Kugelhahn Schwer Fittings

Kugelhähne haben sich in vielen Anwendungen als sehr zuverlässige und kompakte Absperrarmaturen bewährt. Bild: Schwer Fittings

Dass eine Armatur nicht einfach nur eine Armatur ist, zeigt sich bereits an der Vielzahl unterschiedlicher Komponenten. Von Kugelhähnen über Absperrventile bis hin zu Verbindungselementen von Rohr- und Schlauchleitungen: Die Welt der Armaturen gilt als wahrer Bauelement-Dschungel. Nun ist es so, dass so ein Dschungel naturgemäß ziemlich blickdicht ist: „Viele Innovationen sind nicht sofort offensichtlich, zum Beispiel der Einsatz spezieller hydrauliktauglicher Materialien oder die Art der Wärmebehandlung bei Bogenarmaturen“, erklärt dann auch Georg Weiland, Geschäftsführer von Voswinkel. Grund genug also für fluid, neugierig zu werden.

Sicherheit bleibt das A und O

Bernd Schwer, Schwer Fittings
"Eine Hydraulikarmatur sollte grundsätzlich auf die Funktion anhand der Anforderung und auf die Anwendung abgestimmt werden." - Bernd Schwer, Geschäftsführer Schwer Fittings. Bild: Schwer Fittings

Vorweg: Eine sichere und dichte Verbindung zwischen Hydraulikschlauch oder Rohr auf der einen sowie Armatur auf der anderen Seite ist nach wie vor die Grundvoraussetzung bei der Entwicklung der fluidtechnischen Bauelemente: „Voraussetzung hierfür ist die akribische Konstruktion der Einzelteile und die anschließende Arbeitsvorbereitung für die Arbeitsabläufe in der Montage“, betont Bernd Schwer, Geschäftsführer von Schwer Fittings.

Damit verbunden ist für Jörn Dürer, Experte für Technik und Normung beim VDMA-Fachverband Fluidtechnik, insbesondere die Montagesicherheit. Zu oft noch erschweren fertigungsbedingte Maßschwankungen von zum Beispiel Hydraulikschläuchen die Herstellung einer sicheren Anbindung der Armatur. Die Entwicklung neuer Vormontagemaschinen beispielsweise könne hier helfen, mit voreingestellten Parametern, den Komfort und die Sicherheit zu steigern, so der VDMA-Experte. Dies erscheint umso ratsamer, wenn man bedenkt, dass in der Hydraulik allgemein der Trend hin zu höheren Drücken geht. „Die schweren s-Baureihen zum Beispiel waren in der Vergangenheit noch für 315 bar ausgelegt. Heute sind es schon 400 bar. Und in der Spitze werden inzwischen Drücke bis zu 800 bar erreicht“, gibt Jörn Dürer zu bedenken.

Kampf dem Verschleiß

Korrosionsschutz Voswinkel
Praxistest Korrosionsschutz: Voswinkel-Ecovos-Armatur zu einer Baggerarmverschlauchung. Bild: Voswinkel

Angerostete Wasserhähne sind im zivilen Alltag keine Seltenheit. In der Industrie hingegen kann Korrosion hohe Kosten und Schäden bis hin zu Produktionsausfällen verursachen. Kein Wunder also, dass Hersteller von Hydraulikarmaturen heute verstärkt an besonders hochwertigem und nachhaltigem Korrosionsschutz feilen.

Wir erinnern uns: Früher bestand der Korrosionsschutz für gewöhnlich aus einer Passivierung, die als krebserzeugend und erbgutschädigend eingestuft wurde und noch sogenanntes sechswertiges Chrom (Chrom VI) enthielt. „Diese wurde inzwischen weitestgehend ersetzt durch alternative Chrom(VI)-freie Beschichtungen, die aus Zink oder Zink-Nickel mit einer Dickschichtpassivierung bestehen. Damit einhergehend wurde die Korrosionsbeständigkeit enorm erhöht, was sich in der Salzsprühnebelprüfung nach ISO 9227 zeigt“, erklärt Jörn Dürer.

Georg Weiland von Voswinkel beansprucht für seine Schlauchverbindungen in diesem Zusammenhang eine „wichtige Vorreiterrolle“ und verweist dabei auf den Voswinkel-Korrosionsschutz Delta-Plus: „Die Überlegenheit des Delta-Plus-Korrosionsschutzes im Praxiseinsatz wurde durch Korrosionstests unter Offshore-Bedingungen auf Helgoland deutlich. Bei einer Testdauer von 5250 Stunden zeigt eine Zink-Dickschichtpassivierung mit Nanopartikeln einen beginnenden Rotrostbefall, während der Zink-Nickel-Korrosionsschutz Delta-Plus lediglich die Zink-Nickel-typische matte Graufärbung aufweist.“

Jörn Dürer VDMA
"Der Wettbewerb mit asiatischen Herstellern stellt auch bei Hydraulikarmaturen eine Herausforderung dar. Deutsche Hersteller können allerdings punkten mit einer gleichbleibenden Qualität, die bei chinesischen Herstellern nicht unbedingt gegeben ist, und mit einem hervorragenden Lieferservice." - Jörn Dürer, Experte für Technik und Normung beim VDMA-Fachverband Fluidtechnik. Bild: VDMA

Bernd Schwer von Schwer Fittings hingegen beobachtet bei seinen Kugelhähnen einen Trend hin zu Edelstahl. Hinzu kämen immer mehr Sonderwerkstoffe, wie zum Beispiel Duplex und Superduplexstähle. Insgesamt liege der Schlüssel jedoch stets in der jeweiligen Anwendung der Armatur. Hier habe eine eigene Produktion entscheidende Vorteile, da mit ihr völlig unterschiedliche und teils auch ganz spezielle Werkstoffe verarbeitet werden könnten, so der Geschäftsführer.

Dass vergleichsweise günstige Hydraulikarmaturen, die beispielsweise in Asien produziert werden, hier gar nicht erst mithalten können – darüber sind sich alle drei Experten einig: „Selbst in Asien wird doch teilweise Made in Germany verlangt“, meint VDMA-Experte Dürer. Bernd Schwer stimmt ihm zu und erklärt auch gleich warum: „Standard-Armaturen aus Asien sind zwar preislich kaum schlagbar. Bei genauerer Betrachtung der Komponenten erkennen wir jedoch oftmals, dass auf Präzision und Optik, sowie auf besondere Sicherheit nicht groß Wert gelegt wird. Grundsätzlich wünschen sich Kunden die Beschaffung im eigenen Land, da sie hinsichtlich Gewährleistung, Dokumentation und Qualitätssicherung keine Abstriche machen möchten. Auch ein direkter Ansprechpartner im Innen- und Außendienst ist wichtig.“ Und Georg Weiland ergänzt: „Dazu kommt, dass keine nachvollziehbare Kontinuität bei der Designausprägung, dem eingesetzten Material und dem Korrosionsschutz besteht.“