| von Fachbeitrag Bosch Rexroth
2500-Tonnen-Presse im Prototyping-Center, Bild: Gräbener Maschinentechnik
Die auf Komplettautomation umgerüstete 2500-Tonnen-Presse im Prototyping-Center von Gräbener Maschinentechnik. Bild: Gräbener Maschinentechnik

Bei anspruchsvollen Pressenanwendungen vereinfacht die transparente Reglerstruktur das Engineering. Das zeigt das Beispiel Graebener Maschinentechnik, Hersteller von Rohrwerktechnologie und Betreiber des weltweit größten Prototyping-Centers für die Innenhochdruckumformung.

Auf Basis der IndraMotion MLC entwickelte das Unternehmen ein komplett neues Steuerungs- und Regelungssystem für hydraulische Pressen. Die vorinstallierten Best-in-Class-Regler beschleunigen zum Beispiel bei der Innenhochdruckumformung die Umsetzung der komplexen Prozesse in der Maschinensoftware.

Bei vielen Pressen hat die Gleichlaufregelung eine entscheidende Bedeutung. Hierfür stellt Rexroth Best-in-Class-Regler verschiedener Varianten bereit, darunter aktiver und passiver Gleichlauf mit automatischer Ausrichtfunktion, beispielsweise für die gleichmäßige Lastverteilung.

Beim Master-Prinzip folgen in Leitachsanwendungen alle Achsen der Masterachse. Das Maxwert-Prinzip definiert die Achse mit dem größten Positions-Istwert zur Masterachse, beispielsweise in Oberkolbenpressen. Im Gegensatz dazu ist beim Minwert-Prinzip die Achse mit dem kleinsten Positions-Istwert maßgeblich, dies findet zum Beispiel bei Hebeeinrichtungen Verwendung.

In der passiven Variante Mittelwert-Prinzip für Parallelhaltungen kommt eine ablösende Regelung zum Einsatz. Die Achsen richten sich nach der mittleren Position aller Achsen. Dies wird häufig bei Kunststoffpressen verwendet. Neben reinen hydraulischen Anwendungen können auch gemischte Gleichlaufverbünde mit elektrischen, hydraulischen und hybriden Antrieben realisiert werden.

Hydraulik vernetzen

In der Praxis entscheidet sich, wie benutzerfreundlich sich hydraulische Achsen in Automatisierungsumgebungen einbinden lassen. Durch die vollständige Integration des hydraulischen Antriebs-Know-hows in die Motion-Controller und durch das Wizard-gestützte Engineering können auch auf elektrische Antriebstechnik spezialisierte Fachkräfte hydraulische Achsen schnell und effektiv in Betrieb nehmen.

In die Best-in-Class-Regler-Struktur fließt kontinuierlich das Know-how des Applikations-Competence-Centers des Herstellers ein. Zudem stellt das Unternehmen für spezielle Maschinentypen Technologiefunktionen bereit, wie zum Beispiel Ziehkissenanwendungen für Tiefziehumformung, Kokillenoszillation und Segmentverstellungen für Stranggussanlagen oder Windenansteuerungen mit Seegangsfolgebetrieb für Offshore-Anwendungen. Diese Erweiterungen werden als Bibliotheken oder als komplette Applikation angeboten. Dabei können Anwender auch ihr eigenes Know-how einbringen und schützen.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die zunehmende horizontale und vertikale Vernetzung in der Industrie. Das Opencore-Engineering des Anbieters soll die notwendigen Software-Tools bereithalten, um die Effizienz im Engineering zu erhöhen. Die Schnittstellentechnologie Opencore-Interface ermöglicht den direkten Funktionszugriff auf den Steuerungskern, uneingeschränkten Zugriff auf alle Steuerungs- und Antriebsfunktionen über externe Geräte, neue Methoden der Bedienung und Diagnose mit Smart Devices und die einfache Integration von Simulationsanwendungen. Dadurch wird die intelligente, vernetzbare Hydraulik fit für aktuelle und zukünftige Anforderungen wie Industrie 4.0. bj

 

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