Jörg Deutz von Stauff

Stauff und Volz ziehen an einem Strang und haben gemeinsam in einen Maschinenpark zur Produktion eines Rohrverschraubungsprogrammes in Stahl investiert. Hier im Bild: Jörg Deutz von Stauff

fluid: Wie war das Interesse an Stauff Connect auf der HMI und wie hat die Branche reagiert?

Jörg Deutz: Die HMI war für uns ein voller Erfolg. Die Resonanz hat unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen. Offensichtlich wurde Stauff Connect vom deutschen und europäischen Publikum mit Spannung erwartet. Dass wir ein eigenes Rohrverschraubungsprogramm vorstellen würden, war natürlich längst bekannt, auch, weil Stauff Connect über unsere Tochtergesellschaften im Ausland bereits Anfang des Jahres eingeführt wurde. Damit, dass wir ein so vollständiges und ausgereiftes Programm präsentieren, hat allerdings niemand gerechnet; Kunden und potenzielle Kunden, aber auch der Wettbewerb nicht.

Die größte Überraschung war für alle Stauff-Form. Wir sind stolz darauf, zum Start unseres Verschraubungsprogramms auch gleich ein eigenes Rohrumformsystem anbieten zu können. Sie können sich vorstellen, wie viel Entwicklungsarbeit und Know-how darin steckt. Stauff-Form gehört zweifellos zu den vielseitigsten und variabelsten Lösungen, die aktuell am Markt verfügbar sind.

Christoph Fleig

Gemeinsam wollen Jörg Deutz von Stauff (oben) und Christoph Fleig (im Bild) von Volz mit ihren Unternehmen das Verschraubungsprogramm Stauff Connect weiterentwickeln.

fluid: Was zeichnet Stauff Connect aus?

Jörg Deutz: Der Name ist Programm: Stauff steht für das höchste Maß an Sorgfalt und Qualität von der Entwicklung und Fertigung der einzelnen Komponenten über die Qualitätskontrolle bis zu Logistik und Lieferperformance. Wir haben das Projekt in den vergangenen zwei Jahren im großen Stil angelegt und verfolgt: Vom Start weg steht das komplette Programm mit mehr als 8000 verschiedenen Produkten für alle Anwendungsfälle zur Verfügung.

Sämtliche Bauteile und Fertigungszeichnungen wurden von unserer Abteilung für Forschung und Entwicklung entworfen und in unserem eigens hierfür erweiterten Technologiezentrum geprüft. Unseren Mitarbeitern steht eine moderne Ausstattung, unter anderem mit Biegewechsel-Druckimpuls-Prüfstand, Berstdruck-Prüfstand oder Drehmoment-Prüfstand zur Verfügung – sicherlich deutlich über dem in unserer Branche üblichen Niveau. Das gilt auch für unsere Zink-/Nickel-Beschichtung. Nicht zuletzt haben wir mit Volz einen in der Produktion von Rohrverschraubungen sehr erfahrenen Kooperationspartner ausgewählt.

fluid: Herr Dr. Fleig, Sie produzieren Stauff Connect in Deilingen. Wie garantieren Sie eine hohe Produktqualität?

Christoph Fleig: Der entscheidende Punkt ist natürlich unsere hohe Fertigungstiefe in Deilingen. Stauff Connect ist wie alle unsere Produkte Made in Germany. Das Rohmaterial beziehen wir ausschließlich von ausgewählten europäischen Produzenten.

Vor dem Hintergrund unserer neuen Aufgabe haben wir gemeinsam mit Stauff in unseren Maschinenpark investiert und unsere Qualitätsstandards noch einmal deutlich angehoben. Volz hat sich schon vor 50 Jahren auf Rohrverschraubungen für die Hydraulik spezialisiert. Wir verfügen über ein halbes Jahrhundert Erfahrung in der Fertigung, aber auch in der Entwicklung. Wir waren während der letzten zwei Jahre beispielsweise schon an den Entwürfen der Bauteile und der entsprechenden Fertigungszeichnungen von Stauff Connect beteiligt. Das heißt, Konstruktion und Produktion gehen Hand in Hand.

 

fluid: Bislang führen Sie ein eigenes Rohrverschraubungsprogramm in Stahl. Was bedeutet Ihre Kooperation mit Stauff für Metric Fittings und die Versorgung Ihrer Kunden?

Christoph Fleig: Unser Ziel ist es, die beiden Marken mittelfristig zusammenzuführen. Metric Fittings wird, wenn Sie so wollen, in Stauff Connect übergehen. Einige unserer Kunden haben bereits auf Stauff Connect umgestellt und werden nun aus Werdohl beliefert. Unsere Devise für diese Übergangsphase ist allerdings: „So schnell wie möglich, so langsam wie nötig.“ Der Zeitpunkt muss für jeden Kunden der richtige sein. Bis dahin wird Metric Fittings in gewohnter Zuverlässigkeit mit kurzen Lieferzeiten und in hoher Qualität direkt aus Deilingen geliefert. Die Versorgungssicherheit unserer Kunden hat für uns Priorität und wird auch in Zukunft zu 100 Prozent gewährleistet sein.

