Modularer Steuerblock, Bild: Parker
Berücksichtigt zahlreiche Forderungen von Pressenbauern und -anwendern: Parkers neue, modular aufgebaute Standard-Pressensteuerblöcke der Serie PPCC. Bild: Parker

Auch bei Hydraulikpressen geht der Trend hin zu einer wachsenden Komplexität des hydraulischen Systems: Pressen führen immer öfter die Komplettbearbeitung von Werkstücken aus. Gleichzeitig werden eine höhere Reproduzierbarkeit sowie Genauigkeit bei der Pressbewegung erwartet. Um diese Anforderungen zu erfüllen, setzt Parker Hannifin auf Anwenderkooperationen bei der Entwicklung neuer, effizienterer Pressenkonzepte. Hansgeorg Kolvenbach, General Manager der Parker Hydraulic Controls Division Europe in Kaarst, sieht darin eine klassische Win-win-Situation: „Einerseits profitieren die Maschinenbauer von unserem Hydraulik-Know-how, andererseits können wir unsere Produktentwicklung durch die Nähe zu den Kunden optimal an deren Anforderungen ausrichten und Lösungen entwickeln, die der Markt auch tatsächlich braucht.“

Gemeinsam mit Wickert Maschinenbau aus Landau hat Parker die electronic Load Controlled Pump (eLCP) entwickelt – eine elektronische Lastkompensation für Standardpressen, bei der die hydraulische durch eine elektrische Rückführung ersetzt wird. So wird der Druck, der sich hinter einer den Pumpen nachgeschalteten Blende einstellt, elektronisch an das Proportionaldruckventil des Pumpenreglers zurückgemeldet.

Der Vorteil: Der Volumenstrom am Ventilausgang ist konstant – sich ändernde Massen oder Kräfte der angeschlossenen Verbraucher, zum Beispiel Hydraulikzylinder und Motoren, haben keinen Einfluss auf die Geschwindigkeit des Verbrauchers. Zur Steuerung des Volumenstroms kommt ein TDA-Proportional-Drosselventil zum Einsatz, mit dem der Ölstrom je nach Baugröße von 0,1 l/min bis hin zu 10.000 l/min mit Sprungantwortzeiten von unter 20 Millisekunden (NG16) genau eingestellt werden kann.

Modulares Steuerblockkonzept

Hansgeorg Kolvenbach, Parker Hydraulic Controls Division Europe. Bild: Parker Hannifin

Unser neues Pressensteuerblock-Baukastensystem PPCC mit vorgesteuerten Wegeventilen bietet ein modular aufgebautes, kompaktes Steuerblockkonzept. Zahlreiche Funktionen können direkt am Grundblock eingerichtet werden, zum Beispiel Eilgangzylinder, Presszylinderzuschaltung und federbelastete Werkzeuge auf der Kolbenseite sowie freier Fall auf der Stangenseite. Durch die entsprechende Ventilbestückung können die Blöcke individuell an die jeweilige Anwendung angepasst werden.

Kolvenbach ist von den Vorteilen der eLCP überzeugt: „Unsere Lösung bietet die notwendige Flexibilität für die unterschiedlichen Anforderungen von Hauptachse und Hilfsachsen und ermöglicht häufig sogar den Verzicht auf aufwendige geschlossene Geschwindigkeits- oder Lageregelkreise. Auch eine Steuerpumpe ist nicht mehr notwendig. Die hohe Dynamik unseres TDA-Proportional-Drosselventils erlaubt zudem die Verwendung von Standard-Drehstrommotoren, deren Drehzahl während des Betriebszyklus‘ durch einen AC30-Frequenzumrichter geregelt wird. Das Ergebnis: Ein stabiles, energieeffizientes System, das auf Standardkomponenten basiert – mit Kostenvorteilen bei Anschaffung und Wartung.“

Einer weiteren wichtigen Forderung der Pressenbetreiber, die Inbetriebnahmezeiten durch standardisierte Lösungen zu verkürzen, trägt Parker mit einem neuen Pressensteuerblock-Baukastensystem Rechnung. Die gerade vorgestellte Serie PPCC mit vorgesteuerten Wegeventilen bietet ein modular aufgebautes, kompaktes Steuerblockkonzept. Manager Kolvenbach erklärt, wie Parker die Wünsche seiner Kunden umgesetzt hat: „Zahlreiche Funktionen können direkt am Grundblock eingerichtet werden, zum Beispiel Eilgangzylinder, Presszylinderzuschaltung und federbelastete Werkzeuge auf der Kolbenseite sowie freier Fall auf der Stangenseite. Durch die entsprechende Ventilbestückung können die Blöcke individuell an die jeweilige Anwendung angepasst werden.“

Eine Load-Sensing-Funktion sowie Anschlussmöglichkeiten für Drucksensoren sind bereits im Grundblock integriert. Die Mengensteuerung erfolgt wiederum über ein Parker-Proportional-Drosselventil der Serie TDA im P-Kanal, ohne dass der abfließende Volumenstrom abgedrosselt wird.