Kraftwerk

Sicherheit geht vor! – das gilt für Regulierungen im Straßenverkehr ebenso wie für den Wartungscheck von Passagierflugzeugen, und ganz besonders gilt es für den Betrieb von Kraftwerken. Bilder: Bosch Rexroth

Wartungscheck

Sicherheit geht vor! – das gilt für Regulierungen im Straßenverkehr ebenso wie für den Wartungscheck von Passagierflugzeugen, und ganz besonders gilt es für den Betrieb von Kraftwerken. Bild. Bosch Rexroth

Dass sich geringere Kosten mit höheren Sicherheitsstandards und höherer Verfügbarkeit miteinander kombinieren lassen, hat Dirk Bracht, Senior Project Engineer bei Bosch Rexroth, gezeigt. Das Grundproblem: „Wenn die Sicherheitsfunktionen lediglich einmal im Jahr überprüft werden, können wir hinsichtlich der Anlagensicherheit eben nur Aussagen treffen, die sich auf den vergangenen Prüfungszeitraum beziehen. Mögliche aktuelle Risikoentwicklungen können damit nicht beurteilt werden. Es müsste die Möglichkeit geben, ein System aufzubauen, das sich selbst permanent kontrolliert.“

Ausgangspunkt bei seiner Suche nach Lösungen war die Entwicklung und Implementierung einer Schnittstelle, die sich leicht in bereits bestehende Systeme durch Parametrierung und nicht durch Programmierung integrieren lässt. Die Software musste in ihrer Funktionalität intelligent und anwendungsspezifisch ausgerichtet sein. Nur so ermöglicht sie eine reibungslose Integration, erkennt potenzielle Probleme oder Störfälle zu einem möglichst frühen Zeitpunkt und zeigt diese dem Betreiber umgehend an.

Die Hardware hingegen muss Anforderungen erfüllen, die in der Branche als betriebserfahren bezeichnet werden. Das umfasst Merkmale wie globale Verfügbarkeit und nachgewiesene Zuverlässigkeit. Standardkomponenten mit teils sehr großen Stückzahlen erfüllen diese Anforderungen. Was Dirk Bracht überraschte: Ein solches, sich permanent selbst überwachendes System gab es in der Branche bislang noch nicht.

Rexroth-Mitarbeiter

Ein Rexroth-Mitarbeiter programmiert die Steuerung für die hydraulische Ansteuerung des STSS. Bild: Bosch Rexroth

Gemeinsam mit Hydraulik-Spezialist Jürgen Finke machte er sich daran, eine Plattform aufzubauen, die in der Lage war, sicherheitsgerichtete Funktionen einer Anlage permanent im Auge zu behalten.

Das Self-Testing-Switching-System (STSS) wurde zunächst für Dampfumleitsysteme in Kraftwerken entwickelt. Es besteht aus – vereinfacht ausgedrückt – zwei fluidisch optimierten, seriell verschalteten, pilotgesteuerten und aktiv schaltenden Cartridgeventilen mit Stellungsüberwachungen in einem Block mit Standard-

anschlussbild in Nenngrößen 16 bis 100. Diese nach IEC 61508 SIL3-fähige und nach ISO 13849-zertifizierte Lösung hat Potenzial für weitere sicherheitsgerichtete Anwendungen.