenstruktur beziehungsweise Exportmärkten bei den Firmen unterschiedlich verlaufen, trotzdem dürfte die Fluidtechnik insgesamt gesehen ein kleines Plus von ein Prozent erzielen, wobei die Pneumatik etwas besser abschneidet als die Hydraulik", fährt er fort.

Die Pneumatik sei mit Blick auf die Kundenbranchen sehr breit aufgestellt, begründet der Geschäftführer des Fachverbandes. Hinzu komme, dass viele Kunden der Automatisierungstechnik zuzuordnen sind. Und so werde für die Pneumatik im Jahr 2017 ein Zuwachs von drei Prozent im Umsatz erwartet.

"Bei der Hydraulik ist das Bild je nach Kundenbranche und Länderschwerpunkt unterschiedlich. Im Schnitt ist für die Hydraulik im nächsten Jahr von einer Stagnation auszugehen", so Rauen. Für die Fluidtechnik ergebe sich in Summe ein erwartetes Umsatzplus von ein Prozent für 2017.

Hartmut Rauen, Bild: VDMA
Hartmut Rauen sieht in der Industrie 4.0 Chancen für die Fluidtechnik. Bild: VDMA

Die Fluidtechnik habe das große Glück, dass sie mit Industrie 4.0 ihre Position als Schlüsseltechnologie stärken kann, stellt Rauen fest. Die Komponenten und Systeme würden nun auch Datenquelle. "Wir können Big Data zudem mit Big Thinking verbinden, wir haben das Domainwissen, welches Dominanz erzeugen kann. Es obliegt uns, die Datenkorrelation mit dem Ingenieurwissen zu interpretieren, unser Wissen um Kausalitäten einzubringen. Neue Geschäftsmodelle sind denkbar. Predictive Maintenance steht exemplarisch dafür. Daher hat der VDMA Fachverband Fluidtechnik dieses Thema bereits im Zwischenjahr zur MDA auf der 2016er Hannover Messe eingebracht - mit großem Erfolg", berichtet Rauen. Zur MDA 2017 realisiere der VDMA erneut die Sonderschau Predictive Maintenance mit der DMAG und ergänze sie um ein Forum. "Vorab gibt es als 'Warm up' den zweiten Predictive Maintenance Kongress des VDMA am 9. Februar 2017 in Frankfurt am Main", kündigt er an.

Die Taktzahl der Innovationsprozesse werde durch die Digitalisierung höher, beobachtet Rauen. "Die Branche freut sich daher, dass ihr mit der kommenden Hannover Messe die Gelegenheit geboten wird, die deutsche Technologieführerschaft in Sachen Industrie 4.0 einem globalen Publikum zeigen zu können. Die Digitalisierung unserer Produkte geht natürlich einher mit vielen anderen Innovationszielen, die unseren Kunden wichtig sind. Eine hohe Leistungsdichte, gute Energieeffizienz, Plug-and-play, niedrige Total Cost of Ownership bleiben wichtige Ziele." Die Digitalisierung sei aber auch hierzu ein wichtiger Motor. 

 

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