Volz Produktion

Voraussetzung für die Produktion von Edelstahl-Verbindungen sind kontinuierliche Investitionen in den Maschinenpark.

Schlauchleitungen werden Rohrleitungen immer dann vorgezogen, wenn Flexibilität gefragt ist, wenn also beispielsweise in einer Anlage Bewegungen entstehen, die starre Rohre nicht aushalten würden. Schlauchleitungen eignen sich außerdem zum Entkoppeln, wenn zwei verbundene Teile unterschiedlich stark schwingen beziehungsweise eines still steht. Starre Rohrleitungen würden Schwingungen übertragen und im schlimmsten Fall brechen.

Schlauchnippel, die Komponenten einer hydraulischen Anlage miteinander verbinden, spielen eine wichtige Rolle. Entsprechend sorgfältig sollten sie ausgewählt werden. Je nach Einsatzgebiet müssen sie ungünstigen Umgebungsbedingungen standhalten. Sie müssen dicht sein, auch wenn sie mit (Salz-)Wasser und korrosiven Flüssigkeiten oder Gasen, Vibrationen, Stößen, intermittierenden Druckbelastungen und -impulsen konfrontiert sind. Bei der Auswahl von Schlauchnippeln muss man daher auf folgende Aspekte besonders achten: Werkstoff, Fertigung, Portfolio des Herstellers, Lieferzeiten, Qualitätskontrolle und Rückverfolgbarkeit.

Es gibt ohnehin nur eine Handvoll Hersteller, die das Marktsegment der Rohrverschraubungen und -verbindungen bedienen. Von diesen wiederum konzentrieren sich die meisten in der Produktion auf Stahl, kaufen Edelstahlprodukte aber überwiegend zu. Die Volz Gruppe stellt neben ihrem Stahlprogramm am Firmensitz in Deilingen auch ihre Edelstahl-Produkte auf hochmodernen CNC-gesteuerten Maschinen selbst her.

Rohr- und Schlauchverbindungen

Alle Rohr- und Schlauchverbindungen sind auf eigenen Prüfständen unter extremen Bedingungen getestet.

„Im Unterschied zu vielen Wettbewerbern verwenden wir hierbei ausschließlich hochwertigen Edelstahl 1.4571 (316TI). Da machen wir keine Kompromisse“, sagt Ralph Wolter, Director Marketing und Business Development bei Volz. Stangenmaterial und Schmiederohlinge kommen ausschließlich aus europäischen Ländern. „Wir liefern in Branchen, in der Leckagesicherheit auch unter extremen Bedingungen gewährleistet sein muss“, so Wolter.

Edelstahl 1.4571 ist extrem korrosionsbeständig, und zwar nicht nur gegenüber Wasser und Salzwasser, sondern auch gegenüber anderen aggressiven beziehungsweise korrosiven Medien, wie zum Beispiel Säuren. Außerdem ist Edelstahl 1.4571 auch für hohe Temperaturen geeignet und resistenter gegen interkristalline Korrosionen als weniger hochwertiges Material. Die Verwendung von Edelstahl hat aber noch einen weiteren Vorteil für den Anwender: Im unwahrscheinlichen Fall, dass während der Einsatzdauer eines Schlauchnippels qualitätsbedingte Probleme auftreten, ist gemäß Abnahmeprüfzeugnis 3.1 eine genaue Chargenrückverfolgung des Rohmaterials bis zur Schmelze möglich.

Fertigung aus einem Guss

Im normalen Sprachgebrauch ist etwas „aus einem Guss“, wenn die Qualität stimmt und ein Produkt oder ein Ablauf perfekt ist. Ein „Stückwerk“ hingegen hat viele Schwachstellen. Dieser Grundsatz gilt auch für Verbindungselemente in der Hydraulik. Bei Schlauchnippeln der Volz Gruppe ist die Formulierung „aus einem Guss“ wörtlich zu nehmen: Sie sind grundsätzlich als Ganzteil gefertigt und nicht aus einzelnen Elementen gelötet. So werden typische Fehler und Schwachstellen mehrteiliger Nippel, wie beispielsweise Lunker und Einschlüsse in der Lötnaht, verhindert.

