Schläuche mit PU-Außenschicht, Bild: Parker Hannifin
Durch die PU-Außenschicht können Anwender die verwendeten Medien oder die Zufuhr- und Rückleitungen über die Farbe der Leitung kenntlich machen. Bild: Parker Hannifin

Aus dieser Situation heraus verfolgen die Hersteller unterschiedliche Strategien. So setzt Contitech bei Kupplungen, Steckanschlüssen und Hydraulikarmaturen stärker auf lötlose Umformung, um den gestiegenen Qualitätsanforderungen gerecht zu werden. „Bei den Schläuchen sind ebenso druckbeständige wie flexible Hochtemperaturlösungen für den Einsatz auch in besonders engen und komplexen Einbausituationen gefragt“, erklärt Breunung-Bockenheimer von Contitech.

Das sieht man bei Eaton ähnlich. „Eine wesentliche Entwicklung bezüglich der Sicherheit und Ausfallvermeidung ist die Realisierung von Ganzteilarmaturen mit Mehrfachrohrbögen zur Eliminierung von Lötfehlern“, äußert Künstel. Außerdem habe das Unternehmen das sogenannte Health Monitoring für Hydraulik-Schläuche entwickelt. Ein wichtiger Technologietrend sei auch die Integration einer Haltefunktion in die Hydraulikarmatur, um das Ausreißen des Schlauches zu verhindern. „Die Erhöhung der Lebensdauer, insbesondere bei steigenden Betriebsstunden, ermöglicht verbesserte Innenschichtmaterialien, wodurch eine geringere temperaturbedingte Materialalterung erfolgt. Eine höhere Abriebbeständigkeit durch Verbesserungen der Außenschichtmaterialien und ein besserer Korrosionsschutz für Metallkomponenten tragen ebenfalls dazu bei“, sagt Künstel.

Eaton setzt in der Entwicklung auch auf Simulierung von Hydraulikschlauchleitungen durch FEM-Analysen. Zum Dauerbrenner Effizienz will der Hersteller beitragen, indem er Druckverluste im Hydrauliksystem verringert. Das geschieht durch größere Innendurchmesser der Hydraulikarmaturen, die Eliminierung von Lötstellen zur Vermeidung von Innendurchmessersprüngen sowie die Reduzierung von Rohreinfällen durch Verpressen oder Biegen. Auch Bauraum und Gewicht spielen dabei eine Rolle. Hier will Eaton den Anwendern ihre Arbeit mit höherfesten Materialien und geringeren Biegeradien erleichtern. Letzteres ist außerdem ein Beitrag zu mehr Montagefreundlichkeit.

Die Schlauchhersteller beschäftigen sich teilweise auch mit der Umweltverträglichkeit ihrer Produkte, obwohl Bioöle aktuell eine Nische im Markt sind, die auf Anreize aus der Politik und Gesetzgebung angewiesen ist. Bei diesen Anwendungsfällen sorgen bestimmte Innenschichtmaterialien beispielsweise für geringere Materialalterung. Was zunehme, sei die Recyclebarkeit der Komponenten, so Künstel. „Hier liegt der Trend klar bei chlorfreien Schlauchleitungen, um das Recycling garantieren zu können.“