Was ist die größte Fehlerquelle bei solchen Ausfällen?
Nach wie vor ist die größte Fehlerquelle die Verschmutzung eines tribologischen Systems. Zum einen ist da die Verschmutzung von außen, wie zum Beispiel bei einem Zylinder in einer Erdbewegungsmaschine im Erzbergwerk. Aber es gibt auch andere Anwendungsfälle, in denen die Verschmutzung von innen kommt, wenn zum Beispiel ein ungefiltertes Öl eingesetzt wird. Das Öl also direkt aus einem Fass oder Tank kommt, der vorher nicht gereinigt wurde und dementsprechend Schmutzpartikel schon im Öl vorhanden sind. Oder aber auch beim Einlaufverschleiß von Bauteilen. Autofahrer kennen das vielleicht noch von früher aus dem Motorenbereich bei Neuwagen, als man nach den ersten 1000 gefahrenen Kilometern einen Ölwechsel machen sollte.

Deshalb sollte der Kunde sein Öl analysieren und darauf achten, möglichst wenige Schmutzpartikel im System zu haben, da diese sich eventuell negativ auf die Dichtungsperformance und damit auf die Anwendung auswirken können. Fehler gibt es auch bei der Montage vor Ort. Hier unterstützen wir den Kunden mit entsprechendem fachlichen Rat, wie und gegebenenfalls mit welchen Hilfsmitteln die Dichtung einzubauen ist. Allerdings sind oftmals vor Ort nicht die richtigen Hilfsmittel verfügbar, vor allem bei der Montage auf Baustellen. Da kann dann natürlich auch mal etwas schief laufen, zum Beispiel, dass die Dichtung bei der Montage beschädigt wird und aufgrund dieser Beschädigung dann in der Anwendung nicht dicht ist.

Wo geht der Trend bei Dichtungen hin?
Dichtungshersteller betrachten heute nicht mehr nur die Dichtung selbst, sondern das gesamte Umfeld. Sowohl die Dichtungshersteller als auch die Anwender haben in den vergangenen Jahren viel voneinander gelernt. Außerdem werden die Entwicklungen im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen weitergehen, beispielsweise dass gewisse Stoffe nicht eingesetzt werden dürfen. Zudem werden tribologische Fragestellungen, wie zum Beispiel Wechselwirkungen zwischen Dichtungswerkstoff, Medium und dynamischer Gegenlauffläche, immer ein Thema bleiben.

Dichtungshersteller betrachten nicht mehr nur die Dichtung selbst, sondern das gesamte Umfeld.

Thomas Papatheodorou, Parker Hannifin

Wie wird sich die Fluid-Technik in Zukunft noch entwickeln?
Die Fluid-Technik wird in Zukunft verstärkt Konkurrenz durch elektromechanische Antriebe bekommen. Überall dort, wo extrem hohe Kräfte eingesetzt werden müssen, wie zum Beispiel im Bergbau oder bei Baumaschinen, wird es die Fluidtechnik mit Sicherheit aber noch viele weitere Jahre geben.

Ein weiterer Trend ist die Miniaturisierung von Bauteilen. Immer kleinere Produkte müssen immer leistungsfähiger werden. Die zur Verfügung stehenden Einbauräume für Dichtungen werden immer kleiner, bei gleicher oder sogar höherer auf die Dichtung aufgebrachter Last. Das bedeutet, dass die Dichtungsgeometrie und/oder der eingesetzte Werkstoff immer mehr leisten müssen. hei

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