Jörg Deutz: Stauff und Volz sorgen hier gemeinsam für einen fließenden Übergang. Wir haben unsere Logistik und unsere Lagerkapazitäten in Werdohl den neuen Anforderungen entsprechend ausgebaut und gewährleisten auch für Stauff Connect die Lieferperformance, für die wir im Markt geschätzt werden. In Werdohl haben wir außerdem zusätzliche Fertigungskapazitäten mit hochmodernen Bearbeitungszentren geschaffen, um insbesondere kleine und mittlere Serien sowie kundenspezifische Varianten in kürzester Zeit fertigen und verarbeiten zu können.

STAUFF Werdohl-Ehrenfeld

Speziell für die neue Produktgruppe wurden am Stauff-Standort Werdohl zusätzliche Lagerkapazitäten geschaffen.

Christoph Fleig: Der Vorteil für unsere Kunden ist, dass sowohl Stauff als auch Volz nah am Markt und deshalb in der Lage sind, vorausschauend zu produzieren und zu bevorraten. Übrigens eine Rückmeldung, die wir in Hannover und in anderen Kundengesprächen bekommen haben: Kunden und potenzielle Kunden gehen davon aus, in Zukunft von unserer geballten Kompetenz zu profitieren.

fluid: Wie sind die Vertriebswege für Stauff Connect?

Jörg Deutz: Unsere langjährigen Handelspartner sind und bleiben weiterhin unser wichtigster Vertriebsweg. Wir haben immer schon großen Wert auf den Dialog gelegt und Marktstrategie und Produktentwicklung mit unseren Händlern abgestimmt. Die konstruktive Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern und das große Vertrauen, das wir hier über Jahrzehnte aufgebaut haben, machen einen großen Teil unseres Erfolgs aus.

Christoph Fleig: Unsere Vertriebsteams arbeiten sehr gut zusammen. Die Chemie stimmt nicht nur auf der Geschäftsführer-, sondern auch auf der Arbeitsebene. Es gibt Vertriebsmeetings, in denen wir unsere Erfahrung in Sachen Rohrverschraubungen weitergeben. Gleichzeitig schulen wir die Stauff-Kollegen bezüglich unseres Edelstahlprogramms. Beide Vertriebsteams beraten in beiden Bereichen, Stahl und Edelstahl. Volz möchte vom hervorragenden Stauff-Vertriebsnetz profitieren.

fluid: Herr Dr. Fleig, welche Pläne haben Sie bezüglich Ihres Edelstahl-Programms?

Produktionsstätten

Stauff und Volz haben gemeinsam in den Maschinenpark am Produktionsort in Deilingen investiert und neue Qualitätsstandards gesetzt.

Christoph Fleig: Wir werden uns neben der Produktion der Stahlverschraubungen stark auf den Ausbau unseres Edelstahl-Programms konzentrieren. Unsere Rohr- und Schlauchverbindungen haben Premium-Status, und das Edelstahlgeschäft ist ein hoch attraktiver, jedoch auch sehr fordernder Wachstumsmarkt. Hier verschafft uns die Zusammenarbeit mit Stauff zusätzliche Kapazitäten in Deilingen, insbesondere im Logistikbereich. Da Stauff Connect in Werdohl bevorratet wird, können wir die freiwerdenden Ressourcen komplett für unser Edelstahlprogramm einsetzen.

Wir beliefern Edelstahlkunden direkt aus Deilingen. Unser großer Service an alle ist: bis 17 Uhr bestellt, am nächsten Tag geliefert. Was wir nicht auf Lager haben, stellen wir kurzfristig her – die Maschinen stehen gerade deshalb direkt neben dem Lager. Unser Edelstahlprogramm wird aber auch von der Entwicklungszusammenarbeit mit Stauff profitieren. Wir bringen hervorragende Teams zusammen. Nach Stauff-Form ist das nächste Ziel Volz-Form – ein eigenes Formsystem in Edelstahl. Wir sind ja gerade erst miteinander in Fahrt gekommen.

fluid: Herr Deutz, wie geht es bei Stauff weiter?

Jörg Deutz: Gemeinsam Stauff Connect kontinuierlich weiterentwickeln, ein Edelstahl-Formsystem entwerfen, und vor allem: Stauff mittelfristig zum Komplettanbieter rund ums Rohr machen. Gerade haben wir die Firma Voswinkel übernommen, einen der international führenden Anbieter von Schnellverschlusskupplungen. Wieder ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Das Interview führte Sonja Schöntauf, Amedes, für Stauff und Volz

Rohrumformung

Stauff Form - Fitting

Das patentierte Stauff-Form-Rohrumformsystem gehört zweifellos zu den vielseitigsten und variabelsten Lösungen, die aktuell am Markt verfügbar sind.

