Herbsternte

Die Bedeutung von H1- und H2-Hydraulikölen am Markt wird in Zukunft zunehmen. Heute reicht es nicht mehr aus, dass in der Lebensmittelfabrik diese Spezialschmierstoffe eingesetzt werden. Die gesamte Herstellungskette vom Feld bis zum Tisch ist betroffen. Vor etwa 20 Jahren, als die ersten „Lebensmittelschmierstoffe“ auf dem Markt kamen, war die Zahl der Anbieter sehr klein. Heute haben viele Schmierstoffhersteller Produkte für Lebens-, Genuss-, Futter- und Arzneimittelindustrie in ihrem Portfolio.

Die Bedeutung von H1- und H2-Hydraulikölen am Markt wird in Zukunft zunehmen. Heute reicht es nicht mehr aus, dass in der Lebensmittelfabrik diese Spezialschmierstoffe eingesetzt werden. Die gesamte Herstellungskette vom Feld bis zum Tisch ist betroffen. Vor etwa 20 Jahren, als die ersten „Lebensmittelschmierstoffe“ auf dem Markt kamen, war die Zahl der Anbieter sehr klein. Heute haben viele Schmierstoffhersteller Produkte für Lebens-, Genuss-, Futter- und Arzneimittelindustrie in ihrem Portfolio.

H1-Hydrauliköle sind kein Lebensmittel, sondern vollfunktionierende Fluide mit der zusätzlichen Eigenschaft, dass sie kurzzeitig mit Lebensmitteln in Berührung kommen dürfen. Der Begriff „kurzzeitig“ ist in der Norm nicht definiert, wohl aber ein Grenzwert für die maximal zulässige Kontamination: Es dürfen höchstens 10 ppm des Basisöls im Lebensmittel nachweisbar sein.

Der Einsatz eines H1-Hydrauliköles ist also kein Freibrief, um bei der Wartung etwas kompromissbereiter zu sein oder bei kleinen Leckagen die nächste fällige Reparatur abzuwarten. Maschinenbetreiber bestätigen, dass H1-Hydrauliköle im Vergleich zu Industriefluiden keinen höheren Wartungsaufwand verursachen. Zur eigenen Sicherheit ist aber eine umfangreichere Maschinen- oder Geräteinspektion zu empfehlen, um kleinste Abweichungen frühzeitig zu erkennen.

Im Marktspiegel sind Öle auch mit „Koscher“ und „Halal“ gekennzeichnet. Diese beiden Zertifikate werden immer wichtiger. Rabbiner und Imame überprüfen den Herstellungsprozess. Wenn er den religiösen Vorgaben entspricht, erhält das Produkt ein Zertifikat.

H1-Hydrauliköle sind Hochleistungsschmierstoffe. Die angeführten Produkte sind in ihrem Leistungsniveau aber nicht identisch. Dies sollten Konstrukteure und Instandhalter bei der Produktauswahl beachten. do

Autor: Helmut Winkler, freier Autor für fluid

 

fluid hakt nach

Kurz gefragt,…

…fünf Fragen Andre Adam, Sales Direktor bei Fragol, einem Lieferanten von Wärmeträgern und speziellen Industrieschmierstoffen

So genannte Lebensmittelschmierstoffe sind nun ja schon seit gut 15 Jahren auf dem Markt. Worin unterscheiden sich die heutigen Produkte von ihren Vorgängern?

Die ersten H1 Produkte hatten leider zu Recht einen schlechten Ruf. Als Basisöle wurden Mineralöle der Gruppe 1 verwendet, die nach einem Reinigungsprozess zwar für den Einsatz in der Lebensmittelproduktion geeignet waren, aber keine überzeugende Leistung erbringen konnten.

Heute haben wir neue, bessere Additive, und, was noch wichtiger ist, viel bessere Basisöle mit einer größeren Auswahl an Chemie zur Verfügung, zum Beispiel Mineralöle Gruppe 2 und 3, PAO, Ester und PAG.

Braucht es in der Praxis überhaupt H2- oder 3H-Schmierstoffe?

H2 ist die Kategorie, in der absolut kein Kontakt zwischen dem Schmierstoff und dem zu produzierenden Lebensmittel erlaubt ist. Dies kommt aus der Vergangenheit, als die Additive noch oft Gefahrstoffe waren. Heute sind sie schon längst nicht mehr erhältlich, aber die Kategorie hat überlebt. Es gibt in allen Fällen gute H1-Alternativen für die H2-registrierten Produkte.

Die European Hygienic Engineering & Design Group (EHEDG) bestätigt, dass die Verwendung von H2-Schmierstoffen erhebliche Risiken birgt. 3H ist keine Schmierstoffkategorie, sondern eine Kategorisierung der FDA. In diesen Kategorien wird festgelegt, wie viel Schmierstoff mit dem Produkt in Berührung kommen darf bei gewissen festgelegten Anwendungen, zum Beispiel als Trennmittel in Großbäckereien.

Muss man auch eine HACCP-Analyse durchführen, wenn ausschließlich H1-Schmierstoffe eingesetzt werden?

H1-Schmierstoffe sind ein guter und wichtiger Teil für die Erfüllung eines HACCP-Plans. Es ist sehr empfehlenswert, ausschließlich H1-Schmierstoffe in einem Werk einzusetzen, um Irrtümer und Fehler zu verringern und Kontaminierungsrisiken zu reduzieren.

Die Food Grade Lubricants Working Group des European Lubrication Grease Institue hat mit Ihrer Beteiligung ein Positionspapier verfasst, das bestimmte Missverständnisse ausgeräumen soll. Welche sind das?

Leider gibt es immer Betriebe, die die Regeln selbst nicht kennen oder das Unwissen von Endverbrauchern ausnutzen, um ihr Produkt zu verkaufen. Ein Beispiel ist die unerlaubte Vermarktung vom 3H-Produkt als Lebensmittelschmierstoff. Wir müssen grundsätzlich darauf achten, dass Schmierstoff nie ein Teil der Nahrung wird. Werbung, die besagt, das entsprechende Produkt sei so sauber, dass man es essen kann, ist falsch und irreführend.

Brauchen Schmierstoffe für Lebensmittel- und Pharmaindustrie andere Additive, und wie wirkt sich das auf die Ölstandszeit aus?

Basisöle sind wichtig für die Leistung, und mit Additiven können gewisse Produkteigenschaften nachgebessert oder verstärkt werden. Nur die im FDA Whitebook (Food and Drug Administration) unter die Kategorie HX1 gelisteten Additive dürfen in Lebensmittelschmierstoffen verwendet werden.

Für Hydrauliköle hat das keinen großen Einfluss, aber zum Beispiel bei Kompressoren kann dies zu Einschränkungen bei der erwarteten Laufleistung führen. Die FDA begrenzt die Anteile von bestimmten Additiven und Basisölen im Endprodukt, was wiederum auch in einigen Bereichen zur Leistungseinschränkung führen kann. Doch ist es wichtig zu wissen, dass es heutzutage sehr gute Produkte am Markt gibt.

Bei H1-Schmierstoffen ist ein technisch unvermeidbarer, gelegentlicher Lebensmittelkontakt zulässig. Was heißt dabei „gelegentlich“?

Wenn es versehentlich zu einem unentdeckten Schmierstoffkontakt mit Nahrung kommen sollte, wird dies keine (allzu) negativen Folgen für den Konsumenten haben. Wenn höherer Schmierstoffverbrauch festgestellt wird, sollte man Maßnahmen ergreifen.

Die Fragen stellte Helmut Winkler, freier Autor für fluid