Der 90°-Bogen muss ohne Nippeleinfall und ohne Schwächung der Wandstärke erzeugt werden, damit der Querschnitt und dementsprechend die Durchflusswerte nicht verringert werden. Hierfür wurde im April dieses Jahres eine neue Biegemaschine angeschafft. Die hohe Fertigungstiefe und die Produktion des Edelstahl-Programms bei der Volz Gruppe in Deutschland tragen erheblich zu Qualität und kurzfristiger Verfügbarkeit bei.

Beides wissen Hersteller von Hydraulikanlagen zu schätzen. Das Unternehmen ist mit seinem Edelstahl-Programm in den letzten Jahren in immer mehr Anwendungsfelder und Branchen eingestiegen. Ralph Wolter: „Um die große Nachfrage zu bedienen, haben wir stark in unseren Maschinenpark investiert und unsere Kapazitäten in der Edelstahlproduktion erheblich ausgebaut.“ Die wenigsten Unternehmen haben neben der Ausstattung für Stahl auch spezielle Maschinen für die Edelstahlproduktion.

Maschinen von einem Werkstoff auf den anderen umzurüsten, ist aufwendig und verursacht lange Maschinenstillstandszeiten. Zusammen mit seinen Stahlprodukten bietet Volz unter den

Spezialisten für Rohrverbindungen das umfassendste Programm an Verbindungen in beiden Materialien. Kunden erhalten alle Rohrverbindungskomponenten aus einer Hand, und aufgrund der hohen Fertigungstiefe können auch individuelle Kundenanforderungen kurzfristig bedient werden.

Edelstahlschlauchnippel für jede Anwendung

Edelstahl Schlauchnippel

Das Volz-Programm beinhaltet Edelstahl-Schlauchnippel für Textil-, Geflecht- und Multispiralschläuche ebenso wie für Thermoplastik- und PTFE-Schläuche in vielen Variationen. Bild: Volz

Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren das Programm, die Anwendungsfelder und die Kundenbasis der Edelstahl-Schlauchnippel erheblich erweitert und daraus ein umfassendes Programm an Edelstahl-Schlauchverschraubungen entwickelt, das nahezu alle Anforderungen an Schläuche und deren Integration in die hydraulische Anlage erfüllt: für Textil-, Geflecht- und Multispiralschläuche ebenso wie für Thermoplastik- und PTFE-Schläuche in vielen Variationen. Für extreme Anforderungen hat der Hersteller beispielsweise die Zulassung seiner Edelstahl-Schlauchnippel in Verbindung mit Spiral- und Geflechtschläuchen nach den Anforderungen der DNV erhalten – speziell für Schiffbau und Offshore-Anwendungen.

Auf der Anschlussseite ist die Vielfalt sogar noch größer. Bei jeder der zahlreichen Varianten kann der Anwender zwischen einer geraden und gebogenen Version entscheiden. Den vielfältigen Anschlussmöglichkeiten stehen zwei Varianten der Nippel gegenüber, die durch die verwendete Pressfassung auf die Kundenanforderungen konfiguriert werden können: Es gibt sie ohne und mit Ausreißsicherung (Interlock). Diese Pressfassungen sind in der Innenkontur, genauer gesagt in der Verzahnung, auf die jeweiligen Schläuche abgestimmt. Hier liegt bei dem Unternehmen ebenfalls umfassendes Know-how vor, von dem der Kunde profitiert.

Denn dank der Kombinationsmöglichkeiten des Baukastensystems kann Volz den Kunden schnell die gewünschte Schlauchverbindung liefern, ohne Tausende von Varianten auf Lager halten zu müssen. Die hohe Fertigungstiefe und die Produktion in Deutschland tragen zudem wesentlich zu kurzen Lieferzeiten bei. Das bedeutet für Kunden, dass sie keine eigene Lagerhaltung benötigen.

Volz wiederum hat ein großes Lager konfektionierter Teile und kann dementsprechend auch die gewünschte Anschlusskonfiguration kurzfristig erzeugen. Kunden erhalten also auch spezielle Anfertigungen schnell und zuverlässig und in hoher Qualität.

Unterstützung bei Montage und Pressung

Ein wichtiges Thema ist auch die Unterstützung der Kunden in allen Fragen der Weiterverarbeitung und Montage. Für alle Volz-Produkte sind Montageanleitungen verfügbar. Das Unternehmen bietet Schulungen am Unternehmenssitz in Deilingen an, aber auch vor Ort bei seinen Kunden. „Wir verstehen uns hier als Partner unserer Kunden“, so Geschäftsführer Christoph Fleig. fa

Autor: Gina Wilbertz, Agentur amedes im Auftrag von Volz

Volz Gebäude

Bild: Volz

Das Unternehmen Volz

Damit Verbindungen gelingen

Christoph Fleig und Mitarbeiter

Dr. Christoph Fleig, Geschäftsführer der Volz Gruppe, im Gespräch mit Produktionsmitarbeitern am Hauptsitz des Unternehmens in Deilingen. Bild: Volz

Die Volz Gruppe liefert als einer der wenigen Anbieter in Deutschland ein breites Programm an Rohrverbindungskomponenten sowohl in Stahl als auch in Edelstahl aus eigener Fertigung. Ein weiterer Produktionsschwerpunkt sind individuelle Kugeln für die Kugelhahnindustrie, mit denen Volz, nach eigenen Angaben, Marktführer ist.

Insgesamt rund 340 Mitarbeiter sind bei der Volz Gruppe beschäftigt, die meisten davon am Hauptsitz des Familienunternehmens in Deilingen. International sind die Schwaben mit Vertriebsgesellschaften in der Türkei, der Ukraine, in Australien, Shanghai, Singapur und Russland aktiv. Regional engagiert sich das Unternehmen besonders für Auszubildende und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Technik im Detail

Geprüft, getestet, zertifiziert

Edelstahl-Schlauchnippel

Edelstahl-Schlauchnippel werden bei Volz grundsätzlich als Ganzteil in Edelstahl 1.4571 (316TI) gefertigt und auf eigenen Biegemaschinen gebogen. Bild: Volz

Für einen Spezialisten auf dem Gebiet hochwertiger Verbindungstechnik wie Volz ist es selbstverständlich, dass alle Produkte umfassend getestet wurden und werden und dass auch Prüfzeugnisse führender Organisationen wie DNV, Lloyds, ABS und TÜV vorliegen. Erst kürzlich wurden drei Prüfstände angeschafft, im Wesentlichen für die Prüfung von Edelstahl-Schlauchnippeln.

Zum Prüfumfang während der Entwicklung gehören unter anderem Dauertests mit 400.000 Druckzyklen (gegebenenfalls auch bis 2.000.000 Zyklen). Bei Berstdruck- und anderen Prüfungen wird eine vierfache Sicherheit berücksichtigt.

Auch Flammtests werden regelmäßig bei unabhängigen Instituten durchgeführt. Freigaben und Zertifikate unabhängiger Organisationen wie zum Beispiel Lloyds Register, DNV, ABS, DVGW oder TÜV belegen die gute Performance der Schlaucharmaturen (DNV und ABS-Zertifizierungen für Schläuche von Gates, Manuli und Eaton, andere Produkte auch von DVGW, Lloyds Register etc.).

Viele Aggregate- und Systemhersteller haben auch Kombinationen von bestimmten Schlauchtypen mit Volz-Armaturen freigegeben. Wenn der Kunde die Eignung der Armaturen für definierte Einsatzparameter oder in Kombination mit bestimmten Schlauchtypen sicherstellen möchte, führt Volz entsprechende Prüfungen durch.