Dabei müssen nicht nur Lösungen für die kalten arktischen Temperaturen gefunden werden, sie müssen auch in den Subtropen und in den Tropen eingesetzt werden können.

Durch die rauen klimatischen Bedingungen in der Arktis einerseits und das tropische Klima am Äquator andererseits ist das Anforderungsprofil an einen vielseitig einsetzbaren Schiffstyp entscheidend verschärft worden. Der Herausforderung dieser großen Anforderungsbandbreite müssen sich alle Komponenten stellen oder sie müssen entsprechend vor den Einflüssen geschützt werden.

Die Schweizer Firma Wandfluh hat diese Problematik erkannt. Bereits seit einigen Jahren sammelt das Unternehmen Erfahrungen mit Hydraulikkomponenten für die explosionsgeschützte Zone 1 und 2 für Tieftemperatur-Anwendungen mit zertifizierten Produkten. Die Produkte werden heute unter anderem auf FPSO-Einheiten (Floating Production, Storage and Offloading), Bohrinseln und zudem auch auf dem Festland eingesetzt. Wegen des großen Umgebungs- und Betriebstemperaturbereichs von 70 bis -60 Grad Celsius können sie sowohl in der Arktis als auch in den Tropen eingesetzt werden. Zudem steht auch ein kleinerer Temperaturbereich von 70 bis -40 Grad Celsius für gemäßigtere Bedingungen zur Verfügung.

Aufbauend auf den langjährigen Erfahrungen wurde eine Produktlösung entwickelt, welche auch für die explosionsgeschützte Zone 0 gilt. Mit diesem neuen Produkt, welches auf dem bereits bestehenden Magneten MKZ45 basiert, kann Wandfluh einen Beitrag für die Erschließung neuer Handelsrouten leisten. Die Realisierung von arktis- und tropentauglichen VLCC (Very Large Crude Carrier), FLNG- (Floating Liquefied Natural Gas) und FLPG-Frachter (Floating Liquefied Petroleum Gas) wird somit für die hydraulische Ventilansteuerung deutlich vereinfacht.

Effiziente Hydrauliklösung

Der Schwerpunkt wurde also auf einen hohen hydraulischen Wirkungsgrad gelegt bei ebenso hoher Ausfallsicherheit. Das übergelagerte Ziel, dem Betreiber Reparatureinsätze zu ersparen, war und ist das oberste Kriterium. Die Lösung wendet Wandfluh bereits seit einigen Jahren mit Erfolg für Containerfrachter an. Der um 30 bis 50 Prozent verbesserte Wirkungsgrad führt zu einer Leistungsreduktion von bis zu acht Gigawatt im Jahr.

Ex-Schutz-Schieberventil - Bild: Wandfluh
Für das Ex-Schutz-Schieberventil für Zone 0 (T6) stehen unterschiedliche Anschlussarten zur Verfügung. Bild: Wandfluh

Der gesteigerte hydraulische Wirkungsgrad resultiert jedoch nur zu einem kleinen Teil aus dem reduzierten Energiebedarf. Der größere Teil des Nutzens liegt in der Ersparnis von weiteren Systemkomponenten. So floss in die Entwicklung auch eine vereinfachte elektrische Anschlussausführung, wodurch der Anschlussaufwand reduziert werden konnte. Die erhöhte Montageeffizienz bringt nebenbei den positiven Effekt einer höheren IP-Schutzklasse mit sich, sodass der Anwender zwischen IP65 und IP67 wählen kann.

Der Korrosionsschutz-Thematik wurde in den vergangenen Jahren viel Beachtung geschenkt, denn die Kundenanforderungen stiegen stetig. Die Produkte für Zone 1 und 2 mit der Zink/Nickel-Oberflächenbehandlung bieten seit längerem erhöhten Standard-Korrosionsschutz. Durch die Erweiterung des Anforderungsprofils des Magneten MKZ45 für Zone 0 wurde der Korrosionsschutz für die Standardlösung auf Zink/Nickel-Oberflächenbehandlung angepasst. Somit wird die Lebensdauer nach Salzsprühnebeltest (EN ISO 9227) zirka um Faktor 8 verbessert.

Das Unternehmen Wandfluh

Breite Hydraulikpalette
Wandfluh wurde 1946 in der Schweiz gegründet und stellte ursprünglich Produktionsmaschinen für die Schweizer Uhrenindustrie her. Die Entwicklung und Produktion von Hydraulikventilen wurde in den frühen 60er-Jahren aufgenommen. Neben seinem Programm an Hydraulikventilen für mobile und industrielle Anwendungen und einer breiten Palette an elektronischen Steuerungen für die Hydraulik bietet der Hersteller zusammen mit den weltweiten Vertriebspartnern Unterstützung in Engineering und Service an.
Auch heute noch sind Innovation, Qualität und Präzision die entscheidenden Schlüssel zum weltweiten Erfolg. Eigene Niederlassungen in Großbritannien, USA, Deutschland, Frankreich und China sowie Vertretungen in allen wichtigen Industrienationen stellen den weltweiten Support für die Produkte sicher.

Für Offshore-Projekte genügen die Standard-Ausführungen jedoch oft nicht. Die Verträglichkeit mit Meerwasser oder salzhaltiger Atmosphäre wird vorausgesetzt. Deshalb wird für Offshore-Anwendungen oft säurebeständiger Stahl nach AISI316L (K9) eingesetzt. Für den Korrosionsschutz hat der Anbieter Erfahrung bei der Herstellung von Hydraulikventilen aus rostfreiem Stahl nach AISI316L. Um höchsten Anforderungen gerecht zu werden, kann seit geraumer Zeit das gesamte Ventil nach AISI316L-Standard angeboten werden. Diese Produkte laufen unter der Bezeichnung K10 und sind für die Zonen 0, 1, 2 und für nicht explosionsgeschützte Anwendungen erhältlich. fa