Stauff-Form

Das patentierte Stauff-Form-Rohrumformsystem gehört zweifellos zu den vielseitigsten und variabelsten Lösungen, die aktuell am Markt verfügbar sind, und bietet ein Höchstmaß an Sicherheit, Zuverlässigkeit, Stabilität und Reproduzierbarkeit. Das System besteht neben dem Standard-Verschraubungskörper und der Standard-Überwurfmutter entsprechend ISO 8434-1 aus dem Stauff Formring mit integrierter Weichdichtung und dem umgeformten Rohrende.

Nachdem das Rohr aus Stahl, Edelstahl oder anderen gängigen Werkstoffen mittels der Stauff-Form-Rohrumformmaschine in die entsprechende Kontur gebracht wurde, wird der Stauff-Formring mit integrierter Weichdichtung auf das Rohrende geschoben.

Die optimierte Geometrie des umgeformten Rohrendes und des Formrings sorgen für eine gleichmäßige Kraftverteilung mit großer Auflagefläche für die Überwurfmutter (optimierter Kraftfluss). Die zusätzliche Weichdichtung, die fest am Formring angebracht ist, kompensiert Setzerscheinungen der Verbindung durch mechanische Beanspruchung, sichert den einzig möglichen Leckagepfad und garantiert so Dichtheit, selbst unter dynamischen Belastungen. Das System bietet Flexibilität und Modularität durch Nutzung von Standardkomponenten und ist damit kompatibel zu beziehungsweise uneingeschränkt austauschbar mit nahezu sämtlichen gängigen Verbindungsarten.

 

Edelstahlprogramm von Volz

Edelstahl Schlauchnippel

Edelstahl-Schlauchnippel werden bei Volz grundsätzlich als Ganzteil in Edelstahl 1.4571 (316TI) gefertigt und auf eigenen Biegemaschinen gebogen.

Für eine gute Performance

Volz verwendet als einziger Hersteller von Rohrverschraubungen und Schlaucharmaturen ausschließlich Edelstahl 1.4571/316Ti. Stangenmaterial und Schmiederohlinge werden grundsätzlich aus europäischen Ländern bezogen. Das Unternehmen bietet eine hundertprozentige RuÌckverfolgbarkeit bis hin zum Schmelzofen und stellt auf Kundenwunsch jedem Produkt, auch Lagerteilen, ohne Lieferverzögerung ein 3.1-Zeugnis aus. Alle Produkte werden am Stammsitz des Unternehmens in Deilingen mit hoher Fertigungstiefe Made in Germany produziert. Allein im letzten halben Jahr wurden zehn neue Bearbeitungszentren für Edelstahl-Schlaucharmaturen in Betrieb genommen und eine neue Biegemaschine für größere Armaturen angeschafft. Außerdem wurden die Prüfkapazitäten verdoppelt und ein neues Prüfzentrum eingerichtet.

Das Programm der Schlauchnippel, Fassungen und Adapter sowie 24°-DIN-Rohrverschraubungen und 37°-JIC-Verschraubungen ist:

  • mit vielen Schlauchfabrikaten kompatibel
  • Zertifikate wie DNV, Lloyds, Bureau Veritas usw. sind vorhanden
  • ein großes Portfolio ist ab Lager verfuÌgbar
  • Sonderteile sind kurzfristig lieferbar durch eigene Produktion in Deutschland
  • das 3.1-Zeugnis garantiert 100 % RuÌckverfolgbarkeit
  • der 1.4571 (316TI)-Edelstahl bietet Qualität fuÌr beste Performance.

Die Low-Friction-Edelstahl-Muttern bieten:

  • reduzierte Anzugsmomente im Vergleich zu blanken Edelstahlmuttern
  • einfache, sichere Montage ohne Kaltverschweißung
  • mindestens 8-fache Wiederholmontage möglich
  • erhöhte Leckagesicherheit.

Stauff Connect

Zink-/Nickel-Oberfläche

Die glänzende Optik der Zink-/Nickel-Oberfläche spiegelt – im wahrsten Sinne des Wortes – die hohe Qualität von Stauff Connect.

Vom Start weg komplett

Bei Stauff Connect handelt es sich um ein umfassendes Rohrverschraubungsprogramm aus Stahl, bestehend aus 24°-Schneidringverschraubungen, Verschraubungen mit 24°-Dichtkonus und O-Ring, 24°-Schweißkegeln und 37°-Bördelverschraubungen. Die Verschraubungen entsprechen in Abmessungen und Ausführungen dem jüngsten Stand der Normung nach DIN 2353 und ISO 8434-1.

Sie wurden für die sichere und leckagefreie Verbindung und den Anschluss von metrischen Rohrleitungen mit Durchmessern von vier bis 42 mm ausgelegt. Ergänzt wird das Produktprogramm durch Rückschlag- und Wechselventile sowie Gewindereduzierungen, Verschlusskomponenten und weiteres Zubehör. Entsprechende Montagewerkzeuge und -maschinen stehen ebenfalls zur Verfügung.

Sämtliche Produkte sind mit der eigens entwickelten Stauff Zink/Nickel-Oberfläche weit über den bisher marktüblichen Standard hinaus auch unter extremen Belastungen vor Korrosion geschützt.