Christina Bocher, Dekra

Christina Bocher, Dekra

Neben den Produktdaten werden Energieverbrauch, Langzeitverhalten, Umweltverträglichkeit oder Produktsicherheit bewertet. Christina Bocher, Senior Project Manager Sustainability & Regulatory Compliance bei Dekra, erklärt im fluid-Interview die Vorteile.

Was hat Dekra veranlasst, die Produktspezifischen Regeln zu entwickeln?

Wer herausfordernde Einsatzbedingungen meistern muss, wünscht sich Hochleistungshydraulikfluide. Wer in umweltsensiblen Bereichen operiert, achtet auf Hydraulikfluide mit Umweltzeichen. Im Wasserbau gilt es oftmals, beidem gerecht zu werden. Doch bislang sind umweltverträgliche Druckflüssigkeiten eher eine Nische, die anderen Kriterien unterliegt als der übrige Markt.

Entscheider im Spannungsfeld von Leistungsanforderungen, Umweltverantwortung und Kostenorientierung benötigen transparente Informationen. Doch weil die Sachlage komplex ist, können Auszeichnungen ebenso Orientierung geben wie Verwirrung stiften. Mehr Transparenz bei Themen wie Rohstoffbasis, technische Eigenschaften und biologische Abbaubarkeit wäre daher ein Schritt in die richtige Richtung.

Die Anforderungen auf den Märkten haben sich verändert, Anwender und interessierte Kreise stellen heute weitergehende Fragen: knappe Ressourcen sparsam bewirtschaften; Schäden an Gesundheit und Umwelt vermeiden und gesellschaftliche Akzeptanz sichern.

Anwender sind zunehmend verunsichert. Ziel ist es, durch die Anwendung der Dekra PSR sowohl Herstellern als auch Anwendern von Hydraulikfluiden eine erhöhte Transparenz in Bezug auf nachhaltigkeitsrelevante Leistungsmerkmale der Produkte zu verschaffen. Mit Verzicht auf Wertung und Werbung. Dazu werden eine Verifizierung und Deklaration der relevanten Prüfmerkmale des Hydraulikfluids vorgenommen. Dies ermöglicht den Herstellern die Wahrnehmung ihrer Produktverantwortung und den Anwendern die ihrer Eigenverantwortung. Die Schmierstoffbranche braucht sicherlich nicht noch ein Umweltzeichen, wir wollten weder ein neues Umweltzeichen schaffen, noch Bioöl neu definieren.

Vielmehr geht es um gemeinsame Standards, die ein nachhaltiges Wachstum im Mainstream fördern. Also darum, „best practice“ und vorhandene Standards zusammenführen, für leistungsfähige und umwelt-
verträgliche Hydraulikfluide.

Wir wollten weder ein neues Umweltzeichen schaffen, noch Bioöl neu definieren. Vielmehr geht es um gemeinsame Standards, die ein nachhaltiges Wachstum im Mainstream fördern.

Christina Bocher, Dekra