Georg Weiland, Bild: Voswinkel

"Wir haben mit der Blocksicherung eine Lösung für das Problem entwickelt, das aus vorgeschädigten Verschraubungen von Schlaucharmaturen resultiert", sagt Georg Weiland, Geschäftsführer von Voswinkel. Bild: Voswinkel

Sie haben vor genau einem Jahr erstmals die Ecovos-Schlaucharmaturen vorgestellt. Wie unterscheidet sich diese Armatur von den anderen am Markt befindlichen Systemen?

Bei den konventionellen Schlaucharmatur-Systemen wird die Armatur so lange angezogen, bis sie am 24°-Dichtkegel anliegt. Wenn das Montagepersonal dabei zu hohes Drehmoment aufbringt, wird die schwächere Komponente der beiden – das ist in der Regel der Dichtkonus – dauerhaft verformt. Genau das vermeidet das neue Ecovos-System. Hier montiert der Bediener gegen einen deutlich spürbaren und nicht überwindbaren Block – daher der Name Blocksicherung.

Wobei das klassische System auch bei einer Übermontage zuverlässig abdichtet. Wozu dann eine Blocksicherung?

Sie haben Recht – aber nur wenn Sie die Erstmontage betrachten. Schlaucharmaturen werden häufig nach definierten Zeiträumen gelöst, um den Schlauch im vorgeschriebenen Turnus auszutauschen. Wenn dann gegen einen verformten Dichtkonus montiert wird, ist die Gefahr einer Leckage hoch – es sei denn, der Anwender tauscht direkt den Gegenanschluss mit aus. Gleiches gilt, wenn vorhandene Schlaucharmaturen nachgezogen werden, weil sie sich aufgrund der kontinuierlichen Biegewechselbelastungen gelockert haben.

Das Leckagerisiko, das Sie beschreiben, liegt aber nicht oder nicht ausschließlich in den vorhandenen Armaturen begründet, sondern auch im Nutzerverhalten.

Auch das ist richtig. Aber es ist deutlich schwieriger, das Nutzerverhalten von Anwendern und Instandhaltern von Hydraulikanlagen zu verändern als eine Schlaucharmatur zu entwickeln, die weniger Leckagerisiken birgt, weil sie zuverlässig ohne Rücksicht auf das Anzugsmoment abdichtet. Das haben wir getan.

Wie steht es mit den Kosten für die Blocksicherung?

Wenn man die TCO betrachtet, ist die Blocksicherung aus den bereits genannten Gründen deutlich günstiger. Da die Dichtfunktion auch bei mehrmaligem Lösen und Wiederverbinden mit höherer Sicherheit gewährleistet ist, erreichen die neuen Schlaucharmaturen eine erheblich längere Lebensdauer. Hinzu kommt die höhere Prozess- und Leckagesicherheit.

Wie wird die zuverlässige Abdichtung gewährleistet, ohne dass der Anwender die Armatur auf einen Konus – der ja eine gewisse Toleranz bietet – montiert?

Wir haben exakt die Spaltbreite definiert, die sich zwischen den beiden Stirnflächen der zu verschraubenden Komponenten befindet. Im angezogenen Zustand stehen die Konusflächen nur in metallischem Kontakt. Bei geschlossenem Dichtspalt werden Spannungswerte erreicht, die sich maximal im elastischen Bereich der Materialien befinden. Das bedeutet: Nach dem Erreichen des angegebenen Drehmoments ist die volle Dichtfunktion dauerhaft und reproduzierbar gewährleistet. Zugleich wird ein Überziehen des Anzugsmomentes blockiert.

Wie gewährleisten Sie, dass die Schlaucharmatur nicht nur dauerhaft dicht, sondern auch gegen selbsttätiges Lösen gesichert ist?

Der erwähnte Spalt ist so dimensioniert, dass nach dem Verschrauben mit dem vorgegebenen Anzugsdrehmoment die notwendige Vorspannung in der Gewindepaarung erzeugt wird. Ein selbsttätiges Lösen der Armatur im Lastfall – auch bei Vibrationen, wie sie etwa bei Baumaschinen üblich sind, oder bei häufiger Biegewechselbeanspruchung – wird somit verhindert.

Wie hat sich das System inzwischen etabliert?

Wir haben große Anwender unter anderem in der Mobilhydraulik zunächst für Testreihen gewinnen können, die erfolgreich absolviert wurden. Unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt, die Anwender sind mit dem System sehr zufrieden, das sich in der Tat mehrfach ohne Leckagerisiken lösen und verbinden lässt.

Kritikpunkte lauten: Bei eventuellen Leckagen kann man die Armatur nicht mehr anziehen, da der Anschluss schon anliegt.

Das lässt sich leicht widerlegen, beziehungsweise kann es überhaupt nicht Gegenstand der Kritik sein. Eben weil die Blockmontage Leckagen verhindert, ist ein Anziehen gar nicht erforderlich.

Georg Weiland, Bild: Voswinkel
Georg Weiland, Geschäftsführer Voswinkel, Meinerzhagen, Bild: Amedes

Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass die Dichtfunktion nur vom O-Ring abhängt, weil sich die Armatur nicht quasi auf den Konus aufschiebt. Das kann zur Folge haben, dass sich bei ungünstiger Toleranzlage der Bauteile kein metallischer Formschluss ergibt.

Auch das trifft nicht zu. Der metallische Formschluss liegt sogar in zweifacher Weise vor – zunächst durch die in Kontakt stehenden Stirnflächen, die bei normgerechten Verschraubungen in allen Toleranzlagen entstehen. Zusätzlich wirkt der Blockbund bei aufgeweiteten CE-Konen als metallischer, flachdichtender Dichtbund.

Drittens zweifeln Marktbegleiter an, dass das System der Blockmontage bei Verschraubungen unterschiedlicher Hersteller funktioniert.

Wir haben in der Konstruktion sichergestellt und durch Tests nachgewiesen, dass mit den auf dem Markt angebotenen Normverschraubungen eine sichere und dauerhaft dichte Funktionseinheit entsteht. Es liegt sehr in unserem Interesse, ein universell einsetzbares System anzubieten – nicht zuletzt, weil wir im Verbund mit Stauff ja bereits herstellerübergreifend arbeiten.

Das gilt übrigens auch für Verschraubungen, bei denen die Länge des Gewindestutzens nicht normenkonform ist. Die Blocksicherung begrenzt die Einschraubtiefe und sorgt auch in diesem Fall für eine leckagesichere, dauerhafte Verbindung. Es ist also eher das Gegenteil der Fall.

Hat Sie die Art der Kritik an Ihrer Neuentwicklung überrascht?

Für Diskussionen über das Für und Wider der Detailkonstruktion von Verbindungssystemen und auch für Kritik sind wir immer offen. Wir sind auch dankbar dafür, dass wir offen und ehrlich – über einen Handelspartner – mit der Kritik konfrontiert worden sind.

Aber die Art und Weise der Kritik im Fall der Blockmontage hat uns schon überrascht. Die Gegenargumente treffen einfach nicht zu, sie entbehren jeder sachlichen Grundlage. Das kann man schon fast als Indiz dafür werten, dass es keine ernsthaften und stichhaltigen Ansätze zur Kritik gibt. Wir sind jedenfalls fest davon überzeugt, dass wir mit der Blocksicherung eine Lösung für das Problem entwickelt haben, das aus vorgeschädigten Verschraubungen von Schlaucharmaturen resultiert. Und die Anwender, die das System bereits einsetzen, bestätigen uns darin.

 

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