Mit diesen Erkenntnissen könnte sich ein Hersteller von Armaturen prinzipiell zufrieden geben: Schließlich hat er in solchen Fällen keinen Fehler gemacht. Der Anspruch von Voswinkel ist es jedoch, in Systemen und Funktionen zu denken und dem Praktiker eine lösbare Verbindung von hydraulischen Leitungssystemen zur Verfügung zu stellen, die nicht nur in sich, sondern als Gesamtsystem dauerhaft funktionsfähig ist. Aus diesem Anspruch ergibt sich eine klare Vorgabe für die Konstrukteure: Praxisgerecht ist eine Schlaucharmatur, die zuverlässig ohne Rücksicht auf das Anzugsmoment und die Festigkeitseigenschaften des Gegenstutzens abdichtet.

Dieser Aufgabe hat sich Voswinkel – einer der weltweit größten Hersteller von Hydraulik-Schnellverschlusskupplungen sowie größter deutscher Produzent von Hydraulik-Schlaucharmaturen – gestellt. Auf der bauma wird das Unternehmen erstmals ein neues Armaturensystem der Ecovos-Reihe mit 24° Dichtkegel (EN 8434-1) vorstellen, das sich von den bisher verfügbaren Schlaucharmaturen durch eine sogenannte Blocksicherung unterscheidet.

Die konstruktive Gestaltung der lösbaren Verbindung stellt sicher, dass nach dem Erreichen des angegebenen Drehmoments die volle Dichtfunktion dauerhaft und reproduzierbar gewährleistet ist – auch nach mehrfachem Lösen und Wiederverbinden. Ein Überziehen des Anzugsmomentes wird blockiert und die im Gewinde erreichte Vorspannung verhindert das selbsttätige Lösen der Armatur im Lastfall.

Ecovos-Schlaucharmatur

Sicher dicht dank Blocksicherung

Mit Blocksicherung ist gemeint, dass dem Bediener das Montageende eindeutig angezeigt wird. Möglich ist das, weil die Spaltbreite zwischen den beiden Stirnflächen der zu verschraubenden Komponenten exakt definiert ist. Dieser Spalt stellt sicher, dass nach dem Verschrauben mit dem vorgegeben Anzugsdrehmoment die für eine sichere und dauerfeste Verbindung notwendige Vorspannung in der Gewindepaarung erzeugt wird. Dabei wird die notwendige Gegenkraft über die in Kontakt stehenden Stirnflächen hergestellt. Die nunmehr nur in metallischem Kontakt befindlichen Konusflächen erreichen bei geschlossenem Dichtspalt Spannungswerte, die sich maximal im elastischen Bereich der Materialien befinden. Die Einflüsse der normativen Fertigungstoleranzen der Komponenten sind dabei in der axialen Dimension des Ringspaltes berücksichtigt.

Ecovos-Schlaucharmatur
Bei den neuen Ecovos-Schlaucharmaturen wird das Montage­ende eindeutig angezeigt.

Ohne Rücksicht aufs Material

Die Ecovos-Schlaucharmaturen mit Blocksicherung bieten aus Anwendersicht den Vorteil, dass sowohl die Anzugsdrehmomente als auch die Art der Materialpaarung bei der Montage unberücksichtigt bleiben können. Der Anwender hat also nicht die Aufgabe festzustellen, ob er zum Beispiel ein Drehteil mit einem (weicheren) Gussteil oder einem Schmiedeteil paart.

Auch der bekannte, von ZiNi-Oberflächen ausgehende Einfluss auf die Dauerstandfestigkeit der Verbindung kann unberücksichtigt bleiben. Das Montagepersonal muss nur die Armatur so weit verschrauben, bis deutlich spürbar eine Metall-Metall-Verbindung hergestellt ist. Dann ist die Verbindung dauerhaft dicht und es ist sichergestellt, dass die Armaturenkomponenten nicht geschädigt sind. Damit ergibt sich eine deutlich höhere Montagesicherheit und zudem eine Vereinfachung der Montage.

So lassen sich mit den neuen Schlaucharmaturen zuverlässig formschlüssige und dichte Verbindungen erreichen, die auch nach dem Lösen und Wiederverbinden ihre Eigenschaften behalten. Das gewährleistet zusätzliche Leckagesicherheit, vor allem in der Mobilhydraulik, und es vereinfacht das Austauschen von Hydraulikschläuchen im vorgeschriebenen Turnus: Der Gegenanschluss kann problemlos in den meisten Fällen ohne Risiko wiederverwendet werden.

Eine praxisgerechte Schlaucharmatur

Die neue Ecovos-Schlaucharmatur wird in Nennweiten DN06 – DN16 angeboten und ist ab dem zweiten Quartal 2016 verfügbar. Aus Sicht von Voswinkel ist die Neuentwicklung, die zum Patent angemeldet wurde, ein wichtiger Beitrag zu dem Ziel, Verbindungskomponenten zu leckagesicheren Baugruppen zu kombinieren und damit komplette Systeme der hydraulischen Verbindungstechnik anzubieten. Dieses Ziel verfolgt Voswinkel seit April 2015 innerhalb der Stauff Gruppe, zu der auch Volz gehört. Gerade zum Angebot von Stauff, dem bekannten Hersteller der Stauff-Schellen und des Connect-Systems, ergeben sich durch die neue Schlaucharmatur Synergieeffekte. fa