Hydraulikschläuche, Bild: Fotolia - anotherworld

Hydraulikschläuche sind in vielen Anwendungen unverzichtbar. Die Hersteller wollen die Leitungen sicherer machen. Bild: Fotolia - anotherworld

Zu hohe Temperaturen, Drücke, Reibung und enge Biegeradien setzen jeder Hydraulikleitung zu. Der Ausfall eines Schlauches kann den Betreiber allerdings teuer zu stehen kommen und er ist außerdem auch nicht ganz ungefährlich. In den Entwicklungsabteilungen der Hersteller stehen diese Themen deshalb ganz oben auf der Agenda. Christian Künstel, Program Manager Eaton Hydraulics sagt beispielsweise: „Die wichtigsten technologischen Treiber sind die Fokussierung auf Sicherheit bei gleichzeitiger Ausfallvermeidung und die Erhöhung der Lebensdauer der Hydraulikkomponenten zur Vermeidung von Stillstandszeiten.“ Wesentliche Faktoren der Hydrau­likentwicklung allgemein, die Auswirkungen für die Schlauchherstellung haben, seien auch die Ergonomie bei der Montage, höhere Effizienz im Hydrauliksystem sowie die Umweltfreundlichkeit der Produkte.

Ähnlich sieht das auch Tanja Breunung-Bockenheimer, Leiterin Entwicklung Öl- und Hydrauliksysteme bei Contitech Mobile Fluid Systems. Sie erklärt, neben steigenden Qualitätsanforderungen wären die Schlauchhersteller auch mit höheren Reinheitsanforderungen konfrontiert: „So sind beispielsweise bei Kraftstoffleitungen, wo selbst kleinste Rückstände die Mikroventile im Kraftstoffsystem beschädigen könnten, hochwirksame Spülstände gefragt. Außerdem haben die Kunden immer höhere Anforderungen bezüglich Druck- und Temperaturbeständigkeit.“

Dies bestätigt auch eine Nachfrage bei Parker Hannifin. Grund ist, dass Mobilgeräte, wie sie insbesondere in der Landwirtschaft und im Bauwesen eingesetzt werden, immer kompakter und komplexer werden. Natürlich darf der höhere Druck aber nicht zu Lasten der Sicherheit gehen, weswegen der zulässige Betriebsdruck idealerweise nur unter Beibehaltung des 4:1-Berstfaktors steigen darf.

Dazu kommen gesetzliche Aspekte. Künstel erklärt: „Neue DIN-Spezifikationen wie DIN EN45545 beziehen sich beispielsweise auf die Verbesserung der Sicherheit in Zuganwendungen, wodurch neue Innenschicht- und Außenschichtmaterialien zur Anwendung kommen. Die Reduzierung der Innendurchmessertoleranz im Rahmen der überarbeiteten Spezifikationen DIN EN 853, 854, 856 und 857 hat ebenso wesentliche Auswirkungen auf den Markt für Hydraulikschläuche wie die Norm ISO18752 zur Einteilung von Hydraulikschläuchen nach Druckstufen, Temperatur und Lebensdauer.“ Unter anderem werde dadurch eine Anpassung des Produktionsprozesses zur Einhaltung des eingeschränkten Toleranzbereichs nötig, fährt der Eaton-Mitarbeiter fort.