Leuze, IO-Link-Master
Der IO-Link Feldmaster von Leuze Electronic überträgt Prozess- und Diagnosedaten von Sensoren über IO-Link in die Steuerung und zugleich via Profinet und bald auch EtherNet/IP in die Cloud. Bild: Leuze

Damit Sensoren, Aktoren und andere Teilnehmer die Industrie-4.0-Kommunikation autark nutzen können, muss die Semantik der Kommunikation übergreifend standardisiert werden. Einen wesentlichen Beitrag zur Standardisierung leistet hier bereits heute das digitale Kommunikationsprotokoll IO-Link. Ingo Baumgardt, Head of Product Center Measuring Sensors, bei Leuze Electronic: “In den nächsten Jahren wird die Nachfrage nach IO-Link-Sensoren weiter stark ansteigen. Damit erweitert sich auch das Netz der angebotenen Komponenten deutlich. Waren anfänglich vor allem Sensorhersteller und Systemanbieter vertreten, so integrieren immer mehr Hersteller von Ventilen, elektrischen Antrieben, Anzeigeelementen oder auch Mikrosystemkomponenten IO-Link in ihre Geräte.“

Baumgardt sieht die flexible bedarfsgerechte Kommunikation als eine der wesentlichen Errungenschaften IO-Link-fähiger Komponenten an: „Mit den klassischen binär schaltenden oder analogen Schnittstellen waren Sensoren oder Aktuatoren der untersten Feldebene bisher von dieser Kommunikation ausgeschlossen. Mit IO-Link verfügen diese Geräte jetzt über ein Interface zu allen Steuerungs- und Anlagenprozessen, über welches die Komponenten identifiziert, konfiguriert und individuell diagnostiziert werden können.“ Für eine echte Industrie 4.0-Implementierung müssen die Daten aber nicht nur in der Steuerung, sondern parallel dazu in andere Ebenen bis in die Cloud verfügbar gemacht werden. Hierfür hat Leuze Electronic mit einem neuen IO-Link-Feldmaster erst kürzlich eine Komponente realisiert, welche Prozess- und Diagnosedaten parallel über die Schnittstelle kommuniziert.

Farming 4.0

Neben der industriellen Fertigung spielen Daten auch in der Landwirtschaft eine immer größere Rolle. Farming 4.0 lautet hier das Stichwort: Katalysator dieses Trends ist die zunehmende Vernetzung von mobilen Maschinen und Komponenten. Jüngstes Beispiel ist der Claas-Mähdrescher Lexion: Die Landmaschine ist mit Sensoren und einer Software ausgestattet, die beim Ernten das Zusammenspiel von bis zu 50 Einstellparametern – von der Haspel bis zum Häcksler – steuern. So weiß der Mähdrescher etwa, wann der Korntank voll ist und ruft automatisch über das LTE-Netz der Deutschen Telekom einen Traktor mit Überladewagen. Der wiederum kennt das Gelände sowie alle Maschinenstandorte und sucht sich den besten Weg zum Mähdrescher. Dabei achtet er auf Zeit und Bodenschonung.

Der vernetzte Mähdrescher - Quelle: Telekom