Mähdrescher bei Dämmerung - Bild: Miracle Moments, fotolia

Das Beratungsunternehmen nutzt für seine Analysen verschiedene Quellen, unter anderem die Produktdatenbank. Bild: Miracle Moments, fotolia

Expertengespräche des Beratungsunternehmens STM mit OEMs zeigen, dass die Anwender das Thema Innovation in ihren Maschinen wieder verstärkt aufgreifen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu sein. In den Gesprächen haben sich drei wichtige Entwicklungsziele bei Baumaschinen herauskristallisiert:

  • Die Entwicklung geht von der manuellen Bedienung hin zu autonomen Maschinen. Diese benötigen Technologien, um mehr Messwerte zu erfassen. Intelligente Sensoren werden dabei eine Schlüsselfunktion haben. Dies wirkt sich auch auf die Bediengeräte aus. Klassische Anzeigegeräte werden durch neue Lösungen ersetzt werden.
  • Die Elektrifizierung von Baumaschinen wird an Bedeutung gewinnen. Software und Mechatronik werden noch wichtiger: Änderungen an der Maschine werden über Software-Updates durchgeführt.
  • Vernetzte Maschinen sollen Baustellensysteme effizienter machen. Maschinen kommunizieren miteinander, der Bediener erhält Hinweise für Wartung und Reparatur. Baustellen werden sich am Internet of Things orientieren.

Dies zeichnete sich auch bei der Bauma 2016 in München ab. Dort waren Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung wichtige Trends, die innovative Systemlösungen verlangen. Auch in der Landtechnik geht der Trend in diese Richtung.

Grafik Product Innovations for Mobile Working Machines
Etwa 200 Produktinnovationen bei den Baumaschinen und rund 250 bei den Landmaschinen machten die Analysten ausfindig. Sortiert nach Produktgruppen werden Unterschiede zwischen Landtechnik- und Baumaschinen-Entwicklung deutlich.

Angrenzende Produkte einbeziehen

Innovationsmanager empfehlen Entwicklern, neue Wege zu beschreiten und verstärkt auch Unternehmen, deren Produkte an die eigenen angrenzen, mit in den Innovationsprozess einzubeziehen und gemeinsam Ideen zu generieren. Ein Hersteller von Hydraulikmaschinen kann beispielsweise mit Anbietern von Verbrennungsmotoren, Kühlungen und Sensoren zusammenarbeiten, aber auch Leitungselementen und -systemen wie Verschraubungen, Schläuchen und Rohren. Denn OEMs fordern heute Hydraulikmaschinen mit hohem Wirkungsgrad. Und ungünstige Leitungssysteme machen Effizienzbestrebungen rasch zunichte. Mit diesem Vorgehen würden Hersteller auch der Forderung von OEMs an ihre Zulieferer und Partner, „in Systemen zu denken“ besser gerecht, argumentiert das Beratungsunternehmen.

Um Unternehmen in diesem Prozess zu unterstützen, erarbeitete STM die Innovationsdatenbank Mobile Maschinen aus Produktneuheiten für Landmaschinen und Baumaschinen. Sie basiert auf der Analyse von Zulieferunternehmen. Im Bereich Landmaschinen wurden circa 800 Unternehmen herangezogen, die als Zulieferer für mobile Arbeitsmaschinen auf der Agritechnica 2015 vertreten waren. Die Berater kommen hier auf rund 200 Innovationen. Im Bereich Baumaschinen bezogen die Analysten weitere 700 Unternehmen ein, die bei der Bauma 2016 vertreten waren. Hier fanden sie rund 250 Innovationen.

Die Datenbank zeigt, in welchen Produktbereichen Zulieferer Innovationen getätigt haben. So gab es in der Landtechnik bei den elektronischen Steuerungen und Geräten am meisten Neuheiten, gefolgt von elektrischen Geräten und Hydraulik. Bei den Baumaschinen führt die Sensorik mit mehr als 35 Innovationen die Statistik an, gefolgt von elektronischen Steuerungen und Geräten. Bei den elektrischen Geräten und der Hydraulik stellten die Zulieferer gleich viele Neuheiten vor.