Maschine, Bild: Continental

Vor allem bei industriellen Anwendungen gilt: Je genauer der optimale Wartungspunkt vorhergesagt werden kann, desto kostengünstiger ist der Betrieb der Maschine. Bild: Continental

RFID steht für „Radio Frequency Identification“, also die Identifizierung mithilfe elektromagnetischer Wellen. Diese erlaubt es, Daten lageunabhängig zu lesen und zu speichern, ohne den Datenträger zu berühren oder Sichtkontakt zu ihm zu haben. Für eine RFID-Erkennung wird ein Objekt mit einem so Transponder ausgestattet, der auf die Anfrage eines Lesegerätes antwortet und Daten per Funk überträgt.

Während beispielsweise ein Barcode lediglich die Art eines Produktes bezeichnet, kann ein Transponder viel genauere Daten anzeigen. Dadurch lässt sich verfolgen, wann genau ein Produkt das Werk verlassen hat, wo es Zwischenstation gemacht hat und wo es gekauft wurde. Durch die Daten auf dem Transponder können weitere Datenbanken abgefragt werden, die zusätzliche Informationen bereitstellen. Mit einem Transponder ausgestattete Produkte können auch nach dem Verkauf noch beim Endkunden weiter verfolgt werden.

Fehler von vornherein vermeiden

Bei datenübertragenden Leitungsanschlüssen nimmt ein Kupplungskörper mit RFID-Leser den Kupplungseinsatz mit dem Transponder auf. So lassen sich auch bei Mehrfachanschlüssen korrekte Verbindungen sicherstellen – ein Prinzip, das in der Medizintechnik schon erfolgreich genutzt wird. Der Transponder erklärt der Steuerung, was mit dem jeweiligen Port verbunden werden muss. Wenn ein Fehler festgestellt wird, kann der Controller eine Warnung für den Bediener anzeigen oder das Gerät abschalten.

Medienführende Systeme lassen sich prinzipiell mit einer hohen Anzahl verschiedener Sensoren versehen, die Druck, Temperatur, Durchflussrate und Medienqualität messen. Die entsprechend ausgestatteten Schläuche und Leitungen erzeugen und übertragen die Daten. Die Auswertung erfolgt dann beispielsweise über Steuergeräte. Darüber wird geprüft, ob ein System die Praxisanforderungen erfüllt. Außerdem kann so festgestellt werden, ob sich das richtige Medium in der richtigen Menge und im gewünschten Zustand im Kreislauf befindet. Dazu werden entsprechende Sensoren in die Leitung eingebaut. Die Daten werden an den Transponder übermittelt. Ebenso lassen sich die Einstellungen der Betriebssteuerung kontrollieren oder die Nutzung von Geräten überwachen. Über festgelegte Parameter lässt sich so der Zustand des Gesamtsystems ermitteln und bei Bedarf eine vorbeugende Instandhaltung einplanen.

Wartungsstrategien weiterentwickeln

Die präventive Wartung wird zunehmend zu einem wichtigen Treiber in der Industrie. Voraussetzung dafür ist die Vernetzung von Maschinen, Produkten und Komponenten – sie werden damit Teil des Internets. Das ist die konsequente Weiterentwicklung der bisherigen klassischen Wartungsstrategien.

Integrierte Sensoren nutzen diese Verknüpfungen, um Zustandsdaten von Maschinenkomponenten zu erfassen und sie mit Informationen zur Instandhaltungsplanung oder Kundenbetreuung zu kombinieren. Auffällige, auf Störungen hindeutende Muster wie Überhitzung werden so rechtzeitig erkannt. Entsprechende Gegenmaßnahmen lassen sich präventiv einleiten. Bei Druckabfall, sinkenden Füllständen in Leitungssystemen oder auch bei ersten Anzeichen von Materialermüdung schlagen die Sensoren Alarm – beim Betreiber oder direkt beim Komponentenhersteller, der dem Kunden gleich den passenden Ersatz anbieten kann.

So können intelligente Leitungen und Kupplungen bei Bedarf Nachschub für verbrauchte Medien bestellen oder Ersatz für schadhafte Dichtungen sowie geknickte oder lecke Schläuche ordern. Und da das Lesegerät auch Informationen auf den Transponder schreiben kann, lassen sich Nutzungs- und Wartungsdaten lückenlos dokumentieren und beispielsweise Bedienungsfehler im Nachhinein nachvollziehen.

Je genauer sich der optimale Wartungszeitpunkt vorhersagen lässt, umso wirtschaftlicher ist der Maschineneinsatz. Stillstandzeiten und unvorhergesehene Ausfälle lassen sich so in den meisten Fällen vermeiden. Erfolgreiche Ansätze setzen vor allem die Auswahl des richtigen Systems, die Generierung und Aufbereitung korrekter Daten sowie die passende Mischung aus Branchenkenntnissen und Analysemethoden, voraus. Wichtig ist nicht zuletzt, dass das RFID-System robust gegen Verschmutzung ist. hei

 

Diese Themen interessieren Sie? Mit unserem wöchentlichen fluid-Newsletter sind Sie immer auf dem Laufenden.