| von Dagmar Merger

Wann raten Sie dann überhaupt noch zur klassischen Ventilsteuerung?

Das ist schwer zu sagen. Es steht und fällt mit dem Zyklus der Maschine. Wenn Sie sich die Spritzgießmaschinen anschauen, die wir jetzt verwendet haben, sind diese im mehrschichtigen Einsatz. Bei Maschinen, die eine geringere Laufzeit und Einschaltquote haben oder die in einem anderen Produktionszyklus arbeiten, könnte die Entscheidung weiterhin zum klassischen Antrieb gehen, vermute ich.

Wie ist es, wenn die Anlage sehr weitläufig ist?

Da kann man den frequenzgeregelten Antrieb auch aufschneiden. Sie können ja trotzdem verschiedene Achsen positionieren. Das wäre aus meiner Sicht kein K.-O.-Kriterium. Sie können beim drehzahlvariablen Antrieb verschiedenste Komponenten kombinieren. Von daher haben Sie sehr viele Möglichkeiten und können diese über einen übergeordneten Rechner auch wieder zusammenfassen, beispielsweise mit einer Konstantpumpe für den einen Aktuator und einer Verstellpumpe für den anderen.

Warum braucht man überhaupt eine Verstellpumpe, wenn ich doch schon über die Motordrehzahl des Servos regeln kann?

Dadurch haben Sie ein größeres Band, um zu verstellen. Das kann vom Zyklus her ein Vorteil sein.

Ein verwandtes Konzept sind ja die Kompaktachsen – dass man quasi an jedem Aktuator seinen eigenen Antrieb hat. Würden Sie sagen, dass diese Technik im Kommen ist?

Das ist ein Thema, das wir uns momentan ebenfalls anschauen, auch wenn die Kompaktachsen von der Größe der Antriebsleistung und von der kommerziellen Seite aus noch limitiert sind. Es ist damit mikrometergenaues Positionieren möglich. Da hat die Technik extreme Fortschritte gemacht in den letzten Jahren. Es ist definitiv ein Markt da.

Um nochmal auf den Retrofit der Spritzgießmaschinen zurück zu kommen: Wie geht es nun weiter? Haben Sie schon mit Spritzgießmaschinenherstellern gesprochen?

Ja, natürlich. Wir werden jetzt die Ergebnisse, die wir von den Maschinen haben, weiter optimieren, um das Portfolio auszubauen. Und dann wird der nächste Schritt sein, mit den OEMs künftige Maschinen gemeinsam zu planen, ganz klar.
Das Retrofitprogramm intern bei uns im Haus wird weiterverfolgt, um zu sehen: Wie sind die Energieeinsparungen? Wir haben ja Werke, in denen schnell mal 100 Spritzgießmaschinen stehen. Da wirkt sich ein sparsamerer Antrieb schon auf die Energiebilanz des Werkes aus.

Der nächste Schritt ist jetzt, die VSQ-Pumpe entsprechend im Markt zu platzieren und den Herstellern anzubieten. Auch im Verbund mit der Electrical Division sind wir dabei, die Systemtechnik weiter zu forcieren.

Die Electrical Division hat die Möglichkeit der Smartwire-Anbindung an die elektrische Verdrahtung, wo wir noch viel Potenzial sehen, um Richtung Condition Monitoring zu gehen und weiteren Nutzen zu realisieren. Das gesamte System könnte dann einfacher zu installieren sein und zu warten. Das ist ein wichtiger Punkt, weil wir immer weniger Service-, Reparatur- oder Wartungspersonal in den Werken haben.

Der Trend geht dahin, Maschinen intelligenter zu gestalten, sowohl im Industriebereich als auch im Mobilbereich. Da passen die drehzahlvariablen und frequenzgeregelten Antriebe gut rein.

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