Conti Excelsus, Bild: Contitech
Je nach Ausführung ist der Conti Excelsus kurzzeitig beständig gegen Hitze bis zu 250 Grad Celsius. Bild: Contitech

Parker sieht in der Verwendung verschiedener Werkstoffe einen vielversprechenden Ansatz, um den steigenden Anforderungen an Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit und Lebensdauer gerecht zu werden. Der Hersteller hat dieser Logik folgend ein Hydraulikschlauch-Programm entwickelt, das auf der Kombination von einer Polyurethan (PU)-Außenschicht und einer Innenschicht aus synthetischem Elastomer basiert. PU weist eine hohe mechanische Festigkeit auf und ist zudem schlag- und abriebfest sowie widerstandsfähig gegen witterungsbedingte Zersetzung. Dazu gehören unter anderem intensive Sonneneinstrahlung beziehungsweise UV-Strahlung, Ozon und extrem niedrige Temperaturen.

Die Flexibilität der neuen Schläuche sei mit der von Gummischläuchen vergleichbar, erklärt das Unternehmen. Es sind jedoch engere Biegeradien möglich, was den Einsatz in komplexen und kompakten Anlagen vereinfacht. Das Unternehmen macht sich dabei zu Nutze, dass thermoplastische Kunststoffe miteinander verschweißt werden können. Diese können so zu einer Doppelleitung verbunden werden. Um die neuen Schlauchtypen herzustellen, entwickelte Parker eigens ein neues Produktionsverfahren. Der Elastomer-Werkstoff im Inneren ist beständig gegen viele unterschiedliche Medien, unter anderem Luft, trockene Luft, Wasser, Wasser-Öl-Emulsionen, Schmieröl, Mineralöl und Wasser-Glykol-Gemische. Dadurch sind die Schläuche für viele Anwendungen geeignet. Und da die PU-Außenschicht in verschiedenen Farben verfügbar ist, können Betreiber das transportierte Medium oder die Zufuhr- und Rückleitungen kennzeichnen.

Bislang hat Parker drei Produktreihen innerhalb dieses Programms auf den Markt gebracht: 462PU, 692PU und 837PU-Plus. Der Schlauchtyp 462PU ist ein Mitteldruck-Hydraulikschlauch mit zwei Geflechtslagen aus Stahldraht als Druckträger. Er ist als Einfach- oder Zwillingsschlauch verfügbar. 692PU mit einer oder zwei Geflechtslagen aus Stahldraht bietet die gleichen Eigenschaften, wurde aber speziell für Anwendungen mit Umlenkrolle entwickelt, wo hohe Abriebfestigkeit nötig ist. Das sind beispielsweise Förderzeuge, Gabelstapler und Teleskop-Lader. Bei der 837PU-Plus-Reihe handelt es sich um Niederdruck-Steckschläuche mit Druckträgern aus Textilfasergeflecht. Diese sind geeignet für Anwendungen in Kühlkreisläufen, als Schlauchbündel für Druckluftapplikationen sowie für die Robotertechnik, Fertigungsstraßen in der Automobilindustrie, Kunststoff-Spritzguss-Anwendungen und ähnlichen Maschinen und Anlagen.

Christian Künstel, Program Manager bei Eaton Hydraulics, Bild: Eaton
„Die wichtigsten technologischen Treiber sind die Fokussierung auf Sicherheit bei gleichzeitiger Ausfallvermeidung und die Erhöhung der Lebensdauer der Hydraulikkomponenten zur Vermeidung von Stillstandszeiten", erklärt Christian Künstel, Program Manager bei Eaton Hydraulics. Bild: Eaton

Künstel hebt an neuen Eaton-Produkten die Schläuche EC600 und EC850, das Phönix-Programm für Ganzteilarmaturen mit Mehrfachrohrbögen und das Bahnschlauchprogramm des Unternehmens hervor. EC600 ist ein Schlauch für 420 bar Betriebsdruck, der die höchste Stufe ISO18752 –DC erfüllt. Dies sei mit 120 Grad Celsius Medientemperatur, 133 Prozent Impulsdruck und eine Million Impulszyklen getestet worden, erklärt Künstel.

Beim EC600 werden Seelenmaterialien verwendet, die auf einer neuen Vernetzungsstruktur basieren. Eine Folge ist die geringere Alterung. Zudem erhöht der geringere „Rückfederwert“ des Materials die Abdichtung in der Armatur. Ein geändertes Deckenmaterial soll die Abriebfestigkeit erhöhen. „In Kombination mit einer neuentwickelten Schlauchkonstruktion des EC600 ergeben sich eine stark reduzierte Biegekraft und reduzierte Biegeradien“, führt Künstel aus. Der EC850 ist für 500 bar Betriebsdruck bei Beibehaltung des vierfachen statischen Sicherheitsfaktors ausgelegt. Eine reduzierte Biegekraft und minimierte Biegeradien sollen die Montage vereinfachen. Für den Schlauch ist ein einteiliges Armaturenprogramm für Drücke von 500 bar verfügbar.

Das Besondere am Phönix-Programm für Ganzteil­armaturen mit Mehrfachrohrbögen ist das lötlose Design, was die Sicherheit im Hydrauliksystem erhöht. Beim Bahnschlauchprogramm reduzieren neue Seelen- und Deckenentwicklungen die Brennbarkeit und die Rauchentwicklung. Für den Einsatz qualifiziert, sind eine Reihe von Geflechtschläuchen des Unternehmens, welche die Sicherheitsstufe EN45545 HL3/HL3 für Drahtschläuche und EN45545 HL2/HL3 für Textilschläuche sowie die Normen DIN EN 853, 854 und 857 erfüllen.

Tanja Breunung-Bockenheimer, Contitech. Bild: Contitech
„Durch neue Technologien wie das Rollieren können wir bei unseren Schlauchkupplungen, Steckanschlüssen und Hydraulikarmaturen die Lötstelle als potenzielle Fehlerquelle ausschalten", sagt Tanja Breunung-Bockenheimer, Contitech Mobile Fluid Systems. Bild: Contitech

Auch bei Contitech schlägt sich die Entwicklungsstrategie in Produktanpassungen nieder. Breunung-Bockenheimer sagt: „Durch neue Technologien wie das Rollieren können wir bei unseren Schlauchkupplungen, Steckanschlüssen und Hydraulikarmaturen die Lötstelle als potenzielle Fehlerquelle ausschalten.“ Zu den jüngsten Schlauchneuheiten des Herstellers gehört außerdem der Hochtemperaturumlageschlauch Conti Excelsus für bis zu 15 bar Betriebsdruck.

„Der Schlauch ist extrem flexibel und kann je nach Ausführung kurzzeitig Temperaturen bis zu 250 Grad Celsius widerstehen“, erklärt Breunung-Bockenheimer. Ein Geflecht aus einem temperatur- und chemikalienbeständigen textilen Werkstoff, das sich durch seine hohe Festigkeit auszeichnet, umhüllt die Innenschicht aus einem auf die Anwendung adaptierten Kautschuk. Gegenüber den sonst für diese Aufgaben verwendeten mit Edelstahl umflochtenen PTFE-Rohren bietet diese Lösung auch einen Gewichtsvorteil.