Nächste Station Weltraumbergbau?

Luxemburg will Schätze im All heben und bringt sich als zentraler Standort in Europa in Stellung. Dafür sollen klare gesetzliche Regelungen für die Rohstoffgewinnung im Weltraum auf den Weg gebracht werden, um Firmen und Investoren zur Verlegung ihrer Firmensitze in das kleine Land zu bewegen. Deep Space Industries aus USA macht den Anfang und will von Luxemburg aus in etwa zehn Jahren Wasser und Metalle aus Asteroiden gewinnen.

Die wichtigsten Hürden im Weltraumbergbau sind das Aufspüren der rohstoffreichsten Asteroiden sowie der Transport des Materials zur Erde. DSI will seine Raumfahrzeuge daher mit Wasserstoffantrieb ausstatten, dessen Treibstoff direkt aus den Asteroiden gewonnen wird. Rohstoffe werden direkt im All von minderwertigem Material befreit, sodass nur die wertvollsten Stoffe zu einem Weiterverarbeitungsdepot in der Erdumlaufbahn transportiert werden.

Die erntenden Raumschiffe sollen auf ihren Fahrten insgesamt zwischen 100 bis 10.000 Tonnen Asteroidenmaterial transportieren können. Im ersten Ansatz sollen Stoffe wie Wasser, Kohlenwasserstoff und Sauerstoff oder auch Methangas gewonnen werden, um das Leben und die Fortbewegung im All zu sichern. Die Energie dafür soll aus überdimensionalen Solaranlagen kommen. Interessiert an einem Firmenumzug nach Luxemburg soll auch die von Google Mitgründer Larry Page finanzierte US-Firma Planetary Resources sein.

Einer der Beiräte, Filmemacher James Cameron, erhofft sich von vom Weltraumbergbau sicher mehr als nur Anregungen für Nachfolger von Alien oder Terminator. Ganz und gar nicht Science Fiction war das auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas gezeigte Raumfahrzeug-Modell aus dem 3D Drucker: Zum ersten Mal wurde ein Teil ausschließlich aus einem Asteroiden hergestellt.

Das eingesetzte Material stammte vom sogenannten Campo Del Cielo Meteoriteneinschlag in Argentinien. Es wurde zuerst vakuumgeschmolzen und anschließend pulverisiert. Dieser Fertigungsprozess ließe sich zukünftig komplett in der gravitätsfreien Umgebung des Weltraums abbilden. Planetary Resources hat bereits die Zusammenarbeit mit dem weltweit größten Bau- und Anlagebauunternehmen Bechtel aus USA bekannt gegeben.

Nicht ganz so abgespaced ist die vom VDMA veranstaltete Markterkundungsreise „Bergbau und Rohstoffe“ vom 6. bis 10. Juni 2016 in die Demokratische Republik Kongo.