Sind die Anforderungen an den Steckverbinder klar, wird die Ausprägung des kompletten Artikels festgelegt. Leitungen mit umspritzten Steckver­bindern werden mit Steckverbindern an beiden Seiten sowie mit einem offenen Leitungsende angeboten. Bei der beidseitig umspritzten Variante muss zuvor die Leitungslänge definiert werden, um Leitungsschlaufen in der Maschine zu vermeiden. Vorteilhaft ist diese Ausprägung aber vor allem wegen des Plug and Play – die Kompo­nenten sind elektrisch geprüft und müssen nur noch gesteckt werden. Wegen des kodierten Steckgesichtes kann die Verkabelung durch geschultes Personal erfolgen. Eine Konfektio­nierung vor Ort entfällt, und die Fehlerträchtig­keit bei der Installation sinkt erheblich.

 Bei den Varianten mit einseitig umspritzten Steckverbindern muss die Leitungslänge zuvor nicht präzise definiert werden – der Anwender kann die Leitung nach Bedarf kürzen. Auch diese Ausprägung wird elektronisch geprüft – allerdings muss dann noch konfektioniert werden. Im Einsatz mit konfektionier­baren Steckverbindern entsteht eine beidseitig steckbare Schnittstelle.

Push-in-Technik spart Zeit

Konfektionierbare M12-Steckverbinder Phoenix Contact
Konfektionierbare M12-Steckverbinder – Federkraft- (links) und Schneidklemmanschluss ermöglichen eine zuverlässige und schnelle Installation im Feld. Bild: Phoenix Contact

Ausschlaggebend für die Wahl des richtigen Steckverbinders sind deren spezifische Funktionen, die der Anwender auch hier genau kennen sollte. Mit der Federkraft- und Schneidklemm-Anschlusstechnik, die beide als Schnellanschlusstechnik gelten, spart der Installateur viel Zeit, da gegenüber der Schraubanschlusstechnik einige Arbeitsschritte entfallen.

Der Anschluss mittels Feder ist die bekannteste Schnellanschlusstechnik. Alle Federanschlüsse ermöglichen einen festen und wartungsfreien Leiteranschluss – selbst bei erhöhten Belastungen durch Schock und Vibrationen. Der Zugfederanschluss ermöglicht eine einfache Installation starrer und flexibler Leiter mit und ohne Aderendhülse. Hierzu wird der Klemmraum mit Hilfe eines Schraubendrehers vor dem Einführen der Leiter geöffnet.

Noch einen Schritt weiter geht die Push-in-Technik: Eine Schenkelfeder macht es möglich, dass starre oder flexible Leiter mit Aderendhülse einfach in den Klemmenbereich eingeschoben werden. Auf einen Schraubendreher kann dabei genauso verzichtet werden, wie auf die Betätigung eines Pushers. Der Pusher ist nur beim Beschalten von flexiblen Leitern ohne Aderendhülse oder beim Endschalten erforderlich.

Die Schneidklemm-Anschlusstechnik ist am Markt auch als IDC (Insulation-Displacement-Connection)-Anschluss bekannt. Dabei wird der Draht oder die Litze – ohne abzuisolieren – direkt zwischen zwei Schneiden geführt. Die Schneiden sind so konstruiert, dass die Isolierung der einzelnen Leiter durchtrennt wird und anschließend eine gasdichte Verbindung entsteht. Durch ihre besondere Beschaffenheit üben die Schneiden eine gleichmäßige Kontaktkraft auf den Draht oder die Litzen aus – und sorgen so für eine sichere und definierte Kontaktierung.

Dabei ist zu beachten, dass die Isolierung der Drähte und Litzen für die Schneidklemme freigegeben und die Litze symmetrisch aufgebaut ist – eine Anforderung, die standardisierte Leitungen im industriellen Umfeld überwiegend erfüllen. Sollte diese Produkteigenschaft im Datenblatt der Steckverbinder nicht aufgeführt sein, muss sie erfragt werden.