Bild 1

Das Unternehmen verbesserte nicht nur das Aussehen (rechts), sondern dank der höheren Masse auch die Festigkeit, die den Einsatz bei höheren Betriebsdrücken (bis zu 800 bar) erlaubt. Bild: Voss Fluid

Das Unternehmen verbesserte nicht nur das Aussehen (rechts), sondern dank der höheren Masse auch die Festigkeit, die den Einsatz bei höheren Betriebsdrücken (bis zu 800 bar) erlaubt.

Rohrverschraubungen zählen zu den bewährten, international genormten Rohrverbindungen für viele Einsatzgebiete in der Hydraulik. Für höchste Drücke haben sich Schneidringverschraubungen bewährt, die auch noch bis rund 800 bar eine flüssigkeitsdichte Verbindung bieten. Welche Voraussetzungen diese Verbindungstechnik mitbringen muss, beschreibt die EN ISO 8434 (frühere DIN 2353).

Bild 2

Für den neuen Schneidring spricht laut Voss Fluid, dass er sich auch bei unterschiedlichsten Werkstoffen einsetzen lässt. Bild: Voss Fluid

Doch die Norm allein nützt dem Anwender wenig, denn sie beschreibt nur die Rahmenbedingungen. Wie ein führendes Unternehmen für hydraulische Verbindungstechnik ihre Schneidringverschraubungen mit Blick auf Norm und Anwendung verbessert hat, schilderte Harald Pott, Bereichsleiter Technik bei Voss Fluid aus Wipperfürth.

Am Anfang stand die Analyse der bisherigen Konstruktion, die ergab, dass sich die Verschraubung nicht nur rein funktionell, sondern auch in Sachen Montagefreundlichkeit und Wertigkeit verbessern lässt. „Mit dem neu designten Schneidring dokumentieren unsere Kunden, dass sie ein hochwertiges Produkt einsetzen“, erklärte Dr.-Ing. Pott: „Etwa bei Baumaschinen müssen auch die eingesetzten Komponenten wertig aussehen.“ Das Unternehmen achtete bei der Entwicklung nicht nur auf ein hübscheres Äußeres: Die größere Masse erhöht auch die Festigkeit, die einen Einsatz bei Betriebsdrücken bis zu 800 bar erlaubt.

Überraschend günstig

Doch was hat das Unternehmen verändert? „Zunächst sprach einiges für Umformen, doch wir entschieden uns schließlich doch für das Drehen, weil dort keine Fluchtungsfehler auftreten“, berichtet der Bereichsleiter. „Dabei stellten wir fest, dass die zerspanende Herstellung preiswerter als ein Umformungsverfahren ist.“ Außerdem entschied sich das Unternehmen für eine Werkstoffwechsel: Statt des sonst üblichen Automatenstahls setzt der Hersteller nun einen C-Stahl ein, der sich aber in der Regel nur schwer drehen lässt.

Dr. Pott

„Auch die eingesetzten Komponenten müssen wertig aussehen.“
Dr. Harald Pott, Voss Fluid

Die Verbindungsexperten ließen daher einen neuen, „drehtauglichen“ C-Stahl mit feinkörnigem Gefüge maßschneidern, der auch ein besseres Einschneidverhalten aufweist. Besonderes Augenmerk richteten sie auf die Montagefreundlichkeit: Sie änderten den typischen Blockanschlag, der bisher immer in der Endmontage geschah. Doch trotz des wesentlichen Pluspunkts bei der Endmontage, bei dem nun kein Überdrehen möglich ist, gibt es einen Nachteil: Der Endmonteur kann den Schneidring nicht nachschneiden.

„Wir haben den Blockanschlag nun in die Vormontage verlagert, in dem wir einen patentierten, verlängerten Vormontagestutzen verwenden“, so Pott. Für den neuen Schneidring spreche außerdem, dass er sich auch bei unterschiedlichsten Werkstoffen wie Stahl oder Edelstahl und dünnwandigen Rohren einsetzen lasse. Zudem ließen sich diese Schneidringverbindungen auch mit einfachen Vormontagegeräten durchführen.

Die Qualität der Verschraubung lässt sich auf unterschiedliche Art analysieren. Ein wichtiger Maßstab ist beispielsweise die Lage des Schneidrings auf dem Rohr, die sich am besten mit einem speziellen Messgerät überprüfen lässt. Anwender sollten darauf achten, ob es einen vernünftigen Materialaufwurf vor der Schneidkante gibt. Nur wer beides prüft, kann feststellen, ob die Verbindung in Ordnung ist. do

Autor: Nikolaus Fecht, freier Autor für fluid