Modulbaureihe 950, Bild: Tries

Bei der Modulbaureihe 950 sind durch das weiterentwickelte Lock-System Längsverkettungen und Höhenverkettungen möglich. Bild: Tries

Die Vorteile der modularen Bauweise in hydraulischen Anlagen liegen auf der Hand: Als Anwender kann man auf standardisierte Bauteile zurückgreifen, ist flexibel und spart Zeit und Kosten. Herstellerseitig ergeben sich positive Synergieeffekte und ein geringerer Entwicklungsaufwand im Vergleich zum Monoblockaufbau.

Doch es gibt auch Nachteile. Gerade bei Sonderfunktionen oder umfangreichen Verkettungen stoßen diese Systeme schnell an ihre Grenzen. Dann werden zusätzliche, dezentrale Steuerblöcke benötigt, welche die Kosten in die Höhe treiben und wodurch sich das hydraulische System wie ein Netz in die gesamte Anlage verteilt. Dies wiederum ist für Montage und Instandhaltung eine Herausforderung.

Tries will diese negativen Effekte abmildern und hat dazu einen Steuerblock entwickelt, der auf patentierten Lösungen in der Verbindungstechnik basiert: Der Hersteller verwendet das Lock-System. Es wurde bereits in der Modulbaureihe 940 eingesetzt und seitdem weiterentwickelt. Bei der Modulbaureihe 950 sind nun neben der Längsverkettung auch zusätzliche Höhenverkettungen möglich. Dadurch kann der Hersteller Sonderfunktionen ohne großen Aufwand in das vorhandene System integrieren. Die Vorzüge der Vorgänger-Baureihe 940 bleiben dabei erhalten. Durch das Lock-System werden beliebig viele Module in einem Blockverband zusammengefasst. Es können weiterhin parallele und serielle Systeme aufgebaut werden. Auch eine kostenreduzierende Mischung aus beiden ist umsetzbar.

Elektronische Steuerung nach Maß

TME am Steuerblock
Als Steuerung bietet der Hersteller die Tries Modulelektronik an, kurz TME (vorne am Steuerblock). Der Anwender entscheidet selbst, wie intelligent das System sein soll. Bild: Tries

Was dann noch fehlt, ist eine leistungsfähige, elektronische Steuerung. Bei der Integration dieser Funktion liegt für Steuerblockhersteller die Aufgabe darin, auf Anwender-Wünsche einzugehen und gleichzeitig die nahezu unbegrenzten Verknüpfungsmöglichkeiten abzudecken. Dieser Konflikt lässt sich über die Tries Modulelektronik (TME) lösen, welche die neue Modulbaureihe 950 ergänzt.

Der Anwender wählt selbst, wie intelligent sein benötigtes System werden soll. Dabei gibt es drei Wege: Bei Proportional Basic kann der Anwender jedes Ventil selbst ansteuern. Bei der Variante Proportional Advanced ist die Ansteuerung der Ventile über das TME in plug and play umgesetzt. Und in Proportional Expert aktualisiert sich das System beim Austausch von Bauteilen selbstständig und es sind keine Programmierarbeiten nötig.

Dabei schuf der Hersteller mit Hilfe des TME einen universellen CAN-Knoten, bei dem durch die zusätzliche Intelligenz keine Funktionsprogrammierung der Module nötig ist. Ab der Ausbaustufe Proportional Advanced können Anwender auf eine standardisierte TME-Ansteuerung durch die Operation Modes setzen. Diese fassen Funktionen, bei denen mehrere Ventile zusammenspielen, zu vorgefertigten Bausteinen zusammen und können kundenseitig ohne Programmierungsaufwand konfiguriert werden. Lediglich der benötigte Druck beziehungsweise Volumenstrom muss festgelegt werden. Der Anbieter will auf diese Weise Anwender mit vorhandenen Steuerungen bedienen, aber auch ein eigenes, abgeschlossenes System anbieten, welches ohne viel Know-how in der Hydraulik beziehungsweise Steuerungstechnik integriert werden kann.

Bei Baureihe 950 übergeben neue Ventile in der höchsten Ausbaustufe vollkommen selbstständig die Parameterdaten an die TME. Es ist möglich, jedes Teil bis hin zur gesamten Modulelektronik zu tauschen, ohne Software- oder Systemupdates durchzuführen. Das Verbindungstechniksystem lässt sich einfach demontieren, wodurch der Austausch einzelner Segmente möglich ist, ohne den gesamten Blockverband zu öffnen. Die simple Integration auch exotischer Sonderfunktionen in das vorhandene System, ohne zusätzliche dezentrale Steuerblöcke, ergibt für den Anwender beispielsweise auch die Möglichkeit, eine zentrale hydraulische Steuerung aufzubauen.

TME, Bild: Tries
Der Elektronikbaustein TME ergänzt die neue Modulbaureihe 950. Bild: